Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige
Anzeige

Tatort-Vorschau

Ein Mord für mehr Gerechtigkeit

Dresden Versichert heißt nicht immer abgesichert. Das Dresdner „Tatort“-Team ermittelt diesmal in einer Branche, in der mehr als der Schein trügt. Bei der Mördersuche tappt die Kripo lange im Dunkeln.

Ein Mord für mehr Gerechtigkeit

Kommissariatsleiter Schnabel (Martin Brambach, r.) findet beim Verdächtigen Fabian Rossbach (Sascha Göpel) Hinweise auf Versicherungsbetrug - eine Szene der „Tatort“-Folge „Auge um Auge“. Foto: dpa

Ein Gläschen Sekt mit Blick über die Stadt, auch wenn die Zeiten gerade schlecht sind. „Auf uns“, sagt Ines Böhlert (Marie Leuenberger) und küsst ihren Mann Harald (Peter Schneider). Als sie noch einmal zum Auto geht, lenkt der seinen Rollstuhl auf die gefährlich abschüssige Straße. Der „Kurzschluss“ zu Beginn des neuen Dresden-„Tatort“ endet glimpflich. Der vierte Fall des sächsischen Ermittlerteams wird an diesem Sonntag (20.15 Uhr) unter dem Titel „Auge um Auge“ im Ersten ausgestrahlt.

Zur gleichen Zeit gibt der Abteilungsleiter seiner Versicherung im schicken City-Büro Anweisung, den um seinen Anspruch kämpfenden Kunden Böhlert weiter hinzuhalten. „Sie wissen ja, Zeit ist unsere wichtigste Mitarbeiterin“, frotzelt er - und lacht selbstgefällig ins Telefon. Nur Sekunden später ist er tot: nach drei gezielten Schüssen vom Hochhausdach. „Ein Scharfschütze in der Versicherung“, witzelt Kommissariatschef Peter Michael Schnabel (Martin Brambach).

Ein Geflecht aus Intrigen und Firmenpolitik

Er und die Hauptkommissarinnen Henni Sieland (Alwara Höfels) und Karin Gorniak (Karin Hanczewski) geraten in ein Geflecht aus Intrigen und knallharter Firmenpolitik. Betrug, Eifersucht, Machtstreben, die Motivlage ist so breit wie das Portfolio der Verdächtigen. Es geht um Mobbing am Arbeitsplatz, enttäuschte Versicherte, um Positionen und Aufstieg, Gerechtigkeit und Rache. Dabei hat die Kripo den wahren Täter lange nicht auf dem Schirm.

Drehbuchautor Ralf Husmann hat ein Zeitungsartikel inspiriert, der die im Film gezeigte Entwicklung skizzierte. Die Leute vertrauten darauf, dass ihnen mit einer Versicherung nichts passieren kann. Aber auch die handelten nach der Maxime: so spät und so wenig wie möglich zahlen. Das könne Betroffene im Einzelfall die Existenz kosten. „Das fand ich, ist eine gute Grundlage für einen Krimi.“

Betrüger im Großraumbüro

Und Husmann gefiel die Idee, „Verunsicherung in eine Versicherung zu bringen“. Sein dritter Dresden-„Tatort“ zeige, dass Betrüger auch im Großraumbüro sitzen könnten. Das Format „Tatort“ bilde ja auch Zeitgeschehen ab und gesellschaftlich relevante Themen. Und die Dresdner Fälle bewegten sich in einem Umfeld, wo politisch etwas passiere. „Das ist besonders spannend.“

Davon sieht man im Fernsehen aber so gut wie nichts mehr. Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) hat die anfangs zitierte Szene mit dem lebensmüden Harald gleich zweimal bearbeitet und schließlich alle Hinweise auf die rechte Gesinnung der jungen Männer, die ihn vom Selbstmord abhalten, entfernt, die zuvor zu sehen waren.

„Vor den Konzernen steht keiner“

Mit Verbrechern im Anzug wird abgerechnet. „Die Leute stehen an der falschen Stelle, vor Flüchtlingsheimen“, sagt eine Aktivistin. „Bei Versicherungen, Banken und Konzernen, wo die Wut hingehört, steht keiner.“

Höfels hält die Auseinandersetzung mit aktuellen Themen für unumgänglich. „Der Tatort meint Verantwortung“, zitiert sie das Presseheft. Reale Bilder der Gesellschaft zu zeichnen, eine gesellschaftspolitische Haltung und Vision zu vertreten, sei die große Chance dieses Formats. Ihr Engagement für Flüchtlinge - sie verschenkt den ausgemusterten Computer vom Chef an eine Syrerin - stößt nicht nur auf Beifall.

Emotionaler als bisher

Schnabel spricht von „Entwendung von Staatseigentum“, von Verlust von Recht und Ordnung, Sieland attestiert ihm, „in allem, was neu und fremd ist, ‚ne Verschlechterung“ zu sehen. Auch dabei stehen die beiden wesensverschiedenen Kommissarinnen zusammen. Sie haben an Kratzbürstigkeit verloren und sind emotionaler als bisher. „Ich habe die beiden Frauen etwas weiblicher, widersprüchlicher gemacht“, sagt Regisseurin Franziska Meletzky.

Auch am Tatort knistert es, ein Verdächtiger gilt als Womanizer. Ein Projektil in der Hauspost und Todesanzeigen für Mitarbeiter im Intranet aber sorgen für Angst und Aufregung - bis zum nächtlichen Showdown am Tatort, zwischen Glas und Stahl.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Winterwetter

Wann schneit es wieder? Drei Antworten zum Schnee.

DORTMUND Mit dem Schnee werden viele Eltern auch eiskalt von den Fragen der Kinder erwischt: Wie groß können Schneeflocken eigentlich werden? Wieso ist es so leise, wenn es schneit? Die Antworten sind gar nicht so einfach.mehr...

„Tatort“: Dunkle Zeit

Sonntags-Krimi im Sammelbecken rechter Kräfte

Berlin Der Rechtspopulismus in Deutschland ist Thema eines packenden „Tatort“-Falls. In „Dunkle Zeit“ ermitteln die Bundespolizisten Falke und Grosz am Sonntag um 20.15 Uhr im Umfeld einer scharfzüngigen Parteivorsitzenden. Besonders brisant ist, dass es durchaus Parallelen zur Wirklichkeit gibt.mehr...

Zurück in die 90er

Verrückte Boyband-Revue kommt nach Dortmund

DORTMUND Boybands – das ist das wohl schillerndste Musik-Phänomen der 90er-Jahre. Und das polarisierendste. Der eine steckt die Backstreet Boys und *NSYNC milde lächelnd in die Trash-Schublade, der andere singt voller Inbrunst alle Songs mit, kann selbst die Choreografien in- und auswendig. Thomas Hermanns Revue „Boybands Forever“ geht dem Phänomen auf den Grund, entfacht Nostalgie und macht einfach Spaß. Am 6. März ist sie im Konzerthaus Dortmund zu erleben.mehr...

Brand auf Schrottplatz

Feuerwehr musste in Recklinghausen hunderte Autos löschen

RECKLINGHAUSEN Ein Großfeuer zerstört im Ruhrgebiet Hunderte Schrottautos. Mehrere Löschzüge sind die ganze Nacht im Einsatz. Mit schwerem Gerät werden die verkohlten Fahrzeuge auseinandergezogen. Dabei ist ein noch nicht festzulegender, aber sehr hoher Schaden entstanden.mehr...

Interview

Feuerwerk der Turnkunst in der Westfalenhalle

Dortmund Seit mittlerweile mehr als 30 Jahren bittet der Deutsche Turnerbund jährlich zum „Feuerwerk der Turnkunst“ in große deutsche Hallen. Zum zehnten Mal ist im Januar kommenden Jahres die Dortmunder Westfalenhalle dabei. Was sich ein bisschen altbacken anhört, ist eine spektakuläre Show. Von Beginn an hat Heidi Aguilar sie inszeniert. Ein Gespräch über Sport und Show und die Show des Sports.mehr...

Konzert in Köln

One Ok Rock rockten in ausverkaufter Live Music Hall

KÖLN Vor rund 1200 Fans rockte die japanische Rock Band One Ok Rock im Rahmen ihres ersten rein englisch-sprachigen Albums „Ambitions“ die Live Music Hall in Köln. Ihre Fans sind gekommen, um zu tanzen, mitzusingen, mitzuklatschen und zu springen. Wir haben viele Fotos gemacht.mehr...