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„Liebe zu Besuch“: Reese Witherspoon in der Sinnkrise

München. Reese Witherspoon als alleinerziehende Mutter, die sich neu sortieren muss: „Liebe zu Besuch“ lebt nicht von peppigen Dialogen oder einer großen Liebesgeschichte, sondern vom Charme der Oscarpreisträgerin.

„Liebe zu Besuch“: Reese Witherspoon in der Sinnkrise

In „Liebe zu Besuch“ spielt Reese Witherspoon die alleinerziehende Mutter Alice. Foto: Karen Ballard/Splendid Film

Reese Witherspoon war schon natürlich Blond, auf Selbstfindungstrip in der Wildnis und die große Liebe eines eiskalten Engels. In ihrem neuesten Kinofilm, „Liebe zu Besuch“, spielt der sympathische Hollywood-Star eine alleinerziehende Mutter in der Sinnkrise.

Nach der Trennung von ihrem Mann (Michael Sheen) zieht es Alica (Witherspoon) von New York zurück in ihre Heimat Los Angeles. Mit ihren beiden Töchtern lässt sie sich in der Vintage-Villa ihres verstorbenen Vaters nieder - eines erfolgreichen und angesehenen Filmregisseurs, der genauso egozentrisch zu sein schien wie ihr Ex-Mann.

Vor ihren Kindern spielt Alice zwar die zuversichtliche Übermutter, doch innerlich ist sie nervös, unsicher und ein wenig verloren. Unterstützt wird sie bei ihrem Neuanfang von ihrer Mutter, verkörpert von einer eher zurückhaltenden Candice Bergen. Bereits im Kinoerfolg „Sweet Home Alabama“ spielten die Hollywood-Damen Seite an Seite.

Ihr 40. Geburtstag wird zum Wendepunkt für Alice, sie lernt drei junge, gut aussehende Filmemacher kennen. Harry, dessen Bruder Teddy und Kumpel George sind gerade an einem Projekt dran, pleite und auf der Suche nach einer neuen Bleibe. Schließlich landen sie im Gästehaus von Alice - und das Gefühlschaos beginnt.

Schnell entwickelt sich eine Romanze zwischen der Mutter und dem deutlich jüngeren Harry. Große Gefühle kommen bei der oberflächlich wirkenden Liaison aber nicht rüber. Und auch sonst punktet „Home Again“, wie der Film im englischen Original heißt, weniger mit Tiefe.

Der Film zeigt eine extrem idealisierte Welt - kaum eine Spur von grauer Realität, wenn man in die blitz-blanke Riesenküche von Alice blickt oder in das schicke und immer perfekt aufgeräumte helle Wohnzimmer. Der Garten, aus dem auch mal ein Open-Air-Kino wird, wirkt geradezu paradiesisch. Finanzielle Probleme, wie es sie bei vielen Alleinerziehenden gibt, spielen keine Rolle. Und auch sonst ist der Film ein müder Versuch, mit einer neuen Art von Patchworkfamilie zu spielen.

Überraschenderweise sorgen vor allem die Töchter Lola Flanery alias Isabel und Eden Grace Redfield alias Rosie für Lacher in der Komödie. Die beiden Nachwuchstalente überzeugen nicht nur mit ihrer süßen Art, sondern auch mit unerwarteten Sprüchen: „Ich bin total ausgelaugt, verzweifelt und die Dinge, die ich mal geliebt habe, sind jetzt unerträglich“, resümiert Isabel, die ältere von beiden, am ersten Tag in der neuen Schule.

Regisseurin und Drehbuchautorin Hallie Meyers-Shyer liefert mit „Liebe zu Besuch“ pure Popcorn-Unterhaltung, die vor allem vom Charme und der Präsenz von Oscarpreisträgerin Witherspoon lebt. Die scheint sich in ihrer Rolle sehr wohl zu fühlen. Parallelen zwischen ihr und ihrer Figur lassen sich nicht von der Hand weisen.

Denn die Leinwand-Blondine ist im echten Leben selbst gerade Anfang 40, wurde auch schon von ihrem ersten Ehemann - Schauspieler Ryan Phillippe - geschieden, mit dem sie ebenfalls zwei Kinder hat. Im Gegensatz zu Alice hat Reese aber schon wieder eine neue Liebe gefunden und geheiratet. Ihr drittes Kind kam vor rund fünf Jahren auf die Welt.

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