Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige
Anzeige

Fernreise verkürzt sich um zwei Tage: Rücktritt möglich

Köln. Kurz vor einer Fernreise wird der Rückflug geändert, und der Urlaub ist plötzlich nur noch acht Tage lang. Die weite Reise lohnt sich kaum noch. Das Landgericht Köln sah das auch so und entschied im Sinne zweier Klägerinnen.

Fernreise verkürzt sich um zwei Tage: Rücktritt möglich

Kurz vor der Reise Rückflug geändert: Verkürzt sich eine Fernreise, können Urlauber vom Vertrag zurücktreten. Foto: Ralf Hirschberger/dpa

Wenn sich eine zehntägige Fernreise wegen einer Flugänderung um zwei Tage verkürzt, kann der Urlauber kostenlos vom Vertrag zurücktreten. Der Erholungswert der Reise sei in erheblichem Maße beeinträchtigt, urteilte das Landgericht Köln (Az.: 138 C 569/15) in einem Fall.

Auch eine Entschädigung wegen nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit ist angemessen. Über das Urteil berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift „ReiseRecht aktuell“.

Zwei Frauen hatten eine zehntägige Pauschalreise auf die Malediven gebucht. Rund drei Wochen vor der Reise wurde der Rückflug gestrichen, so dass die Klägerinnen zwei Tage früher hätten zurückfliegen müssen. Außerdem wurde auf dem Hinflug ein Zwischenstopp nötig.

Die Frauen kündigten daraufhin den Reisevertrag. Zudem forderten sie eine Entschädigung in Höhe von 50 Prozent des Reisepreises, der insgesamt 6622 Euro betrug. Und sie buchten bei einem anderen Veranstalter eine Ersatzreise.

Der kostenlose Reiserücktritt war rechtens. Das Amtsgericht hatte den Frauen zudem jeweils 275 Euro als Entschädigung zugesprochen. Das Landgericht hielt jedoch 30 Prozent für angemessen, also jeweils 993,30 Euro - nicht aber 50 Prozent. Denn die Frauen hätten immer noch acht Tage der Reise durchführen können. Dass die Klägerinnen eine Ersatzreise gebucht hatten, stehen dem Entschädigungsanspruch nicht entgegen.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Anspruch auf Entschädigung

Nach Wintereinbruch: Wann bekommen Reisende ihr Geld zurück?

Berlin. Wartende Passagiere an vielen Bahnhöfen und Flughäfen: Der jüngste Wintereinbruch hatte etliche Ausfälle und Verspätungen von Zügen und Flügen zur Folge. Wer hat Anspruch auf Entschädigung - und wer nicht?mehr...

Recht auf Reisen

Kreuzfahrt abgesagt: Schadenersatz für Urlaubsvertretung?

Rostock. Wenn die Reederei eine Kreuzfahrt absagt, ist das schon unerfreulich genug. Der Reisepreis wird dann in aller Regel erstattet. Doch was ist mit der Urlaubsvertretung, die man extra organisiert hat?mehr...

Recht auf Reisen

Kostbare Urlaubszeit: Entschädigung für falsches Hotel

Karlsruhe. Drei Tage in einem anderen Hotel - in einem Zimmer ohne Meerblick, aber mit Ekelfaktor. Das kann einem die Reise vermiesen, meint eine Familie und pocht auf Entschädigung. Zu Recht, entscheidet der BGH.mehr...

Recht auf Reisen

Zubringer verspätet sich: Entschädigung möglich

Hannover. Manchmal bleibt Reisenden am Flughafen nicht viel Zeit zum Umsteigen. Verspätet sich auch noch die Zubringer-Maschine, verpasst man den Anschlussflug. Welche Rechte Betroffene dann haben, zeigt ein Urteil.mehr...

Recht auf Reisen

Kuwait Airways darf israelischen Staatsbürger abweisen

Frankfurt/Main. Gesetzestreue oder Diskriminierung? Nach einem Urteil des Frankfurter Landgerichts darf sich die Fluggesellschaft Kuwait Airways weigern, einen israelischen Staatsbürger zu befördern. Der Anwalt des Klägers ist schockiert.mehr...

Recht auf Reisen

Flugzeuge touchieren sich: Entschädigung bei Annullierung

Nürtingen. Äußert selten, aber nicht unmöglich: Zwei Flugzeuge schrammen bei der Fahrt auf dem Rollfeld aneinander vorbei. Ein Flug muss annulliert werden. Was bedeutet das für die Passagiere?mehr...