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Drei Wochen zum Vergessen: BVB weiter im Krisenmodus

Dortmund. Die Euphorie vom Saisonbeginn ist endgültig verflogen. Nach vier Bundesliga-Spielen ohne Sieg wachsen beim BVB die Zweifel. Für Trainer Bosz wird es zunehmend ungemütlich. Da kommt die Länderspielpause zur rechten Zeit.

Drei Wochen zum Vergessen: BVB weiter im Krisenmodus

Bedient: BVB-Trainer Peter Bosz bei der Heimpleite gegen den FC Bayern. Foto: Bernd Thissen

Die schaurige Bilanz der vergangenen Tage machte Peter Bosz mächtig zu schaffen. Erstmals seit seinem Amtsantritt in Dortmund wirkte der Fußball-Lehrer nach dem demütigenden 1:3 (0:2) im Bundesliga-Gipfel gegen den FC Bayern München regelrecht deprimiert.

Weil der BVB binnen drei Wochen einen Fünf-Punkte-Vorsprung in einen Rückstand von sechs Zählern auf die Münchner verwandelte, wird das Klima für den Niederländer rauer. Kritische Fragen zur bedenklichen Talfahrt des Spitzenreiters verstärkten seinen Frust. „Ich glaube nicht, dass zwischen mir und der Mannschaft etwas kaputt gegangen ist“, kommentierte Bosz trotzig.

Berauschende Auftritte wie beim 5:0 über den 1. FC Köln und beim 6:1 über Borussia Mönchengladbach, mit denen der Revierclub in den ersten Saisonwochen zum vermeintlichen Titelaspiranten wurde, geraten mehr und mehr in Vergessenheit. Nach vier Bundesliga-Spielen mit nur einem Punkt und zwölf Gegentoren ist die Euphorie vollends verflogen. Angesichts des schwachen Auftritts seines Teams vor allem in der ersten Hälfte hatte Bosz keine Mühe, die unbequeme Wahrheit auszusprechen, die eigentlich schon seit Mitte Oktober gilt: „Heute waren wir keine Spitzenmannschaft.“

Dabei hatte sich der Coach die Kritik der vergangenen Wochen durchaus zu Herzen genommen und seinem Team für das Duell mit dem Erzrivalen eine defensivere Ausrichtung verordnet. Doch auch diese Umstellung verhalf nur bedingt zu mehr Stabilität. Vor allem der frühe Treffer von BVB-Schreck Arjen Robben (17.) zur 1:0-Führung der Bayern kostete den letzten Rest Selbstvertrauen. „Ein bisschen mehr Mut hätte ich mir nach dem Rückstand schon erhofft“, klagte Michael Zorc. Auch wenn der Sportmanager das verbotene Wort Krise vermied, redete er Klartext: „Wir wissen, dass wir eine schwierige Phase haben. Das geht ja jetzt schon einige Wochen so.“

Ähnlich deutlich fiel die Bewertung von Hans-Joachim Watzke aus. „Wir müssen das jetzt nicht kleinreden. Das ist schon eine Situation, die nicht schön ist“, bekannte der Geschäftsführer im ZDF. Der naheliegenden Frage, ob es nun wichtig sei, dem Trainer dem Rücken zu stärken, konnte er gleichwohl wenig abgewinnen. „Das ist nicht nötig. Das brauchen wir nicht weiter zu betonen. Peter Bosz versucht alles“, sagte Watzke, „was wir jetzt brauchen, ist ein bisschen Fortune. Das müssen wir uns erarbeiten“. Mittelfeldspieler Gonzalo Castro stimmte ein: „Wir Spieler stehen hinter dem Trainer. Es wäre zu einfach zu sagen, das System ist schuld. Wir als Mannschaft sind schuld.“

Vor allem der neuerliche Chancen-Wucher trug dazu bei, dass der BVB erstmals seit über zweieinhalb Jahren zwei Bundesliga-Spiele in Serie verlor. Es passte ins Bild von der anhaltenden Talfahrt, dass auch Pierre-Emerick Aubameyang erneut daran beteiligt war. Seit mittlerweile fünf Spielen ist der Bundesliga-Torschützenkönig der vergangenen Saison ohne Treffer. Nicht minder fahrlässig ging Neuzugang Andrej Jarmulenko, der nach starkem Saisonstart immer mehr abbaut, mit seinen Möglichkeiten um. „Wir hatten sogar die besseren Torchancen“, befand Bosz.

Inständig hoffen alle Beteiligten, dass die nun anstehende Länderspielpause zur Trendwende beiträgt. „Vielleicht tut es den Nationalspielern auch mal ganz gut, einen Tapetenwechsel zu haben, jetzt einfach mal etwas anderes zu sehen, mit anderen Mannschaften zu spielen, um sich dann darauf freuen zu können, zum BVB zurückzukehren“, kommentierte Julian Weigl. Die letzte Saisonunterbrechung Anfang Oktober spricht jedoch dagegen. Was folgte waren drei Wochen zum Vergessen.

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