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Skandinavier sind glücklicher

Die wichtigsten Tipps zum heutigen Weltglückstag

NEW YORK Auf der Rangliste "Glücklichstes Land der Welt" landet Deutschland nur auf Platz 16. Die oberen Plätze belegen seit Jahren die skandinavischen Staaten. Warum das so ist und was das deutsche "Ministerium für Glück und Wohlbefinden" ist, haben wir anlässlich des Weltglückstages hier für Sie zusammengefasst.

Die wichtigsten Tipps zum heutigen Weltglückstag

Seit fünf Jahren wird am 20. März der Weltglückstag gefeiert.

#Weltglückstag an einem #Montag. Genau mein Humor.

— David Heat (@davidheat)

Seit einigen Jahren wird am 20. März der Weltglückstag - der "International Day of Happiness" gefeiert. Und auch wenn Deutschland nur den 16. Platz auf der Liste der glücklichsten Länder der Welt belegt: So zynisch wie dieser Twitter-Nutzer muss man es nicht unbedingt sehen. Hinter Deutschland liegen immerhin noch Länder wie Belgien, Luxemburg und Großbritannien.

Norwegen ist in diesem Jahr von internationalen Experten zum glücklichsten Land der Welt gekürt worden. Insgesamt wurden 155 Länder für den Bericht untersucht. Zum fünften Mal wurde die Studie jetzt durchgeführt - in den vergangenen drei Jahren hatte Dänemark auf dem ersten Platz gelegen.

Warum schneiden skandinavische Länder bei den Rankings so gut ab?

Sind es die malerischen Fjorde und die hellen Sommernächte? Oder doch ganz unromantisch die unablässig sprudelnden Ölquellen? Die Norweger sind das glücklichste Volk der Welt, stellt der diesjährige „World Happiness Report“ fest. Dicht auf den Fersen in Sachen Glück sind ihnen die nordischen Nachbarn aus Dänemark und Island. Finnland landet hinter der Schweiz auf Platz fünf, und auch Schweden schafft es noch in die Top Ten. Woran liegt es, dass die nordischen Länder beim Weltglücksbericht immer wieder auf den vordersten Rängen landen? 

Wenn man die Menschen auf den Straßen in Norwegens Hauptstadt Oslo fragt, sind es die kleinen Alltagsfreuden, die die Wikinger-Nachfahren glücklich machen. „Gerade bin ich glücklich darüber, dass die Sonne zurückgekommen und der Frühling im Anmarsch ist“, sagt die 25-jährige Maiken Mikkelsen.

Was steckt dahinter?

Man könnte wohl sagen: Was die Norweger so glücklich macht, ist, dass die meisten keine großen Sorgen haben. „Wir sind ein reiches Land. Wir haben viele Ressourcen und zusätzlich ein hohes Einkommen“, sagt der Soziologe Anders Barstad vom norwegischen Statistikamt. „In Norwegen und den nordischen Ländern gibt es dazu sehr geringe Einkommensunterschiede. Wir haben wenig Armut und Arbeitslosigkeit.“ Wer Arbeit und eine gesunde Familie hat, nimmt sich eher als glücklich wahr oder sieht zumindest keinen Grund, es nicht zu sein. „Uns geht es gut hier in Norwegen, und ich bin so alt, dass ich das Leben zu schätzen weiß“, sagt die 64-jährige Eli Sandvig, die aus Haugesund stammt.

Das gut ausgebaute Wohlfahrtssystem sorgt dafür, dass sich Skandinavier weniger Gedanken um ihre Zukunft machen müssen, meint Barstad. „Es gibt kleine Probleme am Horizont, aber ich glaube nicht, dass das die Menschen bekümmert.“ Die Nordmänner vertrauen nicht nur den Behörden, der Polizei und der Justiz mehr als die Menschen in anderen Ländern, sondern auch einander. Mehr als 75 Prozent aller Norweger meinen, dass den meisten Menschen zu trauen ist. 

Wie gehen Wissenschaftler mit dem Thema Glück um?

Das Streben nach Glück beschäftigt Philosophen, Theologen und Literaten seit Jahrtausenden. Aber auch immer mehr Politiker und Unternehmen entdecken Wohlbefinden und Zufriedenheit als wichtige Werte. 

Der Psychologe Tobias Rahm  ist dem Glück in einem wissenschaftlichen Forschungsprojekt auf der Spur. Er entwickelt an der Technischen Universität Braunschweig ein spezielles Glückstraining für Lehrer. Es soll in dem herausfordernden Beruf Burn-out vorbeugen und die Pädagogen kreativer machen. In Kursen lernen die Teilnehmer, ihre „Glücksanfälligkeit“ zu erhöhen, indem sie mehr darauf achten, Schönes wahrzunehmen, dankbar für Positives sind sowie sich häufiger gute Taten vornehmen. 

So funktioniert das Glückstraining:

Das für Lehrer gedachte Training wurde bisher in vierwöchigen Kursen mit über 150 Studenten erprobt. Zum Auftakt verteilt Rahm gern ein Heft mit einer Übung: 14 Tage lang soll jeder am Abend drei gute Dinge des Tages aufschreiben und jeweils anfügen, was sein persönlicher Beitrag zum Gelingen war. „Das reicht von großen Dingen wie erfolgreichen Prüfungen über positive Erlebnisse mit anderen bis hin zu kleinen Sachen wie Sonne genießen oder Eichhörnchen beim Klettern zuschauen.“ Andere Forscher hätten herausgefunden, dass sich diese abendliche Reflexion sogar positiv auf den Schlaf auswirkt.

Während Rahm beim Individuum ansetzt, hat Johannes Hirata das große Ganze im Blick. Der Professor für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule Osnabrück glaubt, dass das Konzept des „Bruttonationalglücks“ aus Bhutan auch auf Deutschland übertragbar ist. Es gehe darum, die Wirtschaft in den Dienst des Glückes der Menschen zu stellen.

„Ich bin der Überzeugung, dass es uns gut tun würde, wenn wir in Vollzeitjobs weniger arbeiten würden, vielleicht 30 Stunden pro Woche“, sagt der Ökonom. „Wir hätten mehr Zeit füreinander, für unsere Kinder und für uns selbst, könnten die vielen Anforderungen besser unter einen Hut bringen und hätten so weniger Stress.“ Die Beschränkung des Konsums aufgrund des geringeren Verdienstes hätte dann auch positive Folgen für die Umwelt. 

Das ist das "Ministerium für Glück und Wohlbefinden":

In Mannheim hat eine Kommunikationsdesignerin im Jahr 2012 das "Ministerium für Glück und Wohlbefinden" gegründet. Die selbst ernannte Glücksministerin Gina Schöler hat auch eine Briefaktion (#schreibdichglücklich) ins Leben gerufen. Die Teilnehmer bekommen die Adresse eines anderen Teilnehmers zugelost und schreiben diesem einen persönlichen Brief.  Innerhalb weniger Tage haben mehr als 3700 Frauen und Männer an der Aktion teilgenommen.

Ihr Ministerium für Glück und Wohlbefinden ist 2012 als Kunstprojekt an der Mannheimer Hochschule für Gestaltung gestartet - im gleichen Jahr beschloss die Hauptversammlung der Vereinten Nationen die Einführung des Weltglückstages. Initiator war das kleine asiatische Königreich Bhutan, das in den 1970er Jahren das Glück der Bevölkerung zum Staatsziel erklärte und tatsächlich ein echtes Glücksministerium hat. 

Das macht das Ministerium:

Seitdem hat sich das Ministerium zur Aufgabe gemacht, das Land glücklicher zu machen. Dazu bietet die Initiatorin unterschiedliche Workshops, Vorträge, Aktionstage und sogenannte Happynings an. Durch die Buchungen der Vorträge durch Unternehmer oder Veranstalter, kann die restliche Kampagne kostenfrei zur Verfügung stehen. 

Die Aktionen, die das Ministerium anbietet, sind dabei so vielfältig, wie das Glück selbst: Zum Weltglückstag 2014 gab es beispielsweise die sogenannte "Pausenaktion". Die Teilnehmer sollten einen Stuhl kreativ gestalten, sodass er zum Pausieren einlädt. Auch ein "Erste Hilfe Glücks-Set" hat das Ministerium im Programm. Die als Erste-Hilfe-Kästen gestalteten Glücks-Sets werden zum Beispiel an Straßenlaternen installiert und beinhalten kleine Sprüche, Hilfen und Anregungen zum Glücklichsein. 

Am oberster Stelle steht für das Projekt: Das Thema Glück soll spielerisch ins Gespräch gebracht werden und möglichst viele Menschen sollen dazu motiviert werden, bei den unterschiedlichen Aktionen mitzumachen, um - natürlich - etwas glücklicher zu werden.

 

 

 

mit Material von dpa

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