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Miese Stimmung bei Bundesagentur

Nürnberg. Misstrauen, fehlende Kooperation und Wertschätzung - eine Mitarbeiterbefragung unter 3000 Führungskräften offenbart ein desaströsen Betriebsklima bei der Bundesagentur für Arbeit (BA). Vorstandschef Scheele ist alarmiert und will reagieren.

Miese Stimmung bei Bundesagentur

Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, spricht in der BA-Zentrale in Nürnberg. Foto: Daniel Karmann/Archiv

Nach scharfer Kritik von Führungskräften am Betriebsklima bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) hat Vorstandschef Detlef Scheele einen grundlegenden „Kulturwandel“ angekündigt.

Er sprach am Mittwoch von einer Mitarbeiterbefragung, die einem „blauen Brief“ der Mitarbeiter an den Vorstand gleiche. In der Bundesbehörde solle künftig mehr Wert auf engere und ressortübergreifende Zusammenarbeit der Führungskräfte gelegt werden. Auch sollen gute Leistungen von Bundesagentur-Mitarbeitern künftig stärker wertgeschätzt werden, sagte Scheele in einem Telefoninterview mit der Deutschen Presse-Agentur. Über die Mitarbeiter-Befragung hatte zuerst der „Spiegel“ berichtet.

Bei der Befragung im vergangenen Sommer hatten viele der befragten rund 3000 befragten Führungskräfte den Führungsstil des BA-Vorstands teils scharf gerügt. Das geht aus einer Videobotschaft von BA-Chef Scheele an die Mitarbeiter hervor, die der dpa vorliegt. Nach Einschätzung der Beschäftigten fehlt es in der Bundesagentur an „Wertschätzung, Kommunikation und Zusammenarbeit“. Mitarbeiter in der Nürnberger Bundesbehörde beklagten zudem eine „Kultur des Misstrauens“. Es gebe zu viele Hochglanzbroschüren, die gelebte Wirklichkeit sehe aber ganz anders aus.

Scheele, der den angekündigten „Kulturwandel“ inzwischen zur Chefsache gemacht hat, zeigte sich in der Videobotschaft von dem Umfrageergebnis betroffen: „Die Befragung ist eher schlecht ausgefallen. Das muss man sagen. Auch mit Noten zwischen fünf und sechs. Das entspricht einem blauen Brief und die Versetzung ist gefährdet.“ Damit habe die Umfrage „meinen Eindruck bestätigt und leider übertroffen“, sagte er der dpa ergänzend.

„Jetzt ziehen wir unter meiner Regie die Schlüsse daraus“, kündigte Scheele am Mittwoch an. „Klar ist auch: Eine neue Kultur der Zusammenarbeit kommt nicht über Nacht.“ Erste Konsequenzen sollen bereits bei zehn in den kommenden Wochen stattfindenden Regionalkonferenzen mit Arbeitsagentur- und Jobcenter-Chefs gezogen werden. Dort sollen „Kooperation“, „Wertschätzung“ und „Zusammenarbeit“ ein wichtiges Thema sein, sagte Scheele.

Zugleich kündigte der Bundesagentur-Chef volle Transparenz beim Umgang mit dem Umfrageergebnis an. So habe sich der Vorstand entschieden, die Ergebnisse inklusive aller offenen Anmerkungen im Intranet der Bundesagentur zu veröffentlichen und damit jedem der 100 000 BA-Mitarbeiter zugänglich zu machen. Zugleich gab Scheele aber auch zu bedenken: „Die Ergebnisse der Befragung betrachten die Vergangenheit.“ Scheele gehört dem Bundesagenturvorstand bereits seit rund zwei Jahren an. Die Nachfolge des früheren BA-Vorstands Frank-Jürgen Weise trat er aber erst in diesem Frühjahr an.

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