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Mainzer Freud und Leid: Tolles Spiel, kein Sieg

Mönchengladbach. Gladbach tut sich zu Hause schwer, Mainz kann auswärts richtig gut spielen - dennoch gab's für beide einen Punkt. Über die Frage, ob und wann der Videobeweis als Hilfsmittel eingesetzt wird, herrscht völlige Unklarheit.

Mainzer Freud und Leid: Tolles Spiel, kein Sieg

Haderte in Mönchengladbach mit dem Videobeweis: Mainz-Trainer Sandro Schwarz (l). Foto: Marius Becker

So richtig freuen konnten sich weder Sandro Schwarz über ein richtig gutes Auswärtsspiel seiner Mannschaft noch Dieter Hecking über einen spät geretteten Punkt.

Beide Trainer ärgerten sich nach dem 1:1 im Bundesligaspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und dem FSV Mainz 05 über die unterschiedlichen Entscheidungen, wann der Videobeweis angewendet wird und wann nicht.

„Das hat sich nicht gut angefühlt heute. Wir geben diesem Test mit dem Videobeweis keine Chance. Es bringt doch nichts, das immer wieder zu diskutieren. Es wäre gut für den Fußball, aber ich wage die Prognose, dass der Test im Winter eingestellt wird. Wir tun alle alles dafür, dass er nicht kommt“, meinte Gladbachs Coach Hecking. Auch sein Mainzer Kollege betonte: „Wir brauchen klare Richtlinien. Einmal wird geschaut, einmal nicht. Das macht es schwer, damit umzugehen“, sagte Schwarz.

Die Entscheidung, den Treffer von Levin Öztunali zum 2:0 nicht anzuerkennen, war richtig. Zuvor hatte der Mainzer Suat Serdar den Gladbacher Matthias Ginter eindeutig gefoult. Aber bis zur Entscheidung verstrichen Minuten. Vor dieser Situation gab es bereits eine strittige Szene bei einem Zweikampf zwischen Lars Stindl und Jean-Philippe Gbamin im Gladbacher Strafraum. Da wurde vom Video-Schiedsrichter Wolfgang Stark im Studio nichts überprüft. „Da haben wir Glück gehabt, ich habe ihn touchiert“, meinte Borussias Kapitän nach dem Spiel. „Ich würde mir wünschen, dass beide Szenen überprüft werden“, sagte der Mainzer Vorstand Sport Rouven Schröder.

Dabei war der erste Auswärtssieg seit mehr als acht Monaten für die Mainzer zum Greifen nahe. Mit einer mutigen und offensiven Aufstellung hatte Schwarz sein Team ins Rennen geschickt und die Gladbacher mächtig überrascht. Die Führung durch Abdou Diallo in der 19. Minute war nur folgerichtig. „Diese Leistung hätte mit drei Punkten belohnt werden müssen“, meinte Schröder. Öztunali sagte, wenn sein Treffer gezählt hätte, wäre es wohl anders gelaufen. „Mit einer 2:0-Führung für uns wäre sehr schwer geworden für Mönchengladbach“, betonte der Mittelfeldspieler. So blieben die Mainzer auch im elften Auswärtsspiel in Serie sieglos.

Völlig unerklärlich sind die derzeit schwankenden Leistungen der Gladbacher, die am vergangenen Wochenende beim 3:1-Sieg in Hoffenheim zumindest in der zweiten Halbzeit sehr gut auftraten. Außer dem 1:1 durch Jannik Vestergaards dritten Saisontreffer (67.) hatten die Borussen nicht wirklich viel zu bieten. „Wir hatten keine Kontrolle über das Spiel, waren gedanklich zu langsam und auch im Spielaufbau“, befand Hecking.

„Es ist so, dass wir diese Entwicklungsphase durchmachen müssen“, erklärte der Gladbacher Trainer, der mit seiner Mannschaft vor eigenem Publikum nun schon acht Punkte liegen ließ. „Das ist natürlich ärgerlich, aber zu Hause haben wir immer ein bisschen mehr Mühe“, sagte Torhüter Yann Sommer.

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