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Magdalena Neuner: „Traue Laura Dahlmeier alles zu“

Wallgau. Magdalena Neuner überstrahlte alles. Sie war quasi Biathlon. Gab es Erfolge bei den Frauen, dann stand sie oben. Ihre Nachfolgerin kennt die Rekord-Weltmeisterin schon lange.

Magdalena Neuner: „Traue Laura Dahlmeier alles zu“

Die ehemalige-Weltklasse-Biathletin Magdalena Neuner hat eine hohe Meinung von Laura Dahlmeier. Foto: Angelika Warmuth

Magdalena Neuner hat es schon früh geahnt. Für sie ist der steile Aufstieg von Laura Dahlmeier zur neuen deutschen Biathlon-Königin keine Überraschung, eher die logische Konsequenz aus Talent und harter Arbeit.

„Ich kenne Laura schon als Kind. Sie ist für diesen Sport gemacht, dafür geboren. Wir wussten damals schon, dass aus ihr was wird“, sagte die Biathlon-Rekordweltmeisterin der Deutschen Presse-Agentur über ihre Nachfolgerin.

Diese will nach ihrem krankheitsbedingten Fehlen beim Saisonstart in Östersund in dieser Woche in Hochfilzen, dem Ort ihrer bisher größten Erfolge, einsteigen. Schon am Freitag könnte es zum Sprint-Duell mit Denise Herrmann, der Überraschungssiegerin von Östersund, kommen. Im Aufgebot stehen beide, wie der DSV am Dienstag mitteilte. „Dass meine Form gleich bei einhundert Prozent sein wird, glaube ich ehrlich gesagt nicht. Aber ich freue mich, dass es dann am Wochenende auch für mich losgeht“, sagte Dahlmeier. Wunderdinge erwarte sie „nach der Krankheit eher nicht“.

Magdalena Neuner und Laura Dahlmeier haben eine gemeinsame Vergangenheit, obwohl sie zusammen nie im Weltcup liefen. Beide Ausnahmetalente trainierten einige Zeit zusammen bei Bernhard Kröll, bevor Neuner 2012 ihre einmalige Karriere beendete. Die 30-Jährige war eines von Dahlmeiers Vorbildern. Vergleiche lehnen beide ab. „Lena ist Lena und ich bin Laura“, sagt Dahlmeier, die in einigen Karrierezahlen Gold-Lena schon hinter sich gelassen hat.

Denn in ihrer geschichtsträchtigen Vorsaison schaffte Dahlmeier in Hochfilzen Einzigartiges: Erste im Biathlon-Zirkus mit fünfmal Gold bei einer WM und elf WM-Medaillen in Serie. Von den elf Damen-Erfolgen inklusive WM und sieben zusätzlichen Podestplätzen holte Dahlmeier sage und schreibe 17 - unfassbare 95 Prozent.

Für Magdalena Neuner gibt es keinen Grund, warum es für Laura Dahlmeier nicht so weitergehen sollte. „Sie kann absolut so eine Saison abliefern wie die letzte. Sie wird, wenn sie gesund bleibt, nur schwer zu schlagen sein oder zumindest in jedem Rennen eine Chance auf das Podium haben“, ist die zweifache Mutter überzeugt.

Die Gründe? Dahlmeier habe eine außerordentliche mentale Stärke. Zudem machte die passionierte Bergsteigerin läuferisch noch mal einen großen Schritt, bestimmt anders als beim Weltcup-Einstieg die Laufzeiten mit. „Und sie hat so viel Nervenstärke, ich glaube nicht, dass sie jemals Probleme am Schießstand bekommen wird. Schon als Kind war sie eine tolle Schützin“, erinnert sich Neuner, die ihrerseits dank ihrer herausragenden Laufform Probleme am Schießstand kompensierte.

Bei den WM-Titeln führt Neuner noch mit 12:7. In Puncto Olympia-Gold steht es 2:0 für Neuner. Doch auch da wird Dahlmeier nachziehen. Da ist sich ihre Vorgängerin ganz sicher. Es müsse nicht mit rechten Dingen zugehen, wenn Laura Dahlmeier keine Olympia-Medaille hole.

„Das kann ich mir nicht vorstellen. Laura traue ich mindestens zwei Medaillen in den Einzelrennen zu“, lautet Neuners Prognose. Insgesamt geht Madgalena Neuner davon aus, dass sich das historische Olympia-Debakel der Damen von 2014 in Sotschi, wo es erstmals keine olympische Medaille gab, nicht wiederholt. „Sowohl die Damen als auch Herren sind so aufgestellt, dass sie nicht ohne Medaille zurückkommen.“

Erfolge erzeugen Erwartungen, Erwartungen Druck. Das weiß Magdalena Neuner nur all zu gut. Sie löste einen beispiellosen Hype um den Biathlon-Sport aus, der seit Jahren die Wintersportart Nummer eins ist. Die Serienerfolge führen dazu, dass dann schon mal ein dritter Platz oder starke Platzierungen unter den Top Ten als Enttäuschung gewertet werden. „Das ist das Luxusproblem, was wir in Deutschland haben. Da sind die Fans verwöhnt. Klar ist es ungerecht, wenn geschrieben wird: Laura ist nur Dritte geworden. Aber Laura wird nicht jeden Tag am Tisch sitzen und die Artikel über sich lesen. Ich glaube, sie hat da ein dickes Fell“, sagte Magdalena Neuner.

Sie selbst las anfangs noch, was über sie geschrieben wurde. Dann irgendwann nicht mehr. „Ich bin damit besser gefahren“, sagt sie rückblickend. Sie sei in der Beziehung dünnhäutiger als zum Beispiel Laura Dahlmeier. „Sie ist eher der Typ, der sagt, ich mache mein Ding und mir ist egal, was die anderen sagen.“

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