Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige
Anzeige

Facebook verschärft Vorgaben für Werbung

Menlo Park. Anzeigen von russischen Propaganda-Organisationen im US-Wahlkampf, diskriminierende Werbung bei Wohnungsanzeigen: Die Werbe-Plattform von Facebook steht in der Kritik. Nun gelobt Facebook Besserung und verspricht den Anwendern: „Wir verkaufen keine Daten von dir“.

Facebook verschärft Vorgaben für Werbung

Durch verschärfte Werberichtlinien will Facebook künftig politische Propaganda auf seiner Plattform verhindern. Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Facebook will sein Werbesystem reformieren, um künftig die Anwender besser vor die Diffamierung, Betrug und Spam zu schützen. Das kündigteFacebook-Manager Rob Goldman an.

Schon jetzt seien in den Gemeinschaftsstandards Hassrede, Beleidigungen, Einschüchterung und sonstiges verletzendes Verhalten verboten. Facebook werde viele „Werbeanzeigen proaktiv mit automatisierten und manuellen Tools“ überprüfen. Außerdem werde Facebook aktiv, „wenn Nutzer Anzeigen verbergen, blockieren oder als beleidigend oder anstößig markieren“. Ziel sei es, „jegliche Inhalte zu entfernen, die gegen unsere Richtlinien verstoßen - ohne dabei die öffentliche Debatte zu zensieren“.

Das weltgrößte soziale Netzwerk reagiert mit der Verschärfung der Werberichtlinien auf scharfe öffentliche Kritik. Zum einen steht Facebook unter Beschuss, weil russische Propaganda-Organisationen sich mit Werbeanzeigen in den US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 einmischen konnten. Außerdem wird Facebook vorgeworfen, immer wieder diskriminierende Anzeigen zu akzeptieren. Zuletzt hatte „ProPublica“ herausgefunden, dass auf der Plattform Anzeigen geschaltet werden können, die bestimmte Bevölkerungsgruppen ausschließen. Die Organisation hatte Dutzende US-Wohnungsinserate bei Facebook in Auftrag gegeben, die bestimmten Nutzern nicht gezeigt werden sollten - beispielsweise Afroamerikanern, Juden oder Menschen, die sich für Rollstuhlrampen interessieren. In den USA ist diskriminierende Werbung in den Bereichen Kredit-, Wohnungs- und Stellenmarkt illegal.

Facebook räumte ein, man habe mit der Annahme der Anzeigen gegen die eigenen Richtlinien verstoßen. „Es handelte sich um einen Fehler bei der Umsetzung und wir sind enttäuscht darüber, dass wir unsere Vorgaben nicht erreichen konnten.“

Um die Ziele künftig besser zu erreichen, will Facebook künstliche Intelligenz und Maschinenlernen „in einem Maßstab einsetzen, der einzigartig für die digitale Werbebranche“ sei.

In dem Blog-Eintrag trat Goldman auch der gängigen Einschätzung entgegen, Facebook gebe persönliche Daten der Nutzer an Dritte weiter. „Wir verkaufen keine persönlichen Informationen wie Namen, Facebook-Beiträge (Fotos, Videos, etc.), E-Mail-Adressen oder Telefonnummern. An niemanden.“ Datenschutz sei zentraler Bestandteil bei der Entwicklung der Facebook-Werbesysteme. So können man den Anwendern relevante und nützliche Werbung zeigen, ohne dass die Werbekunden etwas über die Nutzer erfahren.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Digitales

Teamviewer unsicher: Auto-Update aktivieren

Berlin. Mit Fernwartungs-Softwares wie Teamviewer können andere auf den eigenen Rechner zugreifen, um zum Beispiel Hilfe zu leisten. Dieser praktische Support kann aber auch missbraucht werden. Jetzt wird vor einer Sicherheitslücke gewarnt.mehr...

Digitales

Welche Daten soziale Netzwerke sammeln

Berlin. Die großen Internetdienste werden oft als Datenkraken bezeichnet - weil sie meist tatsächlich viele Informationen sammeln, etwa um personalisierte Werbung anzeigen zu können. Wie genau die Dienste den Nutzer kennen, kann überraschen.mehr...

Digitales

Verein iRights informiert über Algorithmen und KI

Berlin. Apps, die Zugriffsrechte verlangen, Suchmaschinen oder Chatprogramme, die Daten sammeln, und Soziale Medien, die Filterblasen erzeugen - davon haben die meisten schon einmal gehört. Doch die wenigsten wissen, was da genau passiert. Der Verein iRights will das ändern.mehr...

Digitales

Netflix will Zuschauer Handlungen mitbestimmen lassen

Berlin. Der Online-Videodienst Netflix denkt darüber nach, wie er die Personalisierung auf die Spitze treiben kann. Eine Möglichkeit für die Zukunft wären unterschiedliche Versionen von Sendungen, die Zuschauern je nach ihrem Geschmack eingespielt werden könnten.mehr...

Digitales

Mitmach-Wörterbuch für die Gebärdensprache

Die Gebärdensprache ist wie eine Fremdesprache - jeder kann sie lernen. Videos helfen dabei, sich mit Gehörlosen zu verständigen. Auf einer Webseite kann man sich über 4000 Begriffe ansehen.mehr...