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Anmeldungen starten bald

G8 oder G9? Viele Schulen haben noch nicht entschieden

Düsseldorf Eltern von Viertklässlern steht in NRW eine schwierige Schulwahl bevor. Denn obwohl die Anmeldungen an den Gymnasien in den kommenden Wochen starten, steht an einigen Schulen noch gar nicht fest, ob die Schüler künftig das Abitur nach 12 oder 13 Jahren machen.

G8 oder G9? Viele Schulen haben noch nicht entschieden

Ob Kinder künftig an einer G8- oder einer G9-Schule im Klassenzimmer sitzen, steht zum Teil noch gar nicht fest. Foto: picture alliance / dpa

Aktuell steht in Nordrhein-Westfalen überwiegend noch gar nicht fest, welche Gymnasien beim Turboabi bleiben oder zu G9 wechseln. Eltern- und Lehrervertreter üben scharfe Kritik: „Diese Ungewissheit ist ein Problem. Die Eltern müssen doch wissen, was auf sie und ihre Kinder zukommt“, sagte Christina Herold, Vorsitzende der Landeselternkonferenz (LEK) NRW, unserer Redaktion. Es könne passieren, dass sich Kinder, die ihr Abitur erst nach neun Jahren machen wollen, am Ende auf einer G8-Schule wiederfänden – und umgekehrt. Das sei für keine Seite zufriedenstellend.

Ähnlich äußerte sich Udo Beckmann, Vorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung NRW: „Für Eltern ist es unbefriedigend, wenn sie bei der Auswahl der möglichen Schule für ihre Kinder nicht wissen, ob die Schule zu G9 zurückkehrt oder bei G8 bleibt.“ Das mache eine Entscheidung für oder gegen ein Gymnasium schwierig. „Hier muss dringend Klarheit geschaffen werden“, so Beckmann.

Mehrheit der Eltern, Lehrer und Schüler befürwortet Rückkehr zu G9

Die unsichere Schulwahl zeigt erste Probleme bei der Rückkehr zu G9 in der Praxis auf. Die Einführung von G9 entspricht zwar dem Mehrheitswillen der Eltern, Lehrer und Schüler. Der Anteil der Eltern aber, die das Turboabi gegenüber einer Rückkehr zu G9 favorisieren, liegt Umfragen zufolge bei rund 20 Prozent. Die schwarz-gelbe Landesregierung hatte auch aus diesem Grund beschlossen, den Gymnasien die Wahl zu lassen, bei G8 zu bleiben. Voraussetzung dafür ist, dass die jeweilige Schulkonferenz dem Verbleib mit einer Zweidrittelmehrheit zustimmt. NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) geht früheren Angaben zufolge davon aus, dass am Ende über 90 Prozent der Gymnasien das Turboabi abschaffen.

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Dazu erklärte die Schulministerin gegenüber unserer Redaktion: „Wir befinden uns gerade in der Abstimmung des G9-Gesetzentwurfs, der noch im November vorgestellt werden soll. Fest steht die Leitentscheidung für G9 und die Umstellung zum Schuljahr 2019/2020.“ Schüler, die im nächsten Schuljahr an die Gymnasien wechseln und noch im alten G8 beginnen, hätten keinen Anspruch auf eine Fortsetzung des G8–Bildungsgangs.

„Eltern werden komplett im Unklaren gelassen“

Dies sei eine unschöne Nachricht für die Eltern, findet die schulpolitische Sprecherin der grünen Oppositionsfraktion im Landtag, Sigrid Beer: „So kommt keine Ruhe in die Schullandschaft.“ Wenn es eine politische Leitentscheidung für G9 gebe, müsse das auch grundsätzlich an jeder Schule gelten. „Es ist schlicht nicht vermittelbar, dass die Eltern bei einer solch wichtigen Entscheidung komplett im Unklaren gelassen werden.“

Auch Eltern-, Lehrer- und Städtevertreter sprechen sich dafür aus, G8 konsequent abzuschaffen. In einer gemeinsamen Erklärung von LEK, VBE NRW und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in NRW heißt es: „Ein Verbleib von Gymnasien im G8 lehnt die Landeselternkonferenz ab, um eine Zersplitterung der Schulsysteme in NRW und innerhalb der Gymnasien zu verhindern.“

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