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Schwulen- und Lesbenverband lobt Facebook

Geschlechtsbezeichnungen: "Keine dudenfertigen Wörter"

BERLIN Deutsche Nutzer des Online-Netzwerks Facebook können ihr Geschlecht jetzt auch als „Inter*“, „transsexuell“ oder „weder noch“ angeben. Der Lesben- und Schwulenverband hat die Auswahlmöglichkeiten gemeinsam mit Facebook erarbeitet. Verbandssprecher Axel Hochrein erklärt, was dahinter steckt.

Geschlechtsbezeichnungen: "Keine dudenfertigen Wörter"

Das Mitglied des Vorstandes des Lesben- und Schwulenverbandes, (LSVD), Axel Hochrein. Der Verband hat die neuen Auswahlmöglichkeiten gemeinsam mit Facebook erstellt.

Frage: Wie sind die einzelnen Bezeichnungen zustande gekommen?Antwort: Es gibt weder international noch national dudenfertige Wörter für die Selbstdefinition. Die Bezeichnungen, die Facebook jetzt veröffentlich, sind Momentaufnahmen. Aber wir haben in Zusammenarbeit mit Facebook Begriffe ausgewählt, die hier in Deutschland im Sprachgebrauch, aber auch im Selbstverständnis der Community verwendet werden.Frage: Einige Begriffe wirken auf den ersten Blick ähnlich. Was ist der Unterschied zwischen der Beschreibung transweiblich, Transfrau, Trans* Frau und transsexuelle Frau?  

BERLIN Facebook hält künftig für Menschen, die sich nicht in den Kategorien "männlich" oder "weiblich" wohlfühlen, weitere Möglichkeiten bereit. Gemeinsam mit dem Lesben- und Schwulenverband wurden 58 zusätzliche Beschreibungen ausgearbeitet. Sehen Sie hier die Liste.mehr...

Antwort: Es gibt momentan noch keine allgemein verbindlichen Bezeichnungen. Deshalb gibt es verschiedene Begriffe, die aus der Perspektive anderer vielleicht ein und dasselbe meinen. Die einen sagen, wir lassen das mit dem Sternchen dahinter, denn der Stern steht für „Mensch“. Die anderen sagen, ich bin ein transgender Mann oder ich bin eine Frau auf dem Weg zum Mann. Es sind für augenscheinlich eine Begrifflichkeit mehrere Begriffe gewählt, damit die Vielfalt im Selbstgefühl zum Ausdruck kommen kann.Frage: Wie viele Menschen in Deutschland ordnen sich nicht eindeutig einem Geschlecht zu?Antwort: Dazu gibt es keine Untersuchungen. Aber ich würde sagen, bei der geschlechtlichen Einordnung sind es vorsichtig geschätzt um drei Prozent der Gesellschaft. Gerade bei Transgendern ist es ein Prozess für die Menschen, festzustellen: Ich bin eigentlich im falschen Körper geboren.Frage: Ist das etwas, das Menschen auf Online-Netzwerken wie Facebook kundtun wollen?Antwort: Auch da haben wir einen Prozess. Die Selbstfindung, das nach außen zu gehen an Freunde und Familie ist ein großer Schritt. Wenn ich diesen Schritt gegangen bin und ich das will, dann ist es natürlich hilfreich, dass ich das auch öffentlich mit meiner Person verbinden kann. Wir leben in einer Zeit, in der die sozialen Netzwerke eine große Rolle im Leben spielen. Wenn wir da auch darstellen können, dass es diese Vielfalt gibt, dann finden wir das eine tolle Idee.

Von dpa

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