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Fußball: Videobeweis

Modifikation: Noch mehr Macht für Assistent im Studio

Frankfurt/Main Der Videobeweis verändert den Fußball - für den Rest der Bundesliga-Saison vielleicht noch mehr als bisher. Der DFB modifiziert das Prozedere. Auslöser dieser Maßnahme ist die anhaltende Kritik an der technischen Neuerung. Der DFB betonte erneut, dass sich der Videobeweis noch in der Testphase befinde.

Modifikation: Noch mehr Macht für Assistent im Studio

Der Videoschiedsrichter soll künftig häufiger ins Spiel eingreifen können. Foto: dpa

Nach der anhaltenden Debatte um den Videobeweis hat der Deutsche Fußball-Bund seine Anweisungen an die Bundesliga-Schiedsrichter verändert. Der Videoschiedsrichter soll laut Fachmagazin „Kicker“ (Donnerstag) künftig auch dann eingreifen, wenn keine klare Fehlentscheidung des Unparteiischen vorliegt. Vor der Saison hatte der DFB kommuniziert, dass das technische Hilfsmittel nur zum Einsatz komme, „wenn der Schiedsrichter auf dem Spielfeld eine klare Fehlentscheidung getroffen oder eine entscheidende Szene übersehen hat“.

Dreiseitiges DFB-Schreiben

Das Magazin beruft sich auf ein dreiseitiges DFB-Schreiben vom 25. Oktober, das an alle Bundesligisten verschickt worden sei. Ein DFB-Sprecher bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass der Verband in Abstimmung mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) einen Brief an alle Klubs geschickt habe. Dieser soll in den kommenden Tagen mit entsprechenden Videoszenen veröffentlicht werden.

Stuttgart Im Schongang gewinnt der VfB Stuttgart das Landesderby gegen den SC Freiburg. Die Gastgeber profitieren von einem frühen Platzverweis, der allerdings strittig ist. Teil der anschließenden Diskussion war wieder einmal der Videobeweis. Damit vergrößern sich die Freiburger Abstiegssorgen bei einem Punkt Vorsprung auf Platz 16.mehr...

„Wir haben nach dem 5. Spieltag eine Kurs-Korrektur vorgenommen, ohne den grundsätzlichen Ansatz des VA-Projekts ‚Eingriff nur bei klarem Fehler‘ in Frage zu stellen“, zitiert der „Kicker“ aus dem Brief: „Bei schwierigen Situationen, in denen die Einordnung der Schiedsrichterentscheidung in die Kategorie ‚klarer Fehler‘ nicht zweifelsfrei gewährleistet ist, der Video-Assistent aber starke Zweifel an der Berechtigung der Schiedsrichterentscheidung hat, soll er das dem Schiedsrichter unverzüglich mitteilen.“ In der Bundesliga griff der Videoschiedsrichter zuletzt häufiger bei strittigen Situationen ein.

Bitterböse Kommentare

Zuletzt hatte es nach dem 0:3 des SC Freiburg in Stuttgart bitterböse Kommentare zu der Neuerung im Testverfahren gegeben. In seiner jetzigen Form sei das vermeintliche Hilfsmittel der Referees „ein Schmarrn“, schimpfte Stürmer Florian Niederlechner nach einer umstrittenen Roten Karte gegen seinen Teamkollegen Caglar Söyüncü. „Der gehört weg. Einfach der ganz normale Fußball soll wieder gespielt werden“, forderte Niederlechner. Selbst Spielleiter Tobias Stieler hatte an der eigenen Entscheidung „Zweifel“ geäußert, SC-Trainer Christian Streich reagierte fassungslos auf den Fauxpas.

Bremen Der FC Augsburg hat die Krise beim SV Werder Bremen weiter verschärft und den Druck auf Trainer Alexander Nouri noch weiter erhöht. Nach der höchsten Saisonniederlage der Bremer beim 0:3 (0:2) gegen Augsburg skandierten einige Bremer Fans zwischenzeitlich „Nouri raus“. Auch die Rückkehr eines Hoffnungsträgers half den Grün-Weißen nicht.mehr...

Der DFB wiederholte daraufhin, dass sich der Videobeweis in einer Testphase befinde. „Am Saisonende wird dann alles zusammengetragen und entschieden, ob und wie es weitergeht“, hieß es. Auch beim Wintertrainingslager der Referees im Januar auf Mallorca dürfte dies ein größeres Thema werden. „Diese Technik soll dabei helfen, dass es auf dem Platz noch gerechter und fairer zugeht“, heißt es seit Saisonbeginn auf der DFB-Homepage. Dabei können Szenen korrigiert werden, in denen es um erzielte Tore, Elfmeter, Platzverweise und die Verwechslung von Spielern geht.

Massive technische Probleme

Zum Saisonbeginn hatten zunächst massive technische Probleme die Neuerung erschwert. Danach gab es trotz des Video-Assistenten, der in einem Studio in Köln sitzt und sich Aufnahmen aus bis zu 17 Kamera-Perspektiven anschauen kann, immer wieder strittige Entscheidungen. Unterschiedliche Auslegungen machen den Unparteiischen weiter das Leben schwer. Einer „Flut von Videoüberprüfungen“, so der „Kicker“ sei nun Tür und Tor geöffnet.

Von dpa

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