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Jazz-Crossover zum Abschluss des ACT-Jubiläums

Berlin. Ein erfolgreiches Jubiläumsjahr liegt hinter dem deutschen Label ACT. Den Schlusspunkt bilden im Herbst zwei Crossover-Alben zwischen Jazz, Pop und Klassik - vom Mailänder Pianisten Stefano Bollani und dem skandinavischen Virtuosen-Duo Rantala/Wakenius.

Zwar stammen Iiro Rantala und Ulf Wakenius aus Finnland beziehungsweise Schweden, Stefano Bollani aus Italien. Doch das hindert diese drei Musiker nicht daran, ihren Jazz undogmatisch grenz- und genreübergreifend anzulegen.

Der Pianist Rantala und der Gitarrist Wakenius hatten sich vor zwei Jahren beim ACT-Label-Projekt „Tears for Esbjörn“ - einem Berliner Tribute-Konzert für den gestorbenen Kollegen Esbjörn Svensson - künstlerisch näher kennengelernt. Mit „Good Stuff“ legen sie nun ein Duo-Album vor, das vor inspirierter Spielfreude und locker hingeworfenem Virtuosentum nur so sprüht.

Viele der zwölf Tracks orientieren sich an Städten (Wien, Sevilla, Helsinki, Palma de Mallorca, Seoul, Berlin, Rom) - und sie fangen die für Rantala/Wakenius dort spürbare Stimmung feinfühlig ein. Sechs Eigenkompositionen stehen sechs Fremdkompositionen gegenüber, die Jazz (John Coltrane), Soul (Stevie Wonder, Ashford & Simpson) und Klassik (Georges Bizets „Carmen“, Giacomo Puccinis „Nessun Dorma“) streifen.

Ein Höhepunkt dieser so leichtfüßigen wie ambitionierten, vor allem zeitlos schönen Crossover-Platte ist das von Louis Armstrong bekannte „What A Wonderful World“. Die im Jazz eher seltene Kombination Piano/Gitarre gelingt Iiro Rantala und Ulf Wakenius stets vorzüglich, ähnlich gut wie einst dem Duo Brad Mehldau/Pat Metheny. „Good Stuff“ ist mehr als nur „gutes Zeug“, sondern ein angemessener Abschluss für ein umtriebiges Jahr des Labels ACT, das 2017 sein 25-jähriges Bestehen feierte.

ACT-Gründer Siggi Loch will seinem Publikum seit einem Vierteljahrhundert den „Sound of Europe“ auf Platte und im Konzert undogmatisch nahebringen, und dazu gehören immer wieder die Veranstaltungen „Jazz at Berlin Philharmonic“. Bei der 17. Ausgabe dieser Reihe unter dem Motto „Mediterraneo“ stand im Juni der italienische Pianist Stefano Bollani im Mittelpunkt, der schon mit Größen wie Metheny, Chick Corea, Caetano Veloso oder Richard Galliano zusammengearbeitet hat.

Für das Live-Album „Mediterraneo“ hatte Bollani Mitglieder der Berliner Philharmoniker, seine Trio-Mitstreiter - den Bassisten Jesper Bodilsen und den Schlagzeuger Morten Lund - sowie den Akkordeonisten Vincent Peirani und Arrangeur Geir Lysne an der Seite. In der Scharoun-Philharmonie wurde italienische Musik aus mehreren Jahrhunderten zelebriert - von verjazztem Barock-Bombast (Claudio Monteverdi) über große Oper (Giacomo Puccini, Gioachino Rossini), moderne Klassik und Filmsoundtracks (Nino Rota, Ennio Morricone) bis zum Pop eines Paolo Conte („Azzurro“).

Starkes Konzept, starke Musiker, ein begeistertes Publikum: „Mediterraneo“, einer der ACT-Höhepunkte des Jubiläumsjahres, gelang so gut, dass das Event 2018 an gleicher Stelle wiederholt werden soll, wie Siggi Loch kürzlich bereits verriet.

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