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Kleinkind-Reanimierung behindert: Strafe für Autofahrer?

Berlin. Als ein Kleinkind in einer Berliner Kita wiederbelebt werden muss, spielen sich auf der Straße davor unfassbare Szenen ab: Ein Mann flippt aus, weil der Rettungswagen ihn am Ausparken hindert. Was sind die Folgen?

Kleinkind-Reanimierung behindert: Strafe für Autofahrer?

Rettungseinsatz in Berlin. Foto: Christina Peters

Er soll Sanitäter attackiert haben, die ein Kita-Kind reanimieren mussten: Dieses Verhalten könnte einen 23 Jahre alten Autofahrer den Führerschein kosten.

Um zu überprüfen, ob der Mann seine Fahrerlaubnis behalten dürfe, schalte man das zuständige Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten ein, sagte eine Polizeisprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Nach dem Vorfall am Freitag in Berlin seien zudem Anzeigen eingegangen: eine wegen Sachbeschädigung am Rettungswagen, eine weitere vom Vater des betroffenen Kindes wegen unterlassener Hilfeleistung. Der kleine Junge hat überlebt, ist nach Medienberichten aber noch in Behandlung.

Der 23-Jährige war von dem vor einer Kita abgestellten Rettungswagen etwa eine Stunde lang am Ausparken gehindert worden. Währenddessen soll er laut Zeugen den Seitenspiegel des Rettungswagens beschädigt haben. Auch Spuren von Fußtritten seien auf dem Wagen sichtbar gewesen, sagte ein Feuerwehrsprecher. Eine Anwohnerin rief die Polizei.

Bereits beim Eintreffen der Retter habe der Mann diese aufgefordert wegzufahren, sagte ein Feuerwehrsprecher. Die Sanitäter wussten bereits, dass sie ein Kind zu reanimieren hatten, sagten dies dem 23-Jährigen auch und ließen sich nicht beirren. Der Mann hielt laut Angaben dagegen, er müsse zur Arbeit. Als einer der Retter wenig später noch etwas aus dem Wagen holen musste, reagierte der Fahrer mit Drohungen und stellte sich ihm in den Weg, so die Feuerwehr.

Dass ihnen immer wieder Unmut entgegenschlägt und sie auch behindert werden, etwa von Gaffern, berichten Einsatzkräfte schon länger. So etwas wie am Freitag erlebe man aber nicht jeden Tag, sagte der Feuerwehrsprecher. Er betonte, gerade Rettungseinsätze bei Kindern seien für die Kollegen „Extremsituationen“, die emotional sehr betroffen machten.

Was Behinderungen und Aggressionen durch Dritte betrifft, so gebe es vermutlich eine hohe Dunkelziffer - Vorfälle, die gar nicht erst bekannt werden, weil die Sanitäter bei ihrer täglichen Arbeit keine Zeit für Anzeigen oder Meldungen hätten. Der Eindruck insgesamt: „Es ist rauer geworden“, so der Sprecher.

„Wie kann man so etwas machen? Wie kann man nur so an sich selbst denken, so rücksichtslos sein?“, zitiert „Welt Online“ den Vater des Jungen. Er sprach demnach von „absolut unmenschlichem Verhalten“.

Der Fall hatte bereits am Wochenende Empörung ausgelöst. Medienberichten zufolge soll der 23-Jährige vor Ort gesagt haben, es sei ihm egal, wer da reanimiert werde.

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