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„Little Prayers“: Harry Martes brüchige Americana

Berlin. Weit ist der Horizont dieser Songs, und groß ist das Herz dieses Songwriters. Harry Marte ist eine Entdeckung.

„Little Prayers“: Harry Martes brüchige Americana

Kantig: Singer/Songwriter Harry Marte. Foto: Lukas Gaechter

Der Staub der Prärie weht durch diese Songs, da heult eine Gitarre wie ein Kojote, und die markante Stimme von Harry Marte, brüchig, stark und filigran zugleich, erzählt Geschichten von Liebe und Verlust.

„Little Prayers“ (CrossCut Records) nennt der Singer/Songwriter aus dem Voralberg ganz bescheiden sein hörenswertes Album mit elf kunstvoll arrangierten Songs in der Americana-Tradition.

Marte hat viel erlebt, vielleicht auch erlitten, und diese Erfahrungen hört man seiner Stimme an. Fast feierlich klingt sein Opener „I Will“, ein Bekenntnis zu den eigene Werten als Künstler. Aber dieser Harry Marte ist kein depressiver Moralapostel. Federleicht klingt sein wunderbar swingender Lovesong „Give Me A Night“: „Lay your sweet heart into mine/without speaking a word“. Und so innig klingt auch „Holy Blood“, eine Beschwörung der magischen Kräften in der Natur. „See the ancient river/he knows the secret of your name“, und gerne folgt man den Windungen des ungebundenen Flusses („unchained river“), dem der Songwriter sich anvertraut.

Das sind starke, charaktervolle Songs aus dem Geiste des American Songbook und der Roots Music. Und Marte kann sich auf eine profilierte Band verlassen. Drummer und Produzent Alfred Vogel hält die musikalischen Fäden in der Hand, unterstützt von Gitarrist Marco Figini und Chris Dalhgren am Bass. Die drei bauen ein stabiles Haus für Martes Lyrik. Hörenswert.

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