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Demirbay-Rückkehr in die Türkei: „Freue mich ganz besonders“

Rheinmünster. Die Fans in Istanbul werden nicht gerade die „La ola“-Welle machen, wenn Kerem Demirbay mit Hoffenheim dort aufläuft. Für den Spielmacher mit türkischen Eltern ist es eine besondere Dienstreise.

Demirbay-Rückkehr in die Türkei: „Freue mich ganz besonders“

Kerem Demirbay (r) wird in Istanbul von einigen Verwandten angefeuert werden. Foto: Uwe Anspach

Mit einem Lächeln, aber auch etwas angespannt stieg Kerem Demirbay am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden in die Sondermaschine nach Istanbul.

Der türkischstämmige Regisseur von 1899 Hoffenheim kehrt bei der Europa-League-Dienstreise als deutscher Nationalspieler zurück in die Heimat seiner Familie. „Ich freue mich einfach, wieder in der Türkei zu sein. Ich freue mich ganz besonders auf das Spiel“, sagte der 24-Jährige vor dem Gruppenspiel des Bundesligisten beim Vizemeister Istanbul Basaksehir am Donnerstag (19.00 Uhr).

Über 20 Verwandte erwartet Demirbay beim Spiel: „Meine eigene Familie ist auch schon dort, die machen paar Tage Urlaub. Ich bin dort nicht alleine, glaube ich“, sagte der im Ruhrgebiet geborene Profi.

Nach einer überstandenen Verletzung im Hüftbeuger ist Demirbay wieder in Form, schoss zuletzt beim 1:1 in Wolfsburg und 1:3 gegen Borussia Mönchengladbach auch beide Hoffenheimer Tore. Trainer Julian Nagelsmann vermisste zuletzt nur etwas die Lockerheit bei seiner Nummer 10: „Manchmal will er ein bisschen viel Verantwortung auf sich nehmen, er muss nicht ganz alleine den Laden tragen.“

Und dennoch ist auch und vor allem der im Ruhrgebiet geborene Demirbay in Istanbul gefordert. Nach dem 3:1-Hinspielsieg nach zuvor zwei Niederlagen im Europacup können sich die Kraichgauer kaum noch Ausrutscher erlauben, wenn sie weiterkommen wollen. „Es wird nicht einfach werden. Die werden in voller Besetzung auflaufen, um uns das Leben schwer zu machen“, sagte Demirbay, der wie im Hinspiel mit vielen Pfiffen rechnen muss. „Aber ich bin optimistisch, dass wir das Ding mit nach Hause nehmen. Wir haben bewiesen, dass wir international bestehen können.“

Um den „Mann mit den Streichholzbeinen“ („Süddeutsche Zeitung“) gab es im Mai Wirbel, da sich der Mittelfeldspieler erst kurzfristig für einen Einsatz im deutschen Nationalteam entschieden hatte. Er räumte damals ein, „seit vielen Monaten“ auch Kontakt mit dem türkischen Verband gehabt zu haben. Ein vom TFF veröffentlichter und von Demirbay unterschriebener Brief an den Weltverband FIFA sorgte für Irritationen. Darin äußerte er seinen Wunsch, für die Türkei zu spielen. Demirbay erklärte später, er habe nur prüfen wollen, ob für ihn überhaupt die Möglichkeit bestünde, für die Türkei zu spielen.

Doch für Demirbay ist das längst Vergangenheit. Wie er in Istanbul empfangen werde? „Das weiß ich nicht, keine Ahnung“, sagte er. Beim Confederations Cup lief er im DFB-Trikot auf, erzielte bei seinem einzigen Einsatz gegen Kamerun auch ein Tor. Danach war der schmächtige Spielmacher nicht mehr von Bundestrainer Joachim Löw nominiert worden. „Die Weltmeisterschaft ist natürlich ein großes Ziel. Ich will da unbedingt mitspielen und werde alles dafür tun.“

Demirbay hatte einige Umwege über die 2. Liga in Kauf nehmen müssen, ehe der Ex-Profi des Hamburger SV über die Stationen 1. FC Kaiserslautern und Fortuna Düsseldorf dann in Hoffenheim den Durchbruch schaffte.

Trotz der zunehmenden Popularität betonte Demirbay kürzlich im Magazin seines Clubs, dass es für ihn wichtiger sei, ein guter Mensch zu sein als Karriere zu machen. Sein Opa habe ihm auf Türkisch immer gesagt: „Kerem, ich bin stolz auf dich. Aber egal was du erreichst und wie viel Geld du verdienst, diese Dinge machen dich nicht zu einem Mann, vergiss das nicht.“

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