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Hoffnung bei Suche nach verschollenem argentinischen U-Boot

Buenos Aires. An Bord sind 43 Männer und eine Frau. Verloren im Südatlantik. Seit Mittwoch wird ihr U-Boot vor der argentinischen Küste vermisst. Kurze Funksignale lassen Hoffnung keimen. Für den Fall eines Schiffbruchs steht auch ein US-Team bereit.

Hoffnung bei Suche nach verschollenem argentinischen U-Boot

An der Rettungsaktion nehmen zehn argentinische Kriegsschiffe, ein britisches Polarschiff und drei US-Flugzeuge teil. Foto: Juan Sebastian Lobos/Armada Argentina/telam/dpa

Die Besatzung eines seit Mittwoch verschollenen argentinischen U-Bootes hat mutmaßlich versucht, Verbindung zu Marinestützpunkten aufzunehmen.

„Wir haben sieben Signale von Anrufen mit einem Satellitentelefon empfangen, die vom U-Boot San Juan kommen könnten“, teilte Verteidigungsminister Oscar Aguad am Samstagabend (Ortszeit) über den Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums dauerten die Anrufversuche zwischen 4 und 36 Sekunden, eine Verbindung kam nicht zustande. Die von einem Satellitenunternehmen erfassten Signale seien aber ein Zeichen dafür, dass die „ARA San Juan“ möglicherweise aufgetaucht sei, sagte Marinesprecher Enrique Balbi. Hohe Wellen von sechs bis sieben Metern könnten die Verbindung stören. „Wir schließen aber nichts mehr aus“, sagte Balbi am Sonntagabend. Es sei auch möglich, dass das U-Boot auf dem Meeresgrund liege.

Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums brachten am Sonntag US-Transportmaschinen ein Mini-U-Boot und weitere Ausrüstung für Unterwasser-Bergungen in die patagonische Küstenstadt Comodoro Rivadavia. An der internationalen Suchaktion beteiligen sich zehn argentinische Kriegsschiffe, ein britisches und drei brasilianische Schiffe und Flugzeuge aus den USA, Großbritannien, Brasilien und Chile. Papst Franziskus, gebürtiger Argentinier, sagte am Sonntag in Rom, dass er für die Besatzung bete.

Das U-Boot mit einer Kiellänge von 65 Metern war in Ushuaia in Feuerland ausgelaufen und sollte am Wochenende seinen Heimathafen Mar del Plata, 400 Kilometer südlich von Buenos Aires, erreichen. Zum Zeitpunkt der letzten Funkverbindung fuhr das U-Boot durch den Golf von San Juan südöstlich der Halbinsel Valdés. Seither ist es im Südatlantik verschollen.

An Bord sind 43 Männer und eine Frau. Bei ihr handelt es sich um die 35-jährige Eliana Krawczyk, die erste U-Boot-Offizierin in der Geschichte Südamerikas. Sie stammt aus der Provinz Misiones tief im argentinischen Hinterland. Der argentinischen Presse sagte sie einmal, dass sie bis zum Alter von 21 Jahren noch nie das Meer gesehen habe. Über eine Anzeige der Streitkräfte im Internet fand sie dann zur Marine. „Ihre Liebe ist das Meer“, sagte ihr Vater Eduardo Krawczyk.

Im Hafen von Mar de Plata versammelten sich am Wochenende Angehörige der U-Boot-Fahrer. Sie wurden dort von Psychologen und Therapeuten betreut. „Wir arbeiten hart daran, es zu orten und übermitteln den Familien der 44 Besatzungsmitglieder die Hoffnung, dass sie sie in Kürze wieder bei sich daheim haben können“, schrieb Verteidigungsminister Aguad in seinem Tweet.

Die „Ara San Juan“ wurde im Auftrag der argentinischen Kriegsmarine von den damals dem Thyssen-Konzern gehörenden Nordseewerken in Emden gebaut. Am Samstag meldete sich ihr erster Kommandant, Carlos Zavalla, zu Wort, der sie 1985 von Deutschland nach Argentinien übergeführt hatte. Er versuchte, den Angehörigen Hoffnung zu machen. „Das Schiff hat genügend Luftkapazität, um eine atembare Atmosphäre an Bord zu erhalten“, sagte er dem Nachrichtenkanal A 24.

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