Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige
Anzeige

Marilyn Manson begeistert trotz Beinbruchs

Hamburg. Neun Konzerte musste US-Musiker Marilyn Manson nach einem Unfall auf der Bühne in seiner Heimat absagen. Die Vorzeichen für den Start seiner Deutschland-Tournee in Hamburg waren nicht unbedingt gut. Doch der Schockrocker lässt sich nicht beirren.

Marilyn Manson begeistert trotz Beinbruchs

Marilyn Manson leidet noch immer unter seiner Verletzung. Foto: Daniel Reinhardt

Marilyn Manson hat Humor. „The End“ von The Doors leitet seinen Deutschlandtour-Auftakt am Donnerstagabend in Hamburg ein. Ein bisschen Endzeitstimmung scheint angebracht, denn das Schicksal hat dem Schockrocker in den vergangenen Monaten schwer mitgespielt. 

Im Juli starb sein geliebter Vater, weshalb sich auch die Veröffentlichung seines zehnten Studioalbums „Heaven Upside Down“ auf den Herbst verschob. Während der laufenden Tour sah Manson sich gezwungen, seinen langjährigen Bassisten Twiggy Ramirez zu feuern, nachdem dessen Ex-Freundin Vergewaltigungsvorwürfe gegen diesen erhoben hatte.

Und dann war da noch der Unfall, den der Musiker Ende September während eines Auftritts in New York City erlitten hatte, als Teile der Bühnendekoration auf ihn gefallen waren. Die Übeltäter - zwei übergroße Pistolen - stehen bei Mansons Konzert in der Alsterdorfer Sporthalle in sicherer Distanz zu ihm am hinteren Bühnenrand. Der Sänger und Schauspieler eröffnet sein Konzert festgeschnallt auf einer Art hydraulischem Thron. Auf Knopfdruck kann er diesen nach oben ausfahren, um zu stehen. Denn: Manson kann sich als Folge des Unfalls nur bedingt bewegen; sein gebrochenes linkes Bein ist ummantelt von einem Stützstiefel. 

Rasch verwandelt sich die Bühne in eine Krankenstation, auf der Roadies in grünen Kitteln den Patienten Manson auf Liegen herumfahren oder ihn stützend zum Mikrofon geleiten und so selbst Teil der Show werden. Die Einschränkungen seines Bewegungsapparats halten das Enfant terrible der US-Rockszene jedoch nicht davon ab, ein druckvolles Konzert zu spielen - ganz anders als noch Anfang August beim Wacken Open Air, wo er völlig neben der Spur lag. Schon mit dem zweiten Stück „This Is The New Shit“ schreit Manson sich gezielt den Frust von der Seele.

Auch bei den neuen Liedern „We Know Where You Fucking Live“, „Say10“ und „Kill4Me“ klingt er ziemlich wütend. Nachdem ihn einige Kritiker schon abgeschrieben hatten, umweht Manson nun endlich wieder ein Hauch von Gefährlichkeit. Mit den Videos zu letzteren beiden Stücken sorgte er unlängst sogar für Mini-Skandälchen: In den Clips sieht man ihn und seinen Hollywood-Kumpel Johnny Depp Drogen- und Sexorgien feiern. Aber das waren schon immer Lieblingsmotive für seine Songs - bereits 1998 bei „The Dope Show“, für das er sich an diesem Abend als schwarzer Rabe im Federgewand inszeniert. 

Kurze und heftige 75 Minuten dauert sein Konzert. Die etwa 5500 Fans feiern den 48-Jährigen wie eine Gottheit. Es läuft derzeit eben doch nicht alles schlecht für Marilyn Manson. 

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

CD-Kritik

Yes servieren Live-Genuss auf Album Nummer 18

Berlin. Sie gehören zu den Urgesteinen der Rock-Geschichte. Im nächsten Jahr feiern Yes ihr 50-jähriges Jubiläum. Zur Einstimmung gibt es schon mal Live-Material der Band.mehr...

CD-Kritik

Peter Broderick: Avantgarde-Pop vom Feinsten

Berlin. Der US-Amerikaner Peter Broderick ist dieses Jahr gerade mal 30 geworden. Doch sein Werkkatalog liest sich wie der eines viel älteren Musikers. Mit „All Together Again“ liefert er jetzt eines seiner schönsten Alben ab.mehr...