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Die Fotogeschichte des Nahen Ostens

Düsseldorf. Fotokunst aus dem arabischen Raum ist in Deutschland weitgehend unbekannt. Erstmals ist jetzt der Künstler Akram Zaatari mit einem sehr speziellen Projekt in Düsseldorf zu sehen.

Ohne den libanesischen Künstler Akram Zaatari wäre das historische fotografische Gedächtnis der arabischen Welt vielleicht verloren gegangen.

Der in Beirut geborene Zaatari hat in der von ihm mitgegründeten „Arab Image Foundation“ rund 600 000 Fotografien aus Sammlungen des Nahen Ostens und Nordafrika seit dem 19. Jahrhundert archiviert.

Erstmals ist der documenta- und Biennale-Teilnehmer in Deutschland in einer Museumsausstellung zu erleben. Das K21 Ständehaus der Kunstsammlung NRW in Düsseldorf zeigt bis zum 25. Februar 2018 in der Ausstellung „Against Photography“ Videoinstallationen, Filme und von Zaatari bearbeitete historische Fotografien. Zaatari bearbeitet alte Glasplatten, Negative und Fotografien künstlerisch und verleiht ihnen dadurch Aktualität.

Zaatari sei nicht nur Künstler und Sammler, sondern ein „Bildarchäologe“, sagte Kunstsammlungschefin Susanne Gaensheimer am Freitag. Fotografien seien für ihn Bildträger, Dokumente der Geschichte, aber auch ästhetisches Material. So stellt Zaatari beispielsweise in Leuchtkästen die Kombination von Bildmotiven aus versehentlich zusammengeklebten Glasnegativen der 1940er Jahre aus.

Bewusst wählte er Platten aus, auf denen die Bilder französischer Soldaten und Zivilisten im Libanon aufeinander liegen. Damit verweist Zaatari auf die problematische Rolle Frankreichs als einstige Mandatsmacht im Libanon. „Unvermeidbar“ seien dabei auch Verbindungen zur Gegenwart, sagte Zaatari der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf die aktuelle Regierungskrise im Libanon. Er sei sich aber sicher, dass die Krise gelöst werde. „Ich habe 52 Jahre im Libanon gelebt, davon die meisten in Krisen.“

Zaataris Fotointerventionen sind nicht nur historisch-politisch zu lesen, sondern entfalten auch eine geheimnisvolle künstlerische Ästhetik. So sind die abstrakten Grafiken an der Wand mit einem komplizierten technischen Verfahren aus beschädigte Gelatine-Negativen entstanden.

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