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Eine gute Mutter

Berlin. Kinder sind eine Herausforderung. Und gerade Mütter fühlen sich oft zwischen eigenen Ansprüchen und Rollenerwartungen hin- und hergerissen. Nicht immer lässt sich das zusammenbringen. Auch darum geht es im TV-Drama „Eine gute Mutter“.

Eine gute Mutter

Mona (M., Petra Schmidt-Schaller) möchte ihren Kindern (gespielt von Juri Winkler und Lisa Marie Trense) eine „gute Mutter“ sein. Foto: Marion von der Mehden

Wenn eine Frau gleich zu Beginn des Filmes behauptet, eine gute Mutter zu sein, ist wohl davon auszugehen, dass sie das nicht ist. Oder doch? Im TV-Drama „Eine gute Mutter“ spielt diese Frage eine wichtige Rolle. Es ist an diesem Mittwoch (1. November) um 20.15 Uhr im Ersten zu sehen.

Mona Doermer (Petra Schmidt-Schaller) hat viel Fantasie. Während einer Busfahrt erzählt sie einer älteren Dame, dass ihre Mutter gestorben und sie nun auf dem Weg zu ihrer Beerdigung sei. Währenddessen haben ihre beiden Kinder Danny (Juri Winkler) und Marlen (Lisa Marie Trense) Hunger und Durst - worauf sie sie abwimmelt: „Jetzt nicht!“. Wenig später werden sie in einem Café an der Ostsee mit riesigen Eismengen vollgestopft, während die Mama etwas von einem verzauberten Ort erzählt.

In einem Hotel vermietet ihnen Benno Haferkamp (Axel Milberg) ein Zimmer - und beobachtet sie heimlich durch einen Lüftungsschlitz. Mona ist psychisch labil, raucht viel, nimmt Tabletten. Einen Vater gibt es offensichtlich nicht, ihre beiden Kinder sind für ihr Alter schon ziemlich reif.

Als die sechsjährige Marlen plötzlich verschwindet, macht sich Kommissarin Greta Burmeester (Mina Tander) mit ihrem Kollegen Sven (Marek Harloff) auf die Suche. Greta ist schwanger, will weg aus dem kleinen Küstendorf und stellt ihren Freund Ole (Lucas Prisor) vor vollendete Tatsachen: „Ich gehe nach Berlin“. Sie hat außerdem mit ihrer leicht verwirrten Mutter Elsbeth (einfach klasse: Judy Winter) zu tun, die glaubt, eine Wikingerfrau zu sein - und auch so aussieht. Und Monas Mutter Judith (eiskalt: Jenny Elvers) ist gar nicht tot.

Die Regisseurin Claudia Garde (50, „Das Glück der anderen“, ZDF) hat ihren Film nach einem Buch von Christian Jeltsch gedreht, im Ostseebad Dahme. Sie erzählt klar, deutlich und sehr einfühlsam die tieftraurige Geschichte von einer Frau, die ihrer Rolle als Mutter schlichtweg nicht gewachsen ist.

„Es gibt die Erwartung an Mütter, dass sie alles, was zum Muttersein dazugehört, sofort perfekt beherrschen sollen. Aber genau das funktioniert manchmal einfach nicht“, zitiert das Erste den Drehbuchautor. „Ich wollte diesem Anspruch der Gesellschaft an die perfekte Mutter etwas entgegensetzen, was meiner Meinung nach sehr aus dem Leben gegriffen ist: dass man überfordert sein kann als Mutter, auch wenn man seine Kinder sehr liebt und alles richtig machen möchte.“

Petra Schmidt-Schaller (37), die in „Ich war eine glückliche Frau“ gerade im Ersten zu sehen war, spielt diese emotionale Frau, die im Grunde voller Lebenslust steckt und dennoch dem Leben nicht gewachsen ist, sehr provokant, mit einer Mischung aus Exaltiertheit und Impulsivität. Doch sie wird immer wieder vor ihrer Verantwortung davonlaufen. Auch Mina Tander (38, „Der Sohn“, Das Erste) überzeugt in ihrer Rolle als werdende Mutter und mutige Polizistin, wobei sie am Ende eine beachtliche Wandlung vollzogen hat. Sie immerhin versucht, ihre innere Einsamkeit zu überwinden und ihre Entscheidungen zu überdenken.

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