Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige
Anzeige

Fernseher aus zweiter Hand: Darauf kommt es an

Berlin. Der alte Fernseher ist kaputt, veraltet oder viel zu klein - Ersatz muss her. Aber der neue Fernseher muss nicht immer auch wirklich neu sein, oder? Kann man mit Gebrauchtgeräten sparen, oder lohnt sich eher etwas ältere Neuware? Eine Abwägung.

Fernseher aus zweiter Hand: Darauf kommt es an

Die neueste Technik bekommt man auf dem Markt für Gebrauchtfernseher eher selten. Nutzer von DVB-T2 sollten etwa auf passende Empfangsmodule achten, sonst wird noch Geld für einen externen Empfänger fällig. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Neu oder gebraucht? Diese Frage beschäftigt nicht nur Autokäufer. Auch bei der Suche nach einem neuen Fernseher kann ein Blick auf den Gebrauchtmarkt lohnen. Mit einigen Einschränkungen versteht sich - denn die neuesten technischen Tricks beherrschen die Gebrauchten meist nicht.

„Damit ein gebrauchter Fernseher sich lohnt, muss das Angebot wirklich ein Preishammer sein“, sagt Andreas Nolde vom Technikmagazin „Chip“. „Einen Fernseher, der vier Jahre oder noch älter ist, würde ich nicht mehr kaufen.“

Denn während die alten Röhrenfernseher gut und gerne mal 15 Jahre liefen, sind moderne Modelle laut Nolde nur noch auf eine Laufzeit von ungefähr 8 Jahren ausgelegt. Außerdem habe sich technisch einiges getan: „Viele Fehler, die ältere Geräte noch haben, wurden in den vergangen Jahren behoben. Gerade Smart-TVs haben sich wahnsinnig entwickelt.“

Doch die rasche Entwicklung ist ein Vorteil für den Gebrauchtmarkt: „Durch den schnellen Wechsel von HD-Ready über Full-HD und 4k zu 4k mit HDR kaufen sich viele Leute schon nach kurzer Zeit einen neuen Fernseher“, sagt er. Deshalb sind gute und relativ aktuelle Geräte manchmal auch gebraucht erhältlich.

Trotzdem sollten Käufer immer prüfen, ob das gebrauchte Gerät für sie geeignet sei. „Für Nutzer von DVB-T2 wird das zum Beispiel schwierig“, erklärt der Technikexperte. Älteren Geräten fehlen die dafür nötigen Empfänger. Die haben erst Fernsehern ab dem Modelljahr 2016, die es gebraucht erst selten gibt. Solche Schnäppchen können also Folgekosten haben.

Auch wer Apps für Streamingdienste auf dem Fernseher nutzen will, darf kein zu altes Gerät kaufen. Populäre Dienste wie Netflix, Youtube oder Amazon Prime Video unterstützen viele ältere Modelle nicht mehr, erklärt Jenny Braune von der Stiftung Warentest.

Doch neben diesen technischen Besonderheiten muss der Fernseher natürlich vor allem eines: funktionieren. Ungesehen sollte ein gebrauchter Fernseher deswegen nicht gekauft werden. Andreas Nolde rät, auf Pixelfehler des Displays zu achten und auf guten Ton. „Auch die Fernbedienung sollte man sich vom Verkäufer zeigen lassen und ausprobieren, ob alle Tasten funktionieren.“

Natürlich gilt für gebrauchte Fernseher auch, was für neue Geräte gilt. So rät die Stiftung Warentest, beim Kauf eines TVs auf die Bildqualität zu achten: Das Bild sollte ausreichend hell und kontrastreich sein, ohne dass die Regler auf das Maximum eingestellt sein. Für Familien ist im Gegensatz zu Singles interessant, ob das Bild von verschiedenen Blickwinkeln aus gut ist. Ob schnelle Bewegungen von Display gut abgebildet werden, kann man etwa testen, indem ein Nachrichtensender eingestellt wird. Ruckelt die Laufschrift im Bild, könnte das ein Grund gegen den Kauf sein.

Neben diesen technischen Aspekten sollten Interessierte beim Fernsehkauf auch auf Rechtliches achten: Während Käufer von Neuware gesetzlich gut abgesichert sind, hat man beim Erwerb von gebrauchter Ware generell weniger Rechte, erklärt Julia Rehberg von der Verbraucherzentrale Hamburg. Wichtig sei es deshalb, auf die Gewährleistung zu achten. „Händler können die Gewährleistung bei gebrauchten Jahren auf ein Jahr reduzieren.“ Private Verkäufer schließen eine Gewährleistung oder Haftung meist aus.

Aus Umwelt-Sicht hält Tristan Jorde von der Verbraucherzentrale Hamburg den Kauf gebrauchter Geräte immer für sinnvoll. „Es ist doch ein eingeredetes Bedürfnis, dass manche Leute sich alle paar Jahre einen neuen Fernseher kaufen“, sagt er.

Auch die vermeintlich verbesserte Energieeffizienz von neuen Geräten sei wenig wert, findet er: „Diese Effizienz wird durch immer neue Zusatzleistungen wieder wett gemacht.“ Statt eines Neukaufs sollte man alte Geräte so lange wie möglich nutzen, bei Defekten reparieren lassen und im Zweifelsfall einen gebrauchten Fernseher erwerben.

Aus technischer Sicht, so resümiert Andreas Nolde, lohne sich ein gebrauchter Fernseher nur, wenn man eines sucht: „Viel Bildschirmdiagonale für wenig Geld.“ Wer sehr hohe Ansprüche an sein Gerät hat und technisch möglichst aktuell sein möchte, sollte eher auf etwas ältere Neuware zurückgreifen. „Bei Fernsehern gibt es einen krassen Preisverfall. Erst im letzten Jahr erschienene Geräte werden einem heute von den großen Elektronikhändlern quasi nachgeworfen.“

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Digitales

Apple bringt leistungsstarke Pro-Ausgabe des iMac

Cupertino. Der Mac Pro kommt wieder auf den Markt. Für die Neuauflage hat ihn Apple mit einigen Extras ausgestattet. Damit soll der All-in-one-Rechner vor allem Grafik- und Filmspezialisten zufriedenstellen.mehr...

Digitales

Modernen Smartphones und Kopfhörern fehlt die Klinke

Erlangen. Klinke? Lightning? USB-C? Bluetooth? Wer heute einen Kopfhörer für sein Smartphone kauft, muss sich neben Hersteller, Design und Klang auch noch mit der Frage beschäftigen, ob und welchen Anschluss das gute Stück denn haben darf. Modern ist hier nicht immer erste Wahl.mehr...

Digitales

Sicherheits-Update für iCloud unter Windows installieren

Bonn. Es ist der Alptraum aller User von Cloud-Diensten: Menschen mit bösen Absichten finden eine Sicherheitslücke und gelangen in den Besitz sensibler privater Daten. Um dies auszuschließen, hält Apple ein Software-Update bereit.mehr...

Digitales

„Life is strange“ kommt auf iPad und iPhone

Hamburg. Was ist passiert? In „Life is strange“ sammelt die junge Max Spuren auf der Suche nach einer verschwundenen Schulfreundin. Das Episoden-Abenteuer gibt es nun auch für iOS-Geräte.mehr...

Digitales

Spiele-Charts: Von digitalen Wimmelbildern und Highscores

Auf die Suche, fertig, los: Auf dem iPad wird gerade gesucht und gesucht. Denn das Wimmelbildspiel „Hidden Folks“ verzaubert Spieler mit seinen Schwarzweiss-Zeichnungen. Es steigt neu in die App-Charts ein - und befindet sich in guter Gesellschaft mit tapferen Rittern.mehr...

Digitales

Apps-Charts: Festliche Fotografien und Bewegtbilder

Die Adventszeit ist die Zeit der festlichen Momente und besonderen Augenblicke, die man gerne auf Fotos festhält. Auch in den App-Charts macht sich das bemerkbar. So ist ein Bildbearbeitungs-Tool ganz oben mit dabei, genauso wie ein Klassiker zum Teilen von Fotos.mehr...