Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige
Anzeige

Expertin: Einsatz von Schulhunden mindert Aggression

Tübingen. Schulhunde sollen das Sozialverhalten von Kindern verbessern. Immer öfter sind daher Tiere an der Schule dabei.

Expertin: Einsatz von Schulhunden mindert Aggression

Die Schüler der 6c der Gemeinschaftsschule West in Tübingen arbeiten ausgesprochen ruhig. Ein Grund dafür ist Schulhündin Naya. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Hunde können in der Schule positiv auf Kinder wirken - wenn sie richtig eingesetzt werden. Immer wieder gibt es daher Projekte mit Tieren im Klassenzimmer. Die Vorsitzende der Internationalen Gesellschaft für tiergestützte Therapie, Andrea Beetz, kritisiert jedoch, dass Standards fehlen.

Frau Beetz, warum wirkt ein Hund positiv auf Schulkinder, wenn er mit im Klassenzimmer ist?

Andrea Beetz: Aufgrund unserer evolutionär bedingten, unbewussten Aufmerksamkeit für Tiere in unserer Umgebung, können ruhige, entspannte Hunde zu einer psychischen und körperlichen Entspannung beitragen. Beim direkten Körperkontakt über Streicheln, werden zudem Hormone ausgeschüttet, wie Oxytozin, die Stress abpuffern, Vertrauen fördern und Aggression mindern. All das kann sich positiv auf Lernvoraussetzungen auswirken. Gelernt werden muss aber immer noch - mit einer Lehrkraft, die einen guten Bezug zu den Schülern herstellen kann.

Nimmt die Zahl der Schulhunde zu?

Andrea Beetz: Der Einsatz von Schulhunden nimmt zu - positive Effekte sprechen sich herum, die Schüler lieben es meistens, einen Schulhund zu haben. Aber es gibt auch Kritisches zu berichten - immer mehr ungeeignete Hunde mit nicht extra dafür qualifizierten Lehrkräften sind in Schulen anzutreffen. Dabei ist der Hund leider oft recht gestresst. Das ist eine gefährliche Praxis, die Unfälle begünstigt. Die International Society for Animal Assisted Therapy erarbeitet gerade Standards für die Ausbildung in Theorie und Praxis. 

Sagt der zunehmende Einsatz von Schulhunden auch etwas über die Schüler aus?

Andrea Beetz: Der Einsatz von Schulhunden hat möglicherweise auch damit zu tun, dass die Lehrer immer mehr Erziehungsaufgaben erledigen müssen, weil es zuhause nicht mehr zum Erlernen normalen Sozialverhaltens kommt. Und gerade hier setzt ja ein Schulhund an: Er fördert Konzentration, positives Sozialverhalten, Motivation, und so weiter - also die Grundlagen für erfolgreiches Lernen. Eine gute Lehrkraft kann dies auch ohne Hund fördern - und das muss sie ja auch an Tagen ohne Schulhund, denn der Hund sollte maximal zwei bis drei Tage pro Woche dabei sein.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Beruf und Bildung

Master in Smart City Solutions oder Sport-Management

Für welches Studium entscheide ich mich? Gleich zwei komplett englischsprachige neue Master-Studiengänge werden zukünftig angeboten. Oder doch lieber als Sport-Manager eine Karriere starten?mehr...

Wie werde ich...?

Wie werde ich Restaurantfachfrau/mann?

Berlin. Harte Arbeit zu unmöglichen Zeiten, dabei stets freundlich bleiben und den Gast möglichst gut beraten: Ein Zuckerschlecken ist die Arbeit von Restaurantfachleuten nicht. Abwechslung gibt es dafür genug - und Karrieremöglichkeiten auch.mehr...

Beruf und Bildung

Studienabbrecher können in manchen Branchen Trainee werden

Bochum. Ein guter Studienabschluss öffnet Türen, so sagte man früher. Doch stimmt diese Aussage auch heute noch? Haben Studienabbrecher immer schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt?mehr...

Beruf und Bildung

Für Projekt „Ausbildung Weltweit“ bis Mitte Februar bewerben

Nürnberg. Nicht nur Studenten, auch Azubis möchten Auslandserfahrungen sammeln. Der Traum muss nicht unerfüllt bleiben. Das Projekt „Ausbildung Weltweit“ unterstützt sie dabei.mehr...

Beruf und Bildung

Weiterbildung für Mitarbeiter oft mit digitalen Methoden

Köln. Deutsche Unternehmer engagieren sich für die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Neben klassischen Methoden werden inzwischen auch die digitalen Möglichkeiten rege genutzt. Das geht aus einer Studie hervor.mehr...

Beruf und Bildung

Zulassungsbeschränkungen in Deutschland weiter rückläufig

Hamburg. Nach wie vor beschränken einige deutsche Hochschulen den Zugang zu bestimmten Studienfächern. Doch die Zahl der limitierten Studienangebote sinkt. Das zeigen Zahlen der Hochschulrektorenkonferenz.mehr...