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Dacia Duster im Test: SUV für Schnäppchenjäger

Das billigste SUV im Land geht in die zweite Runde. Der neue Dacia Duster bleibt sich zwar in vielen Tugenden treu. Doch wenn er im Januar kommt, können sich die Schnäppchenjäger auf ein bisschen Glanz und Gloria freuen - und auf etwas mehr Komfort.

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Trotz allem soll der zweite Duster genau wie der Vorgänger zu den billigsten Geländewagen im Land zählen: Das SUV ist ab 11 290 Euro erhältlich. Foto: Dacia/dpa

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Das neue SUV startet in Deutschland mit je zwei Benzinern und Dieseln. Diese haben zwischen 1,2 und 1,6 Liter Hubraum und ein Leistungsspektrum vom 66 kW/90 PS bis 92 kW/125 PS. Foto: Dacia/dpa

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Freude am Fahren kommt beim Dacia Duster nicht auf. Aber wem es ums Ankommen geht, der ist mit dem SUV gut bedient. Foto: Dacia/dpa

Berlin (dpa-infocom) - Den Champagner vom Discounter, die Designer-Garderobe aus dem Factory Outlet und der Urlaub Last-Minute - für Schnäppchenjäger könnten die Zeiten kaum besser sein. Das gilt auch für Fans des Dacia Duster.

Vor gut zehn Jahren ist Dacia angetreten, um aller Welt zu beweisen, wer die wahren Volkswagen baut. Die Renault-Schwester hat dafür radikal die Preise ihrer Modelle zusammengestrichen. Ihr mit Abstand erfolgreichstes Auto ist der Duster, der als Geländewagen zum Discounttarif den Gegenentwurf zu überteuerten Bestsellern wie dem VW Tiguan oder dem Opel Mokka gibt. Im Januar geht er in die zweite Runde.

Mehr Glanz und Gloria

Das Auto sieht zwar schicker aus und bekommt eine deutlich modernere Ausstattung, doch eines ändert sich dabei nicht: Mit einem Grundpreis von 11 290 Euro bleibt der Duster auch weiterhin das billigste SUV im Land.

Zwar haben die Designer den Duster tatsächlich ein bisschen herausgeputzt. Sie haben ihn mit Chromschmuck im Plastikgrill behängt, LED-Streifen für das Tagfahrlicht in die Scheinwerfer gesetzt, neue Anbauteile für einen robusten Look auf das Blech geklebt und alle Konturen ein bisschen kantiger geschliffen. Doch trotz seines kernigeren und kräftigeren Looks ist der neue Duster für den Nutzer ganz der Alte geblieben. Bei 4,34 Metern Länge und 2,67 Metern Radstand bietet er vorne bequem und hinten durchschnittlich viel Platz. Der Kofferraum liegt mit bestenfalls 445 bis 1478 Litern auf dem Niveau der Konkurrenz.

Die Knauser entdecken den Komfort

Dass man sich an Bord trotzdem besser aufgehoben fühlt als bisher hat einen anderen Grund. So wie die Rumänen außen plötzlich ein bisschen auf Glanz und Gloria setzen, haben sie innen neuerdings den Komfort entdeckt: Bequemere Sitze mit festerem Schaum und längerer Beinauflage gibt es serienmäßig für alle und für moderate Aufpreise kann man neuerdings sogar ein paar richtige moderne Extras bestellen. So gibt es zum Beispiel ein Touchscreen-Infotainment mit einer ziemlich imposanten Rundumüberwachung durch Weitwinkelkameras an allen vier Ecken.

Zum ersten Mal kann man den Duster mit einer Klimaautomatik und einem Funkschlüssel für die Hosentasche bestellen, und sogar einen Totwinkel-Assistent bietet die Billigmarke mittlerweile an. Natürlich gibt es all das - bis auf die sechs serienmäßigen Airbags - auch bei Dacia nicht zum Nulltarif. Doch selbst mit allen Extras kommt man nur mühsam auf Preise, für die VW einen ziemlich nackten Tiguan verkauft.

Unter der Haube endet der Aufstieg

Spätestens beim Blick unter die Haube ist es mit den Aufstiegsambitionen des Duster vorbei. Denn mit Hubraum und Leistung kann und will der Dacia nicht imponieren. Statt sich am Wettrüsten der Konkurrenz zu beteiligen, beschränkt sich die Renault-Schwester auf Basis-Mobilität und begnügt sich mit bescheidenen Triebwerken.

Es gibt den Duster mit je zwei Benzinern und Dieseln, die zwischen 1,2 und 1,6 Liter Hubraum haben und ein Leistungsspektrum vom 66 kW/90 PS bis 92 kW/125 PS abdecken. Dafür allerdings nimmt es Dacia ernst mit dem SUV-Gedanken und bietet beide Benziner sowie den stärksten Diesel auch mit Allradantrieb an.

Fahren nur zum Ankommen

Selbst mit dem stärkeren Selbstzünder hält sich die Freude am Fahren in engen Grenzen: Nicht nur, weil man bei 11,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h und einem Spitzentempo von 171 km/h kein Herzrasen bekommt. Sondern weil sich das ganze Auto der Fahrfreude verweigert: Die Lenkung zu indifferent, das Fahrwerk zu familienfreundlich sowie Getriebe und Bremsen ohne jene Schärfe, die Lust aufs Gasgeben macht - dieses Auto fährt man nicht um des Fahrens willen, sondern um anzukommen.

Aber wenn es genau darum geht, macht der Duster seinen Job nicht schlechter als Tiguan und Co. Und ein weiterer Vorteil der kleinen Motoren ist ihr geringer Verbrauch: So kommen die Diesel auf 4,4 bis 4,7 Liter (CO2-Ausstoß: 115 bis 123 g/km) und für die Benziner nennt Dacia Werte zwischen 6,2 und 7,0 Liter (138 bis 158 g/km).

Fazit: Mehr Auto braucht kein Mensch

Praktisch, preiswert und mittlerweile sogar halbwegs modern: Der Duster ist so etwas wie der kleinste gemeinsame Nenner des SUV-Trends. Denn im Grunde ist er der beste Beweis dafür, dass man kein Vermögen ausgeben muss, wenn man mit einem grundsoliden Auto durch den Alltag kommen will. Wer nicht den Nachbarn beeindrucken, sondern einfach nur mit Kind und Kegel gut von A nach B kommen will, der braucht nicht mehr Auto - und kann das gesparte Geld für Dinge im Leben ausgeben, die wichtiger sind als eine Blechkiste auf vier Rädern.

Datenblatt: Dacia Duster dCi 110

Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke

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Trotz allem soll der zweite Duster genau wie der Vorgänger zu den billigsten Geländewagen im Land zählen: Das SUV ist ab 11 290 Euro erhältlich. Foto: Dacia/dpa

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Das neue SUV startet in Deutschland mit je zwei Benzinern und Dieseln. Diese haben zwischen 1,2 und 1,6 Liter Hubraum und ein Leistungsspektrum vom 66 kW/90 PS bis 92 kW/125 PS. Foto: Dacia/dpa

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Freude am Fahren kommt beim Dacia Duster nicht auf. Aber wem es ums Ankommen geht, der ist mit dem SUV gut bedient. Foto: Dacia/dpa

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