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HBL droht Verlust von Champions-League-Plätzen

Frankfurt/Main. Zwei fixe Startplätze, eine Wildcard: Die Handball-Bundesliga ist seit Jahren mit drei Mannschaften in der Champions League vertreten. Nun geht der europäische Verband auf Konfrontationskurs mit der Liga. Verlierer wären die Vereine.

HBL droht Verlust von Champions-League-Plätzen

Der europäische Verband droht der Handball-Bundesliga. Foto: Marius Becker

Eskalation statt Entspannung: Im Machtkampf mit der Europäischen Handball-Föderation (EHF) droht der Bundesliga der schmerzhafte Verlust von zwei Startplätzen in der Champions League.

Wegen des seit Monaten schwelenden Termin-Zoffs will die EHF von der Saison 2018/19 an nur noch einen deutschen Club in der Königsklasse zulassen. Ein entsprechendes Schreiben liegt der Handball-Bundesliga (HBL) und den international beschäftigten Bundesligavereinen vor und sorgte teilweise für Bestürzung.

„Wenn es wirklich dazu käme, wäre das für die Sportart mit all ihren Top-Handballern, die in der Champions League spielen wollen, und die vielen Handball-Fans in Deutschland sehr, sehr traurig“, sagte Thorsten Storm, Manager des deutschen Rekordmeisters und dreimaligen Champions-League-Siegers THW Kiel.

HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann weilte am Mittwoch bei einem Treffen der europäischen Ligen in Barcelona und beriet mit seinen Amtskollegen die brisante Lage. „Danach werden wir uns geschlossen dazu äußern“, sagte Bohmann der dpa.

Am Vortag hatte die EHF nach einem Meeting mit Vertretern der europäischen Spitzenvereine ihren Frontalangriff auf die Bundesliga gestartet. „Es ist nochmals zu unterstreichen, dass bei der Qualität der deutschen Clubs diese Situation zu bedauern ist, aber das Terminmanagement der HBL offensichtlich von einer Strategie geprägt ist, die keine andere Möglichkeit offenlässt“, zitierte der „Mannheimer Morgen“ am Mittwoch aus dem Brief. Auch das Internetportal „handball-world“ hatte darüber berichtet.

Ein Antrag zur Reduzierung von bisher drei deutschen Starter auf einen solle der Exekutive der EHF in der nächsten Sitzung vorgelegt werden. Die Maßnahme sei „unumgänglich“. Bob Hanning, Geschäftsführer des Tabellenführers Füchse Berlin, nahm die Schock-Nachricht zunächst gelassen auf. „Wenn wir gemeinsam eine Lösung finden wollen, dann müssen wir miteinander reden. Es bringt nichts, das in der Öffentlichkeit zu diskutieren. Es ist immer besser, das intern zu klären“, sagte Hanning.

Seit Monaten schwelt der Streit um Termin-Kollisionen zwischen HBL und EHF. Diese hatte zuletzt mit der für 2020 angekündigten Reform der Königsklasse und der damit verbundenen höheren Belastung von mindestens sechs Spielen mehr für weiteren Unmut gesorgt. „Wir glauben, dass jetzt schon das Fass übergelaufen ist. Wir kriegen die Termine einfach nicht mehr unter. Wir sprechen uns in aller Deutlichkeit für eine Reduzierung der Spiele aus und nicht für eine Vermehrung“, sagte Bohmann.

An der Verschärfung der Terminschwierigkeiten war allerdings die HBL maßgeblich mitbeteiligt - durch den neuen Fernsehvertrag mit dem Pay-TV-Sender Sky. „Die Entscheidung der HBL, fixe Termine mit dem Donnerstag und dem Sonntag einzurichten, hat sich gegen die Champions-League-Spiele gerichtet. Dies kann nicht als Zufall gesehen werden und hat genau zu der Situation geführt, in der wir uns jetzt befinden“, kritisierte die EHF in ihrem Schreiben. „Das HBL-Management hat die Champions League in jeder Phase als reine Konkurrenz behandelt, anstelle die Lokomotiv-Funktion anzuerkennen und zu nutzen.“

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