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Herbstliches Stimmungstief: BVB sehnt Trendwende herbei

Dortmund. Vier Spiele, kein Sieg - Borussia Dortmund sehnt nach zuletzt bedenklicher Bundesliga-Bilanz eine Trendwende herbei. Ausgerechnet jetzt folgt der nächste Paukenschlag: Der BVB streicht Aubameyang aus disziplinarischen Gründen aus dem Kader für die Partie in Stuttgart.

Herbstliches Stimmungstief: BVB sehnt Trendwende herbei

Der BVB hat Pierre-Emerick Aubameyang für das Spiel gegen den VfB Stuttgart aus dem Kader gestrichen. Foto: Peter Steffen

BVB bestätigte via Twitter am Donnerstag, dass Pierre-Emerick Aubameyang aus „disziplinarischen Gründen“ aus dem Kader für die Bundesliga-Partie am Freitagabend beim VfB Stuttgart gestrichen wurde. Die Gründe für die Maßnahme blieben zunächst im Unklaren.

Nach „Bild“-Infomationen soll der Stürmer zum Abschlusstraining 20 Minuten zu spät gekommen sein. Er sei schon häufiger unpünktlich gewesen. Die Reise nach Barcelona sei indes in seiner Freizeit und damit wohl kein Grund für die Suspendierung gewesen.

Der Gabuner besuchte seinen Kumpel Ousmane Dembélé in Barcelona, Trainer Peter Bosz seine Kinder in den Niederlanden. Der Dortmunder Torjäger und der BVB-Coach nutzten die beiden feien Tage während der zweiwöchigen Länderspielpause zur Zerstreuung. Doch zum friedlichen Miteinander trug es offenbar nicht bei.

Dabei hatte Bosz am Vortag noch gut gelaunt gescherzt. „Auba trifft wieder - leider vorerst nur im Training“, sagte Bosz bei der Pressekonferenz auf Fragen nach der langen Torflaute des Angreifers. Einen Tag später reiste der BVB ohne seinen besten Torschützen nach Schwaben. Aubameyang war zuletzt ohnehin stark kritisiert worden, weil er seit 476 Minuten ohne Torerfolg ist. Seine beiden letzten Treffer erzielte er beim 2:3 gegen RB Leipzig am 14. Oktober.

Der Kurzbesuch bei seinem alten Weggefährten Dembélé in Barcelona sollte eigentlich zu alter Lockerheit verhelfen. „Die Länderspielpause hat sehr gut getan. Ich stelle mich der Kritik. Ich weiß, dass ich jetzt wieder Tore schießen muss“, sagte der Torschützenkönig der vergangenen Saison der „Bild“.

Der 28-jährige Gabuner, der schon häufiger mit Extravaganzen auffiel, ist nicht zum ersten Mal aus dem BVB-Kader gestrichen worden. Im vergangenen November suspendierte der damalige Trainer Thomas Tuchel den Angreifer vor dem Champions-League-Gruppenspiel gegen Sporting Lissabon. Damals war Aubameyang trotz Verbotes einen Tag zur Shopping-Tour nach Mailand geflogen. Anfang April 2017 bekam Aubameyang eine Geldstrafe vom Verein aufgebrummt, nachdem er beim 1:1 auf Schalke eine Comic-Maske seines Privatsponsors übergestreift hatte.

Vier Bundesligaspiele in Serie ohne Sieg bescherten dem BVB ohnehin schon eine unliebsame öffentliche Diskussionen über die offensive Spielphilosophie von Fußball-Lehrer Bosz und die mangelnde Einsatzbereitschaft seiner Profis. Die neuerliche Debatte um Aubameyang kommt somit zur Unzeit.

Erstmals verspürt Bosz seit seinem Amtsantritt im Sommer größeren Druck: „Wenn man nicht gewinnt, ist der Gegenwind da“, bekannte der Tuchel-Nachfolger, gab sich vor der Partie in Stuttgart aber wieder betont zuversichtlich. „Es ist für mich eine Herausforderung, den Wind wieder zu drehen. Und ich bin mir sicher, dass das gelingt.“

Trotz des neuerlichen Ärgers um Aubameyang bleibt die Hoffnung aller Beteiligten, von der zweiwöchigen Ligaunterbrechung profitieren zu können. Neben Aubameyang verzichteten auch Stars wie Shinji Kagawa und Christian Pulisic auf eine Reise zu ihren Nationalmannschaften. „Wir konnten in dieser Pause nicht - wie sonst üblich - mit nur vier oder fünf Profis, sondern mit zwölf oder 13 trainieren. Deshalb ist der Optimismus da“, sagte Bosz, dessen Team nach wochenlanger Tabellenführung derzeit nur auf Platz drei rangiert.

Mit intensiven Einheiten stimmte der Coach seine Mannschaft auf die wichtigen Partien gegen den VfB, Tottenham Hotspur und den FC Schalke 04 ein, in denen die Trendwende geschafft werden soll. „Es ist eine schwierige Situation. Das merken wir auch im Training“, kommentierte Raphael Guerreiro. Der Europameister aus Portugal verteidigte den Trainer demonstrativ gegen Kritik: „Wir müssen uns an die eigene Nase fassen, weil wir zu wenig Motivation und Leidenschaft auf den Platz gebracht haben. Das versuchen wir abzustellen.“

Einfach wird es für den BVB nicht, erstmals seit dem 30. September wieder einen Bundesligasieg zu feiern. Schließlich ist der VfB in diesem Jahr in 14 Partien daheim noch ungeschlagen. Bosz hofft auf eine Trotzreaktion seines Teams: „Wir müssen wieder wie eine richtige Mannschaft auftreten.“ Auch ohne Aubameyang.

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