Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige
Anzeige

Galileo-Dienste seit einem Jahr verfügbar

Prag. Das Satelliten-Navigationssystem Galileo soll Europa vom amerikanischen GPS unabhängig machen. Vor einem Jahr startete die ersten Dienste. Die Betreiber sind mit den Fortschritten zufrieden.

Galileo-Dienste seit einem Jahr verfügbar

Eine Ariane-5-Rakete mit vier Satelliten für das Navigationssystem Galileo hebt im Novemebr 2016 vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana in Südamerika ab. Foto: Stephane Corvaja/ESA/Archiv

Trotz kürzlicher Probleme sehen die Betreiber von Galileo das Europäische Satelliten-Navigationssystem auf Kurs: Handy-Hersteller wie Samsung, Apple und Huawei rüsteten ihre Modelle inzwischen damit aus, so Carlo des Dorides, Direktor der Aufsichtsbehörde GSA, zur Deutschen Presse-Agentur.

„Manchmal nutzen wir Galileo bereits mit unserem Smartphone, ohne es zu wissen“. Des Dorides schätzt, dass gut die Hälfte aller Smartphone-Apps auf Ortsdaten zurückgreift.

Im Sommer hatte das Satellitenprogramm mit technischen Problemen von sich reden gemacht. Es gab Schwierigkeiten mit den Atomuhren der bisher 18 im All stationierten Satelliten. Man habe es mit einer gegenüber GPS präziseren, aber neuen Technologie zu tun, räumte des Dorides ein. Neue Satelliten würden mit einer verbesserten Atomuhr ausgerüstet, bei den alten die Software aktualisiert. „Wir verstehen das Problem.“

Galileo soll Europa vom amerikanischen GPS unabhängig machen. Ein Jahr nach dem Start der ersten Dienste zeigen sich die Betreiber zufrieden: „Branchengrößen weltweit haben die Entscheidung getroffen, in Galileo zu investieren - das ist die beste Reaktion, die wir erwarten konnten“, bilanziert des Dorides.

Das ursprüngliche Konzept, für präzisere Daten von kommerziellen Nutzern Geld zu verlangen und damit das Galileo-System zu finanzieren, steht derzeit auf dem Prüfstand. „Die Idee ist, diese Daten kostenlos zur Verfügung zu stellen“, sagte des Dorides. In diesem Punkt sei aber auf EU-Ebene noch keine Entscheidung gefallen. Galileo konkurriert mit dem amerikanischen GPS, dem russischen Glonass und dem chinesischen Beidou. Nutzen Geräte mehrere dieser Dienste gleichzeitig, kann die Genauigkeit der Positionsbestimmung ohnehin erheblich gesteigert werden.

Am kommenden Dienstag startet eine Ariane-5-Rakete, um vier weitere Galileo-Satelliten in die Erdumlaufbahn zu bringen. Die Gesamtzahl von 30 Satelliten soll im Jahr 2020 erreicht werden. Galileo wird unter anderem für eCall verwendet. Das automatische Notrufsystem für Kraftfahrzeuge muss ab dem 31. März 2018 EU-weit in allen Neufahrzeugen eingebaut sein. Zudem laufen Forschungsprojekte etwa zur Ortung von Schiffbrüchigen oder Lawinenverschütteten.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Wissenschaft

Gefahr für Bienen: Verbot für bestimmte Insektizide?

Berlin. Für Landwirte wichtig, für Bienen giftig: Nach Glyphosat stehen mit den Neonicotinoiden wieder Pestizide auf dem Prüfstand. Die EU-Kommission will strengere Regeln für den Einsatz der Insektizide.mehr...

Wissenschaft

Forscher: Lebensmut und Freunde im Alter entscheidend

Nürnberg. Tägliche Bewegung, gute Beziehungen zu Freunden und Familie und eine positive Lebenseinstellung: Mit diesen Zutaten kann man nach Erkenntnissen von Forschern gut alt werden - und überraschend glücklich.mehr...

Wissenschaft

Fast vier Millionen Jahre altes Skelett präsentiert

Johannesburg. Forscher haben in Südafrika ein fast vier Millionen Jahre altes, nahezu vollständiges Skelett eines Vormenschen präsentiert. Das „Little Foot“ (kleiner Fuß) getaufte Skelett eines Australopithecus war in mühsamer Kleinarbeit zusammengesetzt worden.mehr...

Wissenschaft

Eisiger Winterwunderwald für die Wissenschaft

Hubbard Brook. Eisstürme richten in den USA regelmäßig verheerende Schäden an. Mit dem Klimawandel könnte das Phänomen häufiger werden. Mögliche Folgen untersuchen Forscher nun in New Hampshire - in einem künstlich vereisten Wald.mehr...