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Fußball: WM 2018

Löw wird Last-Minute-Bucher - FIFA-Regeln ein Problem

Moskau/Frankfurt Die Engländer haben für die WM ihr Ostsee-Hotel längst reserviert, die Brasilianer in Sotschi eine Luxus-Herberge gefunden. Nur Joachim Löw überlegt weiter hin und her. Nach der recht gefälligen Moskauer Auslosungs-Show hat der Bundestrainer keine Zeit mehr zu verlieren.

Löw wird Last-Minute-Bucher - FIFA-Regeln ein Problem

Das Übungsgelände in Sotschi, das Deutschland beim Confed Cup im vergangenen Sommer nutzte, kann nicht vom DFB reserviert werden, da es offizieller FIFA-Platz für die Teams ist, die in Sotschi ihre Spiele bestreiten. Foto: dpa

Joachim Löw wird zum Last-Minute-Bucher. Nach der Rückkehr vom ersten Moskauer WM-Kurztrip trommelt der Bundestrainer so schnell wie möglich seinen Trainer- und Expertenstab zusammen. Ganz oben auf der WM-Agenda steht für Löw dabei nicht die Auseinandersetzung mit den im Kremlpalast zugelosten Gruppengegnern Mexiko, Schweden und Südkorea. Zunächst muss der Weltmeister-Coach sein erstes WM-Problem für das große Ziel Titelverteidigung lösen. Und viel Zeit bleibt dafür nicht mehr.

Sotschi oder Moskau - auch nach der gefälligen Auslosungs-Show in der russischen WM-Kapitale quält Löw weiter die offenbar höchst komplizierte Quartierwahl für den großen Turnier-Sommer 2018. „In den nächsten Tagen werden wir uns daran machen, irgendwie voranzukommen in unseren Entscheidungsprozessen. Wir müssen uns mal irgendwann entscheiden, wohin wir gehen ins Base-Camp“, sagte Löw.

Noch keine Hotelbuchung

Schon am 15. Dezember läuft die FIFA-Frist für die Hotelbuchung ab. Eine Woche später müssen laut Regeln des Weltverbandes die Verträge unterschrieben sein. Im Gegensatz zur Konkurrenz um die WM-Krone aus Brasilien (Sotschi), Argentinien (Moskau) und England (St. Petersburg), die sich schon vor der Auslosung auf eine WM-Dauerbleibe festlegte, steht der Weltmeister noch ohne fixe Hotelbuchung da.

MOSKAU Lösbare Aufgabe für das DFB-Team bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. In der Vorrunde trifft das Team von Trainer Joachim Löw auf Mexico, Schweden und Südkorea - das ergab die Gruppenauslosung am Freitag im Kremlpalast in Moskau.mehr...

Auch die Gruppengegner Mexiko (Moskau) und Schweden (Gelendschik) sind in ihren Planungen schon weiter. Und das in mehreren Medien als deutsche Moskau-Option gehandelte Camp in Ramenskoje ist längst von den Portugiesen reserviert.

Woran es noch hakt

Glücklich wirkten Löw und Teammanager Oliver Bierhoff über hartnäckige Nachfragen nach der WM-Bleibe nicht. Im Gegensatz zu den vorherigen Ankündigungen war mit der Zuordnung in die WM-Gruppe F und den logistisch angenehmen Spielorten Moskau, Sotschi und Kasan auch nach der Auslosung immer noch keine Entscheidung möglich.

Doch woran hakt es bei den sonst als Planungs-Weltmeistern bekannten Deutschen? Die Krux: Der Wunschoption Sotschi mit Sonnengarantie am Schwarzen Meer steht die ungeklärte Frage nach einem Trainingsplatz im Wege. Nach dpa-Informationen aus FIFA-Kreisen will der DFB den gleichen Platz nutzen wie beim Confed-Cup-Sieg im Sommer. Das Übungsgelände ist bei der WM aber offizieller FIFA-Platz für die Teams, die in Sotschi ihre Spiele bestreiten. Es kann daher nicht vom nach Quartier-Perfektionismus strebenden Weltmeister geblockt werden.

Bierhoff ist nun gefordert

Bereits im November hatte Bierhoff in anderen Zusammenhängen die strikten FIFA-Regularien bei der WM moniert. Der Teammanager ist nun gefordert, ideale Bedingungen zu schaffen wie beim WM-Triumph 2014, als das inklusive Trainingsplatz neu gebaute Campo Bahia zur Turnier-Oase wurde. „Wenn wir das wüssten“, entfuhr es Bierhoff im Kremlpalast auf die Frage nach der WM-Herberge. „Wir werden es nicht direkt entscheiden. Wir werden alle Daten sammeln“, kündigte er an.

Moskau. Deutschlands Gruppen-Kontrahenten sind wenig erfreut, dass sie 2018 in Russland gleich in der Vorrunde auf den Weltmeister treffen.Bundestrainer Joachim Löw dagegen sieht bei der WM in Russland „interessanten Spielen“ gegen die Dauerrivalen Mexiko und Schweden sowie die weniger bekannten Südkoreaner entgegen.mehr...

Logistische Argumente für Sotschi lieferte die Auslosung. Die weit entfernten Spielorte Jekaterinburg und Kaliningrad bleiben dem DFB-Team erspart. Zu den Partien gegen Mexiko in Moskau (17. Juni/17.00 Uhr/MESZ) und Südkorea in Kasan (27. Juni/16.00 Uhr/MESZ) kann man von Sotschi ohne großen Aufwand reisen. Die zweite Partie gegen Schweden (23. Juni/20.00 Uhr/MESZ) wäre im Fisht-Stadion quasi ein Heimspiel.

Spielorte stehen fest

Im weiteren Turnierverlauf wären St. Petersburg, Samara, Kasan und Moskau die möglichen Orte für die K.o.-Spiele. „Das ist schon mal ganz okay für uns. Da vermeiden wir die ganz langen Flüge“, sagte Löw. „Wir wissen, welche Anstoßzeiten da sind, welche Gegner, wir setzen uns mit den anderen Trainern zusammen, und dann werden wir entscheiden“, betonte Bierhoff.

Die sportliche Ausgangslage ist längst klar: Deutschland ist der logische Favorit auf den Spitzenplatz in der sonst ausgeglichenen Gruppe F. Für Mats Hummels lautet das „angestrebte Ziel“ Platz 1. „Ich bin sehr einverstanden mit der WM-Auslosung. Aber wir hatten kein Losglück“, sagte der Bayern-Verteidiger. Für Löws WM-Kandidaten zählt vorerst aber ohnehin nur der Jahresendspurt in der Bundesliga.

Löw warnt vor den Gegnern

Löw warnte dennoch schon mal routinemäßig vor Mexikanern, Schweden und Südkoreanern: „Man muss in jedem Spiel bereit sein, das ist die Lehre, die ich gezogen habe aus den letzten Jahren.“ Als WM-Mahnung droht ein Achtelfinale gegen Brasilien, wenn der Gruppensieg nicht gelingt.

Von dpa

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