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Fortsetzung des Prozesses

Herner Doppelmord: „Jetzt bastel‘ ich die Mordwaffen“

Bochum Der mutmaßliche Doppelmörder Marcel H. aus Herne hat offenbar schon vier Tage vor der Tötung des kleinen Jaden konkrete Mordpläne entwickelt. Das ist am Freitag vor dem Bochumer Schwurgericht bekannt geworden.

Herner Doppelmord: „Jetzt bastel‘ ich die Mordwaffen“

Der mutmaßliche Mörder Marcel H. Foto: dpa

„Meine alte Wohnung ist ein guter Ort, um junge Leute aufzugabeln und zu behalten – bis sie kalt sind. Wer auch immer drin ist, wird sterben – innerhalb von zwei Minuten.“ Diese Nachricht hatte Marcel H. seinem damals besten Freund (19) am 2. März 2017 über WhatsApp geschrieben.

Danach folgten weitere verstörende Sätze. Zum Beispiel diese: „Jetzt bastel‘ ich mir Mordwaffen.“ Und: „Ich glaube, ich gehe morgen irgendwen strangulieren.“ Oder: „Ich habe das Würgen geübt – mit meinen Daumen.“

Feund dachte, die Drohungen seien ein Scherz

Sein 19-jähriger Freund hatte diese Nachrichten jedoch nicht ernst genommen. „Ich dachte, das wäre ein Scherz“, sagte er den Richtern am Freitag. Fakt ist jedoch: Die Nachrichten von Marcel H. hatten gar nicht mehr aufgehört. Außerdem waren darin zum Teil auch konkrete Namen von potenziellen Opfern genannt worden.

Einmal ging es um einen ehemaligen und offenbar übergewichtigen Mitschüler, dessen Ermordung sich Marcel H. offenbar schon ausgemalt hatte. In einer seiner Nachrichten hieß es dazu: „Das Seil muss schön stramm sein, damit es das Gewicht aushält. Alles, was ich dann tun muss, ist mein Körpergewicht dagegenzudrücken, eine Minute warten, bis der Schimpanse tot ist.“ Außerdem war der Name eines Mädchens gefallen.

Weil sich der 19-jährige Freund von Marcel H. damals nicht sofort an die Polizei gewandt und die Mordpläne bekannt gegeben hat, hatte die Staatsanwaltschaft damals auch gegen ihn ermittelt – wegen Nichtanzeigen einer geplanten Straftat. Dieses Verfahren war später allerdings eingestellt worden.

Urteil wahrscheinlich erst 2018

Marcel H. hat über seinen Verteidiger bereits gestanden, im März zunächst den neunjährigen Nachbarjungen Jaden und anschließend einen Ex-Schulfreund umgebracht zu haben. Der erste Tatort war tatsächlich die alte Wohnung seiner Eltern.

BOCHUM Am Bochumer Landgericht hat der Angeklagte Marcel H. zu Prozessauftakt über seinen Verteidiger gestanden, den neunjährigen Jaden und später den 22-jährigen Christopher umgebracht zu haben. Die Mütter der beiden Getöteten waren ebenfalls im Gerichtssaal. So wurde es emotional - obwohl Marcel H. vollkommen emotionslos blieb.mehr...

Während des laufenden Prozesses will er sich nun noch einmal komplett untersuchen lassen. Es soll ein MRT seines Gehirns angefertigt werden. Außerdem soll eine Blutuntersuchung gemacht werden. Möglicherweise dauert der Prozess alleine deswegen drei bis vier Wochen länger als geplant. Ein Urteil wäre damit vielleicht erst im nächsten Jahr möglich.

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