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Steigende Kosten

Feuchttücher verstopfen Kanalisation in NRW

ESSEN Schnell sind ein paar Wattestäbchen oder Feuchttücher die Toilette runtergespült. Doch schnell werden solche Hygieneartikel zum Problem: Vor allem feuchte Reinigungstücher in der Kanalisation verursachen enorme Kosten. Die Betreiber von Kläranlagen in NRW warnen nun vor den Kosten für die Beseitigung von Hygenieartikelnaus dem Abwasser, die auch die Bürger tragen müssen.

Feuchttücher verstopfen Kanalisation in NRW

Berge von herausgefiltertem Unrat liegen auf dem Gelände der Klärschlammbehandlung des Lippeverbandes in Hamm. In der Toilette entsorgte Feuchttücher stellen ein immer größeres Problem für die Betreiber von Kläranlagen in Nordrhein-Westfalen dar. Foto: dpa

In der Toilette entsorgte Feuchttücher werden ein immer größeres Problem für die Betreiber von Kläranlagen in Nordrhein-Westfalen. „In vielen Privathaushalten werden Feuchttücher und andere Hygieneartikel einfach die Toilette runtergespült. Das führt zu immensen Kosten bei der Instandhaltung der Anlagen und der Filterung des Abwassers“, sagte Ilias Abawi von der Emschergenossenschaft/Lippeverband der Deutschen Presse-Agentur.

Rund eine Million Euro muss der Betreiber, der das Abwasser von rund fünf Millionen Einwohnern in NRW klärt, nach eigenen Angaben nur für die Entsorgung des herausgefilterten Unrats ausgeben. Kosten, die sich unter anderem in höheren Abwassergebühren niederschlagen.

Auch der Wupperverband, in dessen Einzugsgebiet rund eine Million Menschen leben, bestätigt eine Zunahme an Feuchttüchern im Abwasser.

Problem auf europäischer Ebene angehen

Das Problem ist inzwischen so groß, dass die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) gemeinsam mit anderen Verbänden und Vertretern aus Industrie und Wissenschaft eine Expertengruppe ins Leben gerufen hat. Sie soll sich des Themas auf europäischer Ebene annehmen.

„Die zunehmende Verwendung von Feuchttüchern führt seit einiger Zeit in großem Maße zu Schwierigkeiten und muss angegangen werden“, sagte Christian Wilhelm, Fachreferent für kommunale Abwasserbehandlung beim DWA.

Ein Großteil der Feuchttücher, die im Abwasser landen, bestehen nach Angaben des DWA aus Faserstoffen, die nicht zersetzt werden können. Dadurch verstopfen sie Pumpen und Entwässerungssysteme. Vielen Verbrauchern sei das gar nicht bewusst. Neben den Feuchttüchern verursachen auch Bündel aus Haaren sowie Kondome, Binden und Tampons Probleme.

Fett in Deutschland nicht im Abwasser

Vor einigen Wochen machte ein riesiger Fettberg in London Schlagzeilen, der die Kanalisation verstopft hatte. Das 250 Meter lange Gebilde bestand aus einem Mix von gehärtetem Kochfett und sanitären Abfällen wie Feuchttüchern.

Solche Ausmaße seien in Deutschland aber nicht zu befürchten, sagte Wilhelm: „Die Entsorgung von Fetten wird in Deutschland streng kontrolliert. Davon landet kaum etwas im Abwasser.“

dpa

London. Ein monströser Fettberg verstopft einen Abwasserkanal mitten in London. Der Klumpen ist 250 Meter lang und 130 Tonnen schwer - das entspricht dem Gewicht von über zehn Doppeldeckerbussen.mehr...

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