Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige
Anzeige

Kamera in Umkleidekabine: Fristlose Kündigung wirksam

Berlin. Ein Trainer hat gegenüber seiner Mannschaft eine Vorbild- und Pflichtfunktion. Diese kann jedoch auch sehr schnell verletzt werden. In der Folge ist eine Kündigung möglich, auch wenn zwischen den Vorfällen und der Entlassung eine gewisse Zeit liegt.

Kamera in Umkleidekabine: Fristlose Kündigung wirksam

Einem Radsporttrainer wurde gekündigt, weil er eine Kamera in der Umkleidekabine anbrachte. Foto: Peter Endig/ZB/dpa

Eine schwerwiegende Pflichtverletzung am Arbeitsplatz kann zu einer fristlosen Kündigung führen. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn ein Trainer Sportlerinnen mit einer versteckten Kamera in der Umkleidekabine filmt.

Zwar darf der Arbeitgeber, nachdem er von dem möglichen Kündigungsgrund erfährt, nicht länger als zwei Wochen warten. Die Frist beginnt jedoch erst, wenn er tatsächlich ausreichende Kenntnis über einen Fall hat. Das geht aus einem Urteil des Arbeitsgerichts Berlin (Az.: 24 Ca 4261/17) hervor, auf das der Deutsche Anwaltverein (DAV) hinweist.

In dem Fall ging es um einen Radsport-Trainer. Mit der Kamera in der Umkleidekabine filmte er heimlich Sportlerinnen. Als die Staatsanwaltschaft deshalb ermittelte, informierte sie den Arbeitgeber des Trainers. Dieser kündigte ihm fristlos. Dagegen wandte sich der Mann - ohne Erfolg.

Die Kündigung ist wirksam, so das Gericht. Das verbotene Filmen der Sportlerinnen sei eine schwerwiegende Pflichtverletzung und damit Grund für eine fristlose Kündigung. Für eine fristlose Kündigung gelte zwar eine Frist von zwei Wochen. Entscheidend sei aber die Kenntnis des Kündigungsgrundes.

Der Arbeitgeber hatte erst von dem Kündigungsgrund erfahren, als ihm die ermittelnde Staatsanwaltschaft Akteneinsicht gewährt hatte. Und das geschah erst nach mehreren Anträgen und Nachfragen. Im Anschluss daran sei die Kündigung innerhalb der Frist ausgesprochen worden.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Beruf und Bildung

Studienabbrecher können in manchen Branchen Trainee werden

Bochum. Ein guter Studienabschluss öffnet Türen, so sagte man früher. Doch stimmt diese Aussage auch heute noch? Haben Studienabbrecher immer schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt?mehr...

Beruf und Bildung

Für Projekt „Ausbildung Weltweit“ bis Mitte Februar bewerben

Nürnberg. Nicht nur Studenten, auch Azubis möchten Auslandserfahrungen sammeln. Der Traum muss nicht unerfüllt bleiben. Das Projekt „Ausbildung Weltweit“ unterstützt sie dabei.mehr...

Beruf und Bildung

Weiterbildung für Mitarbeiter oft mit digitalen Methoden

Köln. Deutsche Unternehmer engagieren sich für die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Neben klassischen Methoden werden inzwischen auch die digitalen Möglichkeiten rege genutzt. Das geht aus einer Studie hervor.mehr...

Beruf und Bildung

Zulassungsbeschränkungen in Deutschland weiter rückläufig

Hamburg. Nach wie vor beschränken einige deutsche Hochschulen den Zugang zu bestimmten Studienfächern. Doch die Zahl der limitierten Studienangebote sinkt. Das zeigen Zahlen der Hochschulrektorenkonferenz.mehr...

Beruf und Bildung

Fremdenfeindliche Posts: Im Privat-Chat kein Kündigungsgrund

Worms. Der Umgang mit Hetze und Fremdenfeindlichkeit im Netz ist ein viel diskutiertes Thema. Öffentliche Anfeindungen können auch ein Kündigungsgrund sein. Wie ist es jedoch bei privaten Chats?mehr...

Beruf und Bildung

Mainzer Superrechner jongliert mit Petaflops

Mainz. Ohne Hochleistungsrechner ist Klimaforschung ebenso undenkbar wie die Erkundung kleinster Atomteilchen. Mit Mogon II an der Mainz Uni bekommt das „High Performance Computing“ in Deutschland neuen Schub.mehr...