Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige
Anzeige

Mehr Geld für Trennungskinder

Düsseldorf. Unterhaltspflichtige müssen ab kommendem Jahr mehr für ihre getrennt lebenden Kinder berappen - wenn diese noch minderjährig sind. Die Änderungen im Überblick:

Mehr Geld für Trennungskinder

Die Unterhaltssätze für Trennungskinder steigen: Ab 2018 beträgt der Mindestunterhalt für Kinder zwischen 0 und 5 Jahren 348 Euro. Foto: Marcel Kusch/dpa

Minderjährige Trennungskinder haben zum kommenden Jahreswechsel bundesweit Anspruch auf höheren Unterhalt. Dann tritt die neue „Düsseldorfer Tabelle“ in Kraft, wie das Oberlandesgericht in Düsseldorf mitteilte.

Die Unterhaltssätze steigen je nach Alter des Kindes und Einkommensgruppe des Unterhaltspflichtigen um sechs bis zwölf Euro im Monat. Dennoch dürfte für etliche Trennungskinder weniger bezahlt werden als vorher. Das liegt an den neuen Einkommensklassen.

So landen viele Besserverdiener mit der neuen Tabelle in einer niedrigeren Einkommensklasse. „Dieser Effekt lässt sich nicht vermeiden“, sagte Heinrich Schürmann, Sprecher des Deutschen Familiengerichtstages, auf Anfrage. Das Oberlandesgericht wollte sich zu den realen Auswirkungen nicht äußern.

Der Mindestunterhalt beträgt ab dem 1. Januar 2018 für Kinder der ersten Altersstufe (0 bis 5 Jahre) 348 Euro statt bisher 342 Euro. Für Kinder der zweiten Altersstufe (6 bis 11) sind es dann 399 Euro statt bisher 393 Euro und für Kinder der dritten Altersstufe (12 bis 17) 467 Euro statt bisher 460 Euro.

Die gesetzliche Erhöhung des Mindestunterhalts zieht eine Anpassung der Bedarfssätze der übrigen Einkommensgruppen nach sich. So muss ein Unterhaltspflichtiger mit einem Nettoeinkommen von mehr als 5100 Euro bis 5500 Euro im Monat künftig 748 Euro (bisher 736) für einen 12- bis 17-Jährigen berappen.

Die Bedarfssätze der Tabelle werden in der 2. bis 5. Einkommensgruppe um jeweils fünf Prozent und in der 6. bis 10. Gruppe um jeweils acht Prozent des Mindestunterhalts angehoben.

Die Sätze für volljährige Trennungskinder bleiben 2018 unverändert. Damit werde eine überproportionale Erhöhung des Bedarfs des volljährigen Kindes, das noch im Haushalt eines Elternteils lebt, im Verhältnis zum Bedarf eines allein lebenden Erwachsenen vermieden, so die Begründung des Gerichts.

Auf den Bedarf des Kindes ist das Kindergeld anzurechnen. Dieses beträgt ab dem 1. Januar 2018 für ein erstes und zweites Kind 194 Euro, für ein drittes Kind 200 Euro und für das vierte und jedes weitere Kind 225 Euro. Das Kindergeld ist bei minderjährigen Kindern in der Regel zur Hälfte und bei volljährigen Kindern in vollem Umfang anzurechnen.

Erstmals seit zehn Jahren werden auch die Einkommensgruppen angehoben. Die Tabelle beginnt daher ab dem 1. Januar 2018 mit einem bereinigten Nettoeinkommen bis 1900 Euro statt bisher bis 1500 Euro und endet bei 5500 Euro statt bisher bei 5100 Euro. Der ausbildungsbedingte Mehrbedarf erhöht sich von 90 Euro auf 100 Euro.

Die „Düsseldorfer Tabelle“ existiert seit 1962 und dient bundesweit als Richtlinie zur Bemessung des angemessenen Kindesunterhalts. Die nächste Änderung werde voraussichtlich zum 1.1.2019 erfolgen.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Frauen, Familie und Senioren

Möglichst früh einen altersgemischten Freundeskreis aufbauen

Köln. Nachmittags zum Senioren-Tanztee und mit Gleichaltrigen über die guten alten Zeiten schwatzen. Dabei die jungen Leute links liegen lassen. So stellen sich einige Menschen ihr Leben als Senior vor. Doch Psychologen warnen: So sollte man im Alter nicht leben.mehr...

Frauen, Familie und Senioren

Freunde gehen weg: Kinder in der Kita brauchen neue Rolle

Fürth. Wenn Spielgefährten in die Schule kommen, reagieren die zurückbleibenden Kita-Kinder zunächst traurig. Doch Eltern haben einige Möglichkeiten, ihren Kindern diese Erfahrung so wenig einschneidend wie möglich erscheinen zu lassen.mehr...

Frauen, Familie und Senioren

So funktioniert „Essen auf Rädern“

Düsseldorf/Bonn. Ganze Mahlzeiten, direkt nach Hause geliefert: „Essen auf Rädern“ ist eine bequeme Sache. Wer solche Menüs bestellt, sollte auf Ausgewogenheit auf dem Speiseplan achten - und schauen, dass er ab und an trotzdem gemeinsam mit anderen speist.mehr...

Frauen, Familie und Senioren

Versteckspiel: Kinder müssen Perspektive wechseln können

Baierbrunn. Wenn ich mir die Augen zuhalte, bin ich unsichtbar. Kleine Kinder lernen erst, sich die Perspektive anderer vorzustellen. Verstecken spielen macht Spaß und schult den Perspektivwechsel.mehr...

Frauen, Familie und Senioren

Digitales Spielzeug: Darauf sollten Eltern achten

Berlin. Immer früher treten Kinder in Kontakt mit der digitalen Welt. Doch vernetztes Spielzeug sollten Eltern vorab kontrollieren. Ein fehlender Schutz der Privatsphäre oder die Möglichkeit von In-App-Käufen können Gefahren bergen.mehr...