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Krawalle bei Demonstration in Athen

Athen. Jedes Jahr gedenken die Griechen an den Widerstand ihrer Jugend gegen eine Diktatur vor mehr als 40 Jahren. Alles verläuft friedlich - bis sich der schwarze Block von Autonomen anders entscheidet.

Krawalle bei Demonstration in Athen

Tränengas und Brände in Athen. Foto: Thanassis Stavrakis

Tausende Menschen haben am Freitag in Griechenland mit friedlichen Demonstrationen an den von der damaligen Militärdiktatur blutig niedergeschlagenen Studentenaufstand vom 17. November 1973 erinnert.

Allein in der Hauptstadt Athen marschierten am 44. Jahrestags des Aufstands gegen die sogenannte Obristenjunta (1967-1974) nach Schätzungen der Veranstalter mehr als 10.000 Menschen durch das Zentrum. Die Polizei hatte aus Angst vor Ausschreitungen starke Einheiten zusammengezogen, wie das staatliche Fernsehen berichtete. Tatsächlich kam es am Abend nach der Demonstration zu Krawallen. Hunderte vermummte Autonome schleuderten im Stadtteil Exarchia Dutzende Brandflaschen auf die Polizei.

Der Polizei lagen seit Tagen Informationen vor, wonach auch Autonome aus dem Ausland zu einer Chaos-Nacht nach Athen gekommen waren. Bereits am Mittwoch war ein Franzose festgenommen worden, der mit einer Eisenstange Überwachungskameras in dem Viertel zerstörte.

Die Autonomen hatten zudem die ganze Woche auf Flugblättern und per Internet auch die Bewohner von Exarchia aufgerufen, sich am Kampf gegen das „ausbeuterische System“ zu beteiligen. Sie sollten Demonstranten Zutritt zu ihren Häusern gewähren und selbst Gegenstände von Balkonen auf die Sicherheitskräfte werfen. Zahlreiche Anwohner hatten bereits am Vormittag das Viertel Exarchia verlassen.  

Dieser Stadtteil gilt als Hochburg der Autonomen-Szene in Athen. Autonome, Anarchisten und andere Gruppierungen haben dort seit Jahren die Oberhand gewonnen. Die Post und mehrere Banken haben ihre Filialen dort in den vergangenen Jahren geschlossen.

Die friedlichen Demonstranten in Athen zogen vor die amerikanische Botschaft und skandierten Parolen gegen die USA und die Polizei. In Griechenland ist die Ansicht weit verbreitet, dass die USA die Militärjunta geduldet hätten. Auch in anderen Städten gabe es ähnliche friedliche Kundgebungen.

Am Rande der Demonstrationen drangen rund 20 autonome Aktivisten in den Hof des Verteidigungsministeriums im Norden Athens ein, um gegen die militärische Kooperation Griechenlands mit den USA und Israel sowie gegen hohe Rüstungsausgaben ihres Landes zu protestieren.

Der Protest der Studenten im Athener Polytechnikum am 17. November 1973 gilt als Höhepunkt des Widerstandes gegen die Militärregierung unter den Diktatoren Georgios Papadopoulos und Dimitrios Ioannidis. Bei der Niederschlagung des Aufstandes wurden Dutzende Menschen getötet und Hunderte verletzt. 

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