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Ein Jahr nach Trump-Wahl: Gab es einen Effekt auf USA-Trips?

Washington/Berlin. Vor einem Jahr ist Donald Trump zum US-Präsidenten gewählt worden - für Urlaubsreisen in das „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ war er seitdem nicht gerade gute Werbung. Die Reiseveranstalter ziehen eine Bilanz: Haben deutsche Reisende die USA wegen Trump gemieden?

Ein Jahr nach Trump-Wahl: Gab es einen Effekt auf USA-Trips?

San Francisco und die Golden Gate Bridge locken weiterhin: Die Deutschen reisen nach wie vor gerne in die USA. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Seit Donald Trump im November 2016 zum neuen Präsidenten der USA gewählt wurde, ist viel spekuliert worden. Schaden der neue Mann im Weißen Haus und seine kontroverse Politik dem Tourismus? Haben die Deutschen ihr beliebtestes Fernreiseziel nach der US-Wahl gemieden?

Lässt sich ein Jahr nach der Wahl in den USA von einem Trump-Effekt sprechen? Eher nicht, sagen die deutschen Reiseveranstalter ein Jahr nach der Wahl. Zumindest das organisierte Urlaubsgeschäft hat kaum gelitten.

Tui: Der größte deutsche Veranstalter spricht mit Blick auf die USA von einem „fulminanten Start in die Sommersaison 2017“, der sich im Jahresverlauf zwar etwas abgeschwächt habe - am Ende stand aber ein Plus bei der Gästezahl. „Einen Trump-Effekt sehen wir mit Blick auf unsere Entwicklung nicht. Wir hatten ein starkes USA-Jahr“, sagt Sprecherin Anja Braun. Für den Blick auf 2018 sei es noch zu früh.

DER Touristik: Die Nachfrage nach USA-Reisen bei dem Veranstalter ist für den Winter 2017/18 positiv. „Wir liegen mit unseren Marken Dertour und Meier's Weltreisen einstellig über dem Vorjahr. Auch der Sommer 2018 ist gut angebucht. Einen Einfluss der Präsidentschaft Donald Trumps auf die Buchungsentscheidung können wir daher nicht feststellen“, sagt Jörn Kraußer, Bereichsleiter Fernreisen. „Der Kunde interessiert sich vor allem dafür, was er für sein Reisebudget bekommt. Da spielen der Reisepreis und der Wechselkurs eine viel größere Rolle als die Politik oder das Verhalten des Präsidenten.“

FTI: Der Veranstalter aus München ist mit dem Sommer 2017 sehr zufrieden. „Wir können keine Einbrüche bei der Nachfrage für USA-Reisen und somit keinen großen Trump-Effekt feststellen“, sagt der Nordamerika-Verantwortliche Fabio Negro. Für den Sommer 2018 sehe man derzeit ein zweistelliges prozentuales Buchungsplus.

Thomas Cook: Die Nachfrage nach USA-Reisen sei stabil, wie eine Sprecherin auf Anfrage mitteilt.

Canusa Touristik: Geschäftsführer Tilo Krause-Dünow formuliert Trumps Einfluss diplomatisch: „Wir stehen mit unseren Bemühungen, die USA emotional positiv zu bewerben, leider ohne die Hilfe des Weißen Hauses da.“ Anfang 2017 habe man in Beratungen von Zweifeln der Kunden gehört. Im Laufe des Jahres habe sich das wieder geändert. „Die Deutschen wollen nach unserer Erfahrung weiter nach New York, San Francisco, Hawaii, Miami und in die Nationalparks, die Strände und vieles mehr erleben.“ Der Nordamerika-Spezialist betont aber, dass Kanada deutlich stärkere prozentuale Zuwächse bei den Gästezahlen erlebt hat. „Das geht für Kanada 2018 so weiter, bei den USA gehen wir von einer Nachfrage auf dem Niveau von 2017 aus.“

America Unlimited: „Ja, der Trump-Effekt hat sich bemerkbar gemacht“, sagt Geschäftsführer Timo Kohlenberg. Das USA-Geschäft des Veranstalters sei phasenweise um 5 bis 10 Prozent zurückgegangen - Kanada habe profitiert. Doch die Aufregung habe sich mittlerweile gelegt, die Buchungszahlen zögen wieder an. Nun könnte es sogar einen positiven Trump-Effekt geben: „Die Anfangseuphorie und der Glaube an die politischen Vorhaben Trumps hat sich in Luft aufgelöst und der Euro gegenüber dem Dollar wieder gut aufgeholt“, sagt Kohlenberg. Das mache USA-Reisen wieder günstiger und beflügele das Geschäft.

In der Tat: Kurz nach der Wahl Trumps, im Dezember 2016, bekamen USA-Reisende für 1 Euro wenig mehr als 1 Dollar. Derzeit sind es wieder knapp 1,16 Dollar. Das macht Reisen in den USA preiswerter. Noch offen ist aber, wie die Zahlen für 2017 am Ende insgesamt aussehen - also auch unter Berücksichtigung der vielen Reisenden, die individuell statt mit Veranstalterunterstützung unterwegs sind.

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