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IG Metall will Abstimmung der Beschäftigte über Stahlfusion

Essen. Im Streit um eine Stahlfusion von Thyssenkrupp und Tata erhöht die IG Metall den Druck auf den Vorstand des Essener Konzerns. Die Gewerkschaft will die Beschäftigten an allen Stahlstandorten von Thyssenkrupp über die Ergebnisse der Verhandlungen mit dem Thyssenkrupp-Vorstand abstimmen lassen. „Wenn nur ein Standort Nein sagt, kann die IG Metall nicht zustimmen“, sagte der frühere Gewerkschaftschef Detlef Wetzel, der die IG Metall im Aufsichtsrat der Stahlsparte von Thyssenkrupp vertritt, der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (Dienstag).

IG Metall will Abstimmung der Beschäftigte über Stahlfusion

Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger in Essen. Foto: Rolf Vennenbernd/Archiv

Wetzel forderte den Konzern auf, bis zum 22. Dezember im Detail darzulegen, was eine Fusion für die deutschen Standorte und ihre Beschäftigten bedeutet. „Wir können nicht die Verantwortung dafür tragen, das muss der Vorstand schon selbst tun und sich gut überlegen, was er seinen Beschäftigten vorlegt“, sagte Wetzel. Ein Unternehmenssprecher wollte die Äußerungen nicht kommentieren.

Die Arbeitnehmervertreter befürchten bei einer Fusion der bisherigen Konkurrenten den Abbau von deutlich mehr als den vom Unternehmen angekündigten 2000 Jobs und kritisieren die von Thyssenkrupp anvisierte Verlegung des Sitzes der Stahlsparte in die Niederlande. Daneben fordern sie Arbeitsplatz- und Standort-Garantien.

Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger hatte erst vor wenigen Tagen gesagt, dass die geplante Fusion aus Sicht des Unternehmens absolute Priorität genießt. Ohne den Zusammenschluss drohten der Stahlsparte noch größere Einschnitte. Die Zustimmung der Arbeitnehmer zu der Stahlfusion ist nicht zwingend notwendig. Notfalls könnte Thyssenkrupp den Zusammenschluss auch gegen die Stimmen ihrer Vertreter im Aufsichtsrat durchsetzen. Hiesinger setzt allerdings darauf, eine „gute Lösung“ zu finden.

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