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Fußball: 2. Bundesliga

Kauczinski übernimmt für Janßen beim FC St. Pauli

Hamburg Der FC St. Pauli hat Markus Kauczinski als Nachfolger von Trainer Olaf Janßen verpflichtet. Grund für die Ablösung: Der nach der besten Rückrunde der Klub-Geschichte als Mitfavorit in die Zweitliga-Saison gestartete FC St. Pauli steht plötzlich in der Abstiegszone. Den letzten Ausschlag gaben zwei deutliche Pleiten.

Kauczinski übernimmt für Janßen beim FC St. Pauli

Markus Kauczinki soll den FC St. Pauli wieder in ruhigere Fahrwasser führen. Foto: dpa

Der kriselnde FC St. Pauli hat seinen Kuschelkurs jäh beendet und Trainer Olaf Janßen durch Markus Kauczinski ersetzt. Der neue Chefcoach erhält beim hoch gehandelten, aber tief gestürzten Fußball-Zweitligisten einen Vertrag bis 2019 und soll nach sieben Spielen ohne Sieg schnellstmöglich die Trendwende herbeiführen.

Pleiten gegen Fürth und Bielefeld

„Durch die jüngste sportliche Entwicklung sind große Bauchschmerzen entstanden“, sagte Sportchef Uwe Stöver mit Blick auf die Pleiten in Fürth (0:4) und Bielefeld (0:5). „Markus ist ein Kenner der 2. Liga. Er hat bewiesen, dass er Teams stabilisieren und weiterentwickeln kann“, erläuterte Stöver den von Präsidium, sportlicher Führung und Aufsichtsrat gemeinsam getragenen Entschluss zum Trainerwechsel.

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Der neue Hoffnungsträger sagte, er habe bei den Verantwortlichen rasch das Gefühl gehabt, dass man „perfekt zusammenpasst. Ich habe auf einen Verein mit Potenzial, Perspektive und Spirit gewartet“, betonte Kauczinki, der zuvor den Karlsruher SC und den FC Ingolstadt betreut hatte. „Ein Teil davon zu sein, hat mich gereizt.“ Kauczinski leitete bereits am Donnerstag das erste Training und wird am Sonntag im Heimspiel gegen den MSV Duisburg erstmals auf der Bank sitzen.

Stark verunsicherte Spieler

Bis dahin will er seine stark verunsicherten Spieler in Gesprächen aufbauen, damit die Wende schnell gelingt. „Wenn eine Mannschaft auf die Fresse gekriegt hat und am Boden liegt, ist es wichtig, sie möglichst schnell wieder aufzurichten“, betonte der 47-Jährige. „Es ist viel Potenzial vorhanden, insgesamt halte ich den Kader für gut.“

Mit Janßens Freistellung nach nur 157 Tagen haben Klubchef Oke Göttlich & Co. bewiesen, dass sie auch zu unpopulären Entscheidungen fähig sind. Anders als 2016/17 bei Ewald Lienen hielten sie nicht am Coach fest. Allerdings ist die Lage auch eine andere: Lienen musste eine beispiellose Verletzungsserie verkraften, durch die der Kiezklub als nahezu abgeschlagener Tabellenletzter überwinterte. Mit Lienen und dem neuen Co-Trainer Janßen gelang mit 34 Punkten die beste Rückrunde der Klub-Geschichte und der Sprung auf Rang sieben.

Es hakt in der Offensive

„Olaf Janßen gebührt großer Anteil an der Rettung“, sagte Stöver. Während Lienen im Sommer Technischer Direktor wurde, sollte unter Janßen der Schwung genutzt und der Kampf um den Aufstieg zur 1. Liga gestartet werden. Anfangs wurde vor allem auswärts gut gepunktet, da die Defensive stabil stand. In der Offensive jedoch hakte es: Weniger Tore als St. Pauli (14) hat nur Schlusslicht Kaiserslautern (12) erzielt. Janßen aber stellte sich stets vor seine Spieler und redete trotz zunehmend schwacher Leistungen die Lage zu lange schön.

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Erst seit der KiezKlub nur zwei Punkte vor dem Relegationsplatz liegt, griff er durch. Er strich den freien Adventssonntag, ließ stattdessen im Morgengrauen trainieren. Das dürfte auf die Verantwortlichen wie blinder Aktionismus gewirkt und die Trennung beschleunigt haben. Denn dass sie mehr erwarten, ließ Stöver erkennen: „Wir sind auch nach 16 Spieltagen noch der Meinung, dass wir wie acht, neun andere Teams auch weit vorne mitspielen können. Für ganz vorn muss alles Positive zusammenkommen.“

Von dpa

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