Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige
Anzeige

Grüne Spurensuche im Nobelskiort: Öko-Wintersport in Aspen

Aspen. Aspen ist das Wintersportzentrum für die Schönen und Reichen. Dekadenz wird hier nicht verachtet, sondern gefeiert. Gleichzeitig setzt der Skiort für die Upper Class auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Wie passt das zusammen?

/
urn-newsml-dpa-com-20090101-170929-99-256618
Aspen Snowmass ist ein Skigebiet mit mehr als 300 markierten Pisten und entsprechend vielen Liften - manche Kabinen produzieren mit Solarzellen Strom. Foto: Jeremy Swanson/Aspen Snowmass/dpa-tmn

urn-newsml-dpa-com-20090101-170929-99-256648
Topmodern: Die Hütten und Skiwachten in Aspen Snowmass sind möglichst ökologisch nachhaltig erbaut worden. Foto: Heike Schmidt/dpa-tmn

urn-newsml-dpa-com-20090101-170929-99-256623
Hightech in grün: Im nahen Somerset unweit von Aspen steht eine Methangas-Anlage, mit der aus Kohlegruben austretendes Gas in Energie umgewandelt wird. Foto: Jeremy Swanson/Aspen Snowmass/dpa-tmn

urn-newsml-dpa-com-20090101-170929-99-256636
Funsport-Event: Auf dem Buttermilk finden seit 2002 jährlich die Winter-X-Games statt. Foto: Jeremy Swanson/Aspen Snowmass/dpa-tmn

urn-newsml-dpa-com-20090101-170929-99-256628
Grüner Strom in Aspen - das Skigebiet versucht sich im nachhaltigen Tourismus. Foto: Hal Williams/Aspen Snowmass/dpa-tmn

urn-newsml-dpa-com-20090101-170929-99-256644
Prächtige Berge, steile Pisten - Aspen Snowmass liegt im Herzen Colorados in den Rocky Mountains. Foto: Heike Schmidt/dpa-tmn

urn-newsml-dpa-com-20090101-170929-99-256642
Wohl bekomm's! Ein bisschen Hüttenzauber muss sein in Aspen - nicht selten fließt auch teurer Champagner. Foto: Daniel Bayer/Aspen Snowmass/dpa-tmn

urn-newsml-dpa-com-20090101-170929-99-256645
Schneekanonen werden wohl nicht die Rettung der Skigebiete vor dem Klimawandel sein - doch natürlich kommen sie auch in Aspen zum Einsatz. Foto: Heike Schmidt/dpa-tmn

urn-newsml-dpa-com-20090101-170929-99-256617
Shopping muss sein in Aspen - bei vielen Gästen sitzt das Geld locker, das Urlaubsbudget ist üppig. Foto: Daniel Bayer/Aspen Snowmass/dpa-tmn

urn-newsml-dpa-com-20090101-170929-99-256647
Meghan Loury bietet Touren durch den Schnee an und klärt auch über die Folgen der Erderwärmung auf. Foto: Heike Schmidt/dpa-tmn

urn-newsml-dpa-com-20090101-170929-99-256640
Matt Hamilton ist der Nachhaltigkeitsbeauftragte von Aspen. Foto: Aspen Snowmass/dpa-tmn

urn-newsml-dpa-com-20090101-171004-99-313408
Aspen im US-Bundesstaat Colorado liegt mitten in den Rocky Mountains und gilt als Nobelskiort für die Superreichen. Doch das Wintersportzentrum setzt auch auf Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein - für eine grüne Zukunft. Foto: dpa-infografik GmbH/dpa Grafik/dpa

Hippies in Strickpullovern vermutet man in Aspen eher nicht. Im Winter ist das schicke Skistädtchen in Colorado ein beliebter Schneespielplatz für Filmstars und Superreiche.

Dann kurven teure Schlitten zu exklusiven Hotels in der kleinen Innenstadt mit ihren Pelzläden, Schmuckhändlern und gediegenen Restaurants, wo die Flasche Wein schon mal ein paar tausend Dollar kostet. Doch das ganze Geld schützt nicht vor dem Klimawandel.

In Aspen dauert die frostfreie Zeit heute einen Monat länger als 1977. Das 22 Quadratkilometer große Skigebiet mit über 300 markierten Pisten verteilt sich auf vier Berge. Aspen hat viel zu verlieren. Und deshalb ist der Nobelskiort nicht untätig.

Schon vor 20 Jahren gründete die Aspen Skiing Company als erstes Unternehmen der Branche eine Umweltschutzabteilung. Den CO2-Verbrauch zu reduzieren sei „gut fürs Gewissen und gut fürs Geschäft“, sagt Matt Hamilton, Direktor für Nachhaltigkeit. Seine Firma habe sich dazu verpflichtet, bis 2020 ein Viertel weniger Emissionen zu verursachen als im Jahr 2000. Ausgerechnet Aspen entpuppt sich als Öko-Vorkämpfer in der Ski-Industrie. Doch wie rettet man den Winter?

Kleine Solarzellen sitzen auf den Kabinendächern der Gondel Silver Queen und versorgen MP3-Spieler mit grünem Strom, wenn die Seilbahn auf den knapp 3400 Meter hohen Aspen Mountain surrt. Steil sind seine Flanken und schmal ist das anspruchsvolle Skigebiet. Wie die meisten modernen Hütten im Skigebiet ist auch das aus Holz und Naturstein gebaute Gipfelrestaurant LEED-zertifiziert.

Davor wartet Meghan Loury im Schneegestöber. Die junge Frau mit den roten Wangen leitet Schneeschuh-Touren für den örtlichen Naturschutzverein. Die Skiing Company ist ein wichtiger Geldgeber.

Die Wollmütze tief ins Gesicht gezogen, stapft Meghan voran. Von schlummernden Schwarzbären und listigen Hermelinen erzählt die Naturpädagogin. „Schaut her“, sagt sie leise und bricht ein Stück Rinde von einer toten Kiefer. Darunter liegen verzweigte Mini-Tunnel. Baumschädlinge wie Borkenkäfer können bei wärmeren Temperaturen nun auch in höheren Lagen leben. Der Ausflug soll nachdenklich machen.

Protect Our Winters (Schützt unsere Winter) heißt ein Verband, den die Aspen Skiing Company aktiv beim Lobbying für Klimaschutz in Washington unterstützt. In Aspen brauchte es kaum Überzeugungsarbeit. Etwa drei Viertel der 6000 Einwohner des Ortes sind Demokraten.

Den Gästen will die Skifirma keine Diskussion aufzwingen. Doch Urlauber sind auch Wähler und die prominenten oft einflussreich. „Die Marke Aspen ist ein didaktisches und politisches Werkzeug“, erklärt Hamilton. Zwar bekommen die Skifahrer nicht die firmeneigene 147-Kilowatt-Photovoltaik-Freiflächenanlage zu sehen. Auch nicht das von der Skifirma finanzierte Methangas-Projekt im nahen Somerset, wo aus Kohlegruben austretendes Treibhausgas in Energie verwandelt wird, das den gesamten Jahresstrombedarf des Unternehmens deckt.

Doch wer genau hinsieht, findet überall im Skigebiet subtile Klimaschutz-Hinweise, auch auf dem Buttermilk. So heißt der kleinste und einfachste Berg im Quartett, beliebt bei Familien und Skischülern mit nur 44 meist breiten Abfahrten. An den Liftmasten werben hier Aufkleber für „Solar, Wind, Saving, Action“ - Saving heißt Sparen.

Mit gut 13 Quadratkilometern Fläche und 20 Liften ist Snowmass größer und vielfältiger als die drei Schwestergebiete. Fein gewalzte Waldabfahrten, sanfte Cruiser-Hänge sowie Pisten für Baumslalom erstrecken sich über mehrere Gipfel. The Cirque ist mit 3813 Metern der höchste. Das letzte Stück des Höhenkammes muss man per Muskelkraft erklimmen. Auf Snowmass Mountain läuft ein erstes Mikro-Wasserkraftwerk, das im Frühling von Schmelzwasser angetrieben wird. Weitere sollen folgen, auch auf Aspen Highland, Liebling der Einheimischen. Eine Solaranlage gibt es dort schon.

Gefeiert wird bei Raclette, Fondue und Apfelstrudel zum Beispiel im „Cloud 9“. Alpinen Hüttenzauber gibt es in den Rockies sonst nicht - hier schon. Mit genug Champagner intus, wird auf dem Tisch getanzt. Überfluss und Geltungsdrang, wie passt das zu grünen Ambitionen?

„Wir sind nicht perfekt“, gibt Hamilton zu. Manche Gäste wollten partout nicht mit Umweltpolitik belästigt werden. Andere wiederum beschwerten sich vehement über beheizte Gehsteige und Privatflieger für zwei Leute plus Pudel. Blieben alle zu Hause, würde das Klima am besten geschont. „Aber der Bedarf ist nun mal da“, sagt Hamilton. Machte Aspen dicht, würden die Skifahrer halt woanders hinfahren. Und dort ist der Schnee nicht unbedingt grüner.

/
urn-newsml-dpa-com-20090101-170929-99-256618
Aspen Snowmass ist ein Skigebiet mit mehr als 300 markierten Pisten und entsprechend vielen Liften - manche Kabinen produzieren mit Solarzellen Strom. Foto: Jeremy Swanson/Aspen Snowmass/dpa-tmn

urn-newsml-dpa-com-20090101-170929-99-256648
Topmodern: Die Hütten und Skiwachten in Aspen Snowmass sind möglichst ökologisch nachhaltig erbaut worden. Foto: Heike Schmidt/dpa-tmn

urn-newsml-dpa-com-20090101-170929-99-256623
Hightech in grün: Im nahen Somerset unweit von Aspen steht eine Methangas-Anlage, mit der aus Kohlegruben austretendes Gas in Energie umgewandelt wird. Foto: Jeremy Swanson/Aspen Snowmass/dpa-tmn

urn-newsml-dpa-com-20090101-170929-99-256636
Funsport-Event: Auf dem Buttermilk finden seit 2002 jährlich die Winter-X-Games statt. Foto: Jeremy Swanson/Aspen Snowmass/dpa-tmn

urn-newsml-dpa-com-20090101-170929-99-256628
Grüner Strom in Aspen - das Skigebiet versucht sich im nachhaltigen Tourismus. Foto: Hal Williams/Aspen Snowmass/dpa-tmn

urn-newsml-dpa-com-20090101-170929-99-256644
Prächtige Berge, steile Pisten - Aspen Snowmass liegt im Herzen Colorados in den Rocky Mountains. Foto: Heike Schmidt/dpa-tmn

urn-newsml-dpa-com-20090101-170929-99-256642
Wohl bekomm's! Ein bisschen Hüttenzauber muss sein in Aspen - nicht selten fließt auch teurer Champagner. Foto: Daniel Bayer/Aspen Snowmass/dpa-tmn

urn-newsml-dpa-com-20090101-170929-99-256645
Schneekanonen werden wohl nicht die Rettung der Skigebiete vor dem Klimawandel sein - doch natürlich kommen sie auch in Aspen zum Einsatz. Foto: Heike Schmidt/dpa-tmn

urn-newsml-dpa-com-20090101-170929-99-256617
Shopping muss sein in Aspen - bei vielen Gästen sitzt das Geld locker, das Urlaubsbudget ist üppig. Foto: Daniel Bayer/Aspen Snowmass/dpa-tmn

urn-newsml-dpa-com-20090101-170929-99-256647
Meghan Loury bietet Touren durch den Schnee an und klärt auch über die Folgen der Erderwärmung auf. Foto: Heike Schmidt/dpa-tmn

urn-newsml-dpa-com-20090101-170929-99-256640
Matt Hamilton ist der Nachhaltigkeitsbeauftragte von Aspen. Foto: Aspen Snowmass/dpa-tmn

urn-newsml-dpa-com-20090101-171004-99-313408
Aspen im US-Bundesstaat Colorado liegt mitten in den Rocky Mountains und gilt als Nobelskiort für die Superreichen. Doch das Wintersportzentrum setzt auch auf Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein - für eine grüne Zukunft. Foto: dpa-infografik GmbH/dpa Grafik/dpa

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Special

Feuerwerk ist in manchen Ländern tabu

Berlin. Viele Deutsche verbringen Neujahr im Ausland. Doch die Feuerwerksbestimmungen unterscheiden sich teilweise stark von Nation zu Nation. Worauf Urlauber achten sollten, erklärt Pyrotechnik-Experte Carsten Both.mehr...

Special

Die verzauberte Stadt: Weihnachten in Stockholm

Stockholm. Weihnachten in Stockholm ist anders - stiller und stilvoller. Adventskalender sind hier lebendig, Weihnachtsmärkte musikfrei und Kirchenchöre multikulti. Da kommt man ganz von selbst in Pfefferkuchenstimmung.mehr...

Special

Rekord-Seilbahn und Co.: Neues aus den Skigebieten

Garmisch-Partenkirchen. Viele Wintersportregionen in den Alpen haben für die neue Saison kräftig aufgerüstet. Mit neuen Liften und Pisten buhlen sie um Gäste. Diese Neuigkeiten aus den Skigebieten erwarten sie.mehr...

Special

Der richtige Sonnenschutz für Wintersportler

Kiel. Zum Strandurlaub packt man selbstverständlich die Sonnencreme ein - im Winter normalerweise nicht. Anders ist das, wenn die Reise in die Berge geht. Wintersportler sollten besonders auf den richtigen Sonnenschutz achten.mehr...

Special

Arbeit im Wintersportgebiet: Was Saisonkräfte wissen müssen

Köln/Düsseldorf. Richtig Spaß macht Urlaub in einem Wintersportgebiet nicht zuletzt deshalb, weil vor und hinter den Kulissen unzählige Saisonkräfte aushelfen. Rechtlich gesehen handelt es sich dabei um ganz normale befristete Arbeitsverträge. Komplizierter wird es aber im Ausland.mehr...

Special

Ohne Lift und Schneekanonen: Das Wipptal lockt Tourengänger

Obernberg. Durch das Wipptal fahren die meisten nur auf dem Weg nach Italien. Die ruhigen Seitentäler kennen vor allem die Skitourengeher aus Innsbruck. Das einzige Skigebiet dort ist winzig. Das könnte in Zeiten des sich wandelnden Wintertourismus zur Chance werden.mehr...