Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige
Anzeige

Braunkohletagebau

Gericht stoppt vorerst Rodungen im Hambacher Wald

Münster. Für die Umweltschützer war es ein Rennen gegen die Zeit: Stunde um Stunde fielen die Bäume im Hambacher Wald. Es gab Protestaktionen und auch Gewalt. Jetzt herrscht erst einmal Ruhe. Richter haben die Rodungen gestoppt. Vorerst.

Morgens hallte noch das Kreischen der Sägen durch den Hambacher Wald, Bäume fielen, die Polizei räumte Blockaden der Protestler weg - dann am Nachmittag diese überraschende Nachricht: Das Oberverwaltungsgericht Münster hat die umstrittenen Rodungen im am Braunkohletagebau Hambach vorerst gestoppt. Laut Urteil musste das Land Nordrhein-Westfalen sicherstellen, dass von Dienstag 18 Uhr an nicht mehr gefällt wird. Das Gericht will nach eigenen Angaben damit verhindern, dass bis zur einer Entscheidung über eine Beschwerde des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND/NRW) mit den Kettensägen Fakten geschaffen werden. Der Energiekonzern RWE wollte sich dazu noch äußern.

Der Rodungsstopp gelte so lange bis das Oberverwaltungsgericht über eine Beschwerde des BUND gegen einen Beschluss des Verwaltungsgerichts Köln entschieden habe. Das Verwaltungsgericht Köln hatte darin nur einem kleinen Teil des Hambacher Waldes einstweiligen Rechtsschutz gewährt. Demnach durfte der Energiekonzern RWE auf 56 Hektar vorerst nicht roden, wohl aber auf den restlichen 173 Hektar. Dagegen hatte der Bund für Umwelt und Naturschutz Nordrhein-Westfalen Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Münster eingelegt.

Seit Jahren streiten Naturschützer und Braunkohlegegner für den Erhalt des uralten Hambacher Waldes. RWE rodet den Wald, um den Braunkohleabbau im Tagebau Hambach fortsetzen zu können. Der Konflikt hatte sich in den vergangenen Jahren zugespitzt. Mit den am Montag begonnenen Rodungen sollte der Kernwald bis Ende Februar verschwinden.

Die Entscheidung des OVG gebe dem Energiekonzern RWE und dem Land Nordrhein-Westfalen einen Spielraum, noch einmal über einen Vergleichsvorschlag der Kölner Verwaltungsrichter nachzudenken, sagte BUND-Geschäftsleiter Dirk Jansen. Nach diesem Vorschlag sollte der Hambacher Wald verschont werden, die Braunkohleförderung aber weiterlaufen. RWE hielt das bergtechnisch für nicht machbar.

Jenseits der gerichtlichen Auseinandersetzung müsse Ministerpräsident Armin Laschet das Zeitfenster für eine politische Lösung nutzen, sagte auch die Vorsitzende der Landtagsfraktion der Grünen, Monika Düker. „Seine Landesregierung steht jetzt in der Verantwortung, zwischen den Parteien zu vermitteln mit dem Ziel, die Rodungen solange auszusetzen, bis eine neue Bundesregierung über den Kohleausstieg entschieden hat.“

Im Falle weiterer Rodungen befürchtet die Polizei eine Verschärfung der Gewalt im Hambacher Wald. Der Aachener Polizeipräsident Dirk Weinspach schloss am Dienstag den Einsatz von Pfefferspray und Schlagstöcken nicht aus, wenn Protestler etwa eine Polizeikette durchbrechen und damit sich und andere in Gefahr bringen würden. Unter diesem Aspekt sei der von Protestlern kritisierte Einsatz von Pfefferspray am Montag notwendig gewesen.

Die Polizei stellte nach eigenen Angaben eine Reihe an potenziellen Angriffs-Gegenständen in dem Waldgebiet sicher: „Bitumen-Bomben“, Krähenfüße, mit Nägeln präparierte Bretter und auch Christbaumkugeln gefüllt mit noch nicht analysierten chemischen Substanzen - mutmaßlich mit Reiniger, Säuren, Benzin oder anderen brennbaren Stoffen.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

NRW

Zwei Schwerverletzte nach Verpuffung auf Weihnachtsmarkt

Bonn. Auf dem Weihnachtsmarkt in Rheinbach bei Bonn sind bei der Verpuffung einer Gasflasche zwei Menschen schwer verletzt worden. Der Unfall habe sich am Freitagnachmittag in einem Crêpe-Stand ereignet, teilte die Polizei mit. Eine 50 Jahre alte Frau musste den Angaben zufolge mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht werden. Ein 60-jähriger Mann kam ebenfalls schwer verletzt in die Notaufnahme. Warum es zu der Verpuffung in dem Verkaufsstand kam, war bislang nicht bekannt. Das Amt für Arbeitsschutz ermittelt am Unfallort.mehr...

NRW

Fernfahrer schießt nach Streit um laute Musik

Mönchengladbach. Mit Schüssen aus einer Gaspistole soll ein Fernfahrer in Mönchengladbach auf den Wunsch eines Kollegen reagiert haben, seine Musik leiser zu stellen. Die 32 und 50 Jahre alten Trucker hatten ihre Lastwagen nebeneinander geparkt, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Während der 50-Jährige in seiner Kabine schlafen wollte, war dem 32-Jährigen nach lauter Musik.mehr...

NRW

Hermes verschärft Kontrollen von Subunternehmen

Hamburg. Der Paketdienst Hermes hat angekündigt, seine 400 Subunternehmer stärker zu kontrollieren. Ein bis Herbst 2018 angelegtes Programm prüfe laufend die Aufenthaltsberechtigungen von Mitarbeitern aus dem EU-Ausland, teilte das Hamburger Unternehmen am Freitag mit. Gegen einige Hermes-Servicepartner laufen Ermittlungen. Sie sollen Ausländer eingeschleust, Pässe gefälscht und gegen das Mindestlohngesetz verstoßen haben. Die Zusammenarbeit mit auffällig gewordenen Partnern wurde Hermes zufolge beendet. Der neue Maßnahmenkatalog sehe weiter vor, nur mit Subunternehmen zu arbeiten, die ihren Sitz in Deutschland haben. Weiter sollten jährliche Kontrollen hinsichtlich der Sozialstandards bei den Vertragspartnern verschärft werden. Hermes steht ebenso wie andere Paketdienste wegen der schlechten Bezahlung von Paketfahrern in der Kritik.mehr...

NRW

Köln gegen Wolfsburg ohne Guirassy: Höger vor Rückkehr

Köln. Der abgeschlagene Tabellenletzte 1. FC Köln muss auch im letzten Hinrundenspiel der Fußball-Bundesliga auf Angreifer Sehrou Guirassy verzichten. Der 21 Jahre alte Franzose, mit vier Treffern erfolgreichster Kölner Liga-Torschütze, steht am Samstag (15.30 Uhr) gegen den VfL Wolfsburg wegen seiner Verletzung am Zeh nicht zur Verfügung. Dagegen kann Interimscoach Stefan Ruthenbeck wieder auf Marco Höger zurückgreifen. Der defensive Mittelfeldmann hat seine langwierigen Oberschenkelprobleme auskuriert.mehr...

NRW

Vorzeitige Winterpause für Erfurt: Münster-Spiel fällt aus

Münster. Fußball-Drittligist FC Rot-Weiß Erfurt geht vorzeitig in die Winterpause. Das letzte Spiel des Jahres bei Preußen Münster an diesem Samstag fällt aus. Der Rasen im Preußenstadion ist aufgrund der Witterungsbedingungen unbespielbar. Das entschied am Freitag die Platzkommmission, wie Münster mitteilte. Ein Nachholtermin steht noch nicht fest.mehr...

NRW

Joggerin von Fuchs angegriffen und gebissen

Siegen. Eine Joggerin ist in Siegen von einem Fuchs attackiert und verletzt worden. Die 45-Jährige erlitt Bisswunden an Arm und Bein und kam in ein Krankenhaus, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Demnach griff der Fuchs die Frau und eine weitere Läuferin am Donnerstagabend auf offener Straße in einem Siegener Wohngebiet an. Anschließend verschwand das Tier. Die Polizei verständigte nach dem Vorfall den zuständigen Jagdaufsichtsberechtigten.mehr...