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Ex-Schwager erstochen: Angeklagter spricht von Notwehr

Hagen. Ein 60-jähriger Mann ersticht auf offener Straße seinen Ex-Schwager. Die Staatsanwaltschaft klagt ihn wegen Totschlags an. Doch vor Gericht schildert der Angeklagte eine Notwehr-Version.

Ein 60 Jahre alter Mann hat Mitte Mai in Hagen seinen früheren Schwager getötet. Das Opfer starb auf offener Straße an den Folgen von 24 Messerstichen. Zum Auftakt des Totschlagsprozesses am Landgericht Hagen hat der Angeklagte die Tat zugegeben. Allerdings will der Mann die tödlichen Stiche aus Notwehr gesetzt haben. Sein Ex-Schwager habe ihn urplötzlich mit Schlägen attackiert, hieß es am Dienstag. Da habe er sich nicht mehr anders zu helfen gewusst.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 60-Jährige den Bruder seiner Ex-Frau besucht hat, um diesen zu bitten, ein gutes Wort für ihn einzulegen. Der Angeklagte habe die Trennung rückgängig machen wollen und dabei auf die Unterstützung seines früheren Schwagers gehofft. Das spätere Opfer soll in dem Gespräch sogar Sympathien für den Angeklagten gezeigt haben. Gleichzeitig machte er aber laut Anklage deutlich, dass er sich nicht in die Angelegenheiten seiner Schwester einmischen wolle.

Nach dem Gespräch hatte der 60-Jährige zusammen mit seinem Ex-Schwager die Wohnung verlassen. Warum es anschließend vor der Tür zum Streit kam, ist unklar. Das Gericht hat für den Prozess insgesamt acht Verhandlungstage bis zum 20. Dezember angesetzt. 

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