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Kult-Regisseur Ulli Lommel gestorben

Berlin. Er war kultig, trashig und vor allem in den USA erfolgreich: Ulli Lommel. Als Regisseur und Schauspieler feierte er in 70er und 80er Jahren große Erfolge. Nun ist er im Alter von 72 Jahren gestorben.

Kult-Regisseur Ulli Lommel gestorben

Ulli Lommel ist tot. Foto: Daniel Karmann

Der deutsche Regisseur, Schauspieler und Produzent Ulli Lommel ist tot. Er starb bereits am vergangenen Samstag im Alter von 72 Jahren in Stuttgart, wie die Deutsche Kinemathek am Dienstag in Berlin mitteilte.

Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet. Demnach starb er an den Folgen eines Herzinfarkts. Lommel, der bis zu seinem Tod in Los Angeles lebte, galt als eine der vielseitigsten und eigenwilligsten Figuren des deutschen Films.

Ende der 60er Jahre lernte er Regisseur Rainer Werner Fassbinder kennen, mit dem er an rund zwanzig Produktionen arbeitete. Fassbinder war es auch, der Lommel in „Liebe ist kälter als der Tod“ (1969) seine erste Hauptrolle gab. Während seiner Schauspielkarriere stand er mit Stars wie Heinz Rühmann und Andy Warhol vor der Kamera.

Inspiriert unter anderem auch von seinem Förderer entdeckte Lommel die Regiearbeit für sich und inszenierte bis zu seinem Tod mehr als 60 Filme - darunter den amerikanischen Horror-Kassenschlager „The Boogeyman“ (1980), der in den USA Kult-Status erreichte. Sein Durchbruch als Regisseur war ihm schon 1973 mit dem Film „Die Zärtlichkeit der Wölfe“ gelungen, der Geschichte eines Jungenmörders.

Doch nicht alle seine Inszenierungen sorgten für Beifall. „Lommels Filme wurden eigenwilliger, extremer, grusliger, abstruser und - amerikanischer“, fasste die Kinemathek zusammen. Er habe seine Filme weitgehend in Amerika, mit kleinen Budgets und fern von Hollywood gedreht. Zu seinen umstrittensten Werken gehört die 1976 entstandene Hitler-Groteske „Adolf und Marlene“, in der er eine fiktive Begegnung von Marlene Dietrich und Adolf Hitler arrangierte.

In Deutschland machte er zuletzt mit dem Film „Daniel - Der Zauberer“ (2004) von sich reden. Das Doku-Drama erzählt die Geschichte von Sänger Daniel Küblböck, der durch die RTL-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ bekannt wurde.

Lommel wurde am 21. Dezember 1944 im heute polnischen Zielenzig geboren. Sein Vater war Unterhaltungskünstler, seine Mutter Schauspielerin. Weil die beiden oft auf Tour waren, musste er auch öfter die Schule wechseln.

Seine Lebensgeschichte wurde 2013 Stoff für das Theaterstück „Adolf und Marlene“ an der Berliner Volksbühne. „Lommel spielte, produzierte und inszenierte bis in die letzten Tage vor seinem Tod am 2. Dezember - intensiv wie immer“, erklärte die Kinemathek.

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