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England und DFB-Team ehren Kriegsgefallene

London. Die Nationalmannschaften von England und Deutschland wollen im Länderspiel am Freitag ein gemeinsames Zeichen setzen. Beide Teams laufen mit „Poppy“-Armbinden auf, um an Kriegsopfer zu erinnern.

England und DFB-Team ehren Kriegsgefallene

Die englische und die deutsche Fußball-Nationalmannschaft werden beim Freundschaftsspiel mit „Poppy“-Armbinden auflaufen. Foto: Andy Rain

Mit einer starken Geste wollen England und Deutschland am Freitag beim Fußball-Länderspiel in London ihre Solidarität zum Ausdruck bringen.

Wie der englische Fußball-Verband FA und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bekanntgaben, werden beide Teams im Wembley-Stadion mit „Poppy“-Armbinden auflaufen und so gemeinsam an die in Kriegen gefallenen Soldaten erinnern.

Die rote Klatschmohnblüte tragen viele Briten traditionell rund um den Remembrance Day, der am kommenden Sonntag begangen wird, an ihrer Kleidung. Sie erinnern damit auch an den Waffenstillstand im Ersten Weltkrieg.

Dass auch Deutschland mit „Poppy“-Symbol aufläuft, kommt beim Gegner gut an. „Wir bedanken uns beim DFB, dass er zugestimmt hat, die Klatschmohnblüte beim Spiel zu tragen, um zu dieser wichtigen Zeit Solidarität und Einheit zu zeigen“, erklärte der FA-Vorsitzende Martin Glenn.

Oliver Bierhoff begrüßte die Entscheidung. „Es ist eine Erinnerung an die Kriegsopfer des Ersten und Zweiten Weltkrieges. Für uns ist es eine Zeichen, dass junge Spieler deutlich machen, dass das nicht mehr passieren darf“, sagte der DFB-Teammanager über die für den deutschen Fußball bislang einmalige Aktion.

DFB-Präsident Reinhard Grindel betonte, er habe das Anliegen sofort befürwortet. „Hierbei geht es nicht um politische Propaganda“, betonte Grindel. Das Symbol der roten Mohnblume stehe „für die Werte, die während beider Weltkriege mit Stiefeln getreten wurden, die wir aber heute im Fußball hochhalten wollen: Respekt, Toleranz und Menschlichkeit.“

Noch vor einem Jahr hatte der Weltverband FIFA die „Poppies“ als politisches Symbol eingestuft und das Tragen bei Fußballspielen untersagt. Weil sich die Verbände von England, Schottland, Wales und Nordirland damals widersetzten und Spieler ihrer Nationalteams trotzdem die Mohnblüte bei WM-Qualifikationsspielen trugen, wurden sie mit Geldstrafen belegt. Dafür hatte es in Großbritannien scharfe Kritik gegeben. Die britische Premierministerin Theresa May bezeichnete das Verbot als „absolut empörend“.

Dass die FIFA die Armbinden mit dem Symbol neuerdings erlaubt, liegt an einem neuen Leitfaden, den die Regelhüter des International Football Association Board (IFAB) im September an alle Fußball-Verbände verschickt und damit für Klarheit gesorgt haben. Das Regelwerk lässt laut IFAB-Boss Lukas Brud „weniger Spielraum für Interpretationen“, was die FIFA zu einer Neubewertung der Mohnblüte veranlasste. Eine Voraussetzung für das Tragen ist, dass der Gegner sein Einverständnis gibt.

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