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Nach 33. Weltcupsieg: Pechstein bucht Olympia-Ticket

Stavanger. Claudia Pechstein hat drei Monate vor den Olympischen Spielen eine Sternstunde erlebt. In Stavanger avancierte die 45-Jährige zur ältesten Weltcupsiegerin der Eisschnelllauf-Geschichte. Auch die Geschwister Dufter und Patrick Beckert hatten Grund zum Jubeln.

Nach 33. Weltcupsieg: Pechstein bucht Olympia-Ticket

Claudia Pechstein qualifizierte sich für die Olympischen Winterspiele. Foto: Jerry Lampen

Claudia Pechstein legte den Finger auf den Mund und wirkte im Ziel wie berauscht. „Unglaublich, wirklich unfassbar“, jubelte die Eisschnelllauf-Olympiasiegerin nach ihrem historischen Coup in Stavanger.

Mit 45 Jahren vollbrachte die Berlinerin am Sonntag ein kleines Wunder und lief über 5000 Meter zu ihrem 33. Sieg im Weltcup. Als älteste Weltcupsiegerin der Eisschnelllauf-
Geschichte machte sie nicht nur als erste Deutsche die Teilnahme an ihren siebten Olympischen Winterspielen perfekt, sondern avancierte auch zur Mitfavoritin für Pyeongchang.

Ein Sponsor und guter Freund reagierte sofort auf den sensationellen Erfolg und spendierte ihr den Rückflug von Stavanger nach Berlin in einem privaten Lear-Jet. „Das, was heute passiert ist, kann man nicht beschreiben“, sagte Pechstein. „Ich habe hier Eisschnelllauf-Geschichte geschrieben. In diesem Alter wird wohl nie wieder einer Athletin ein Weltcupsieg gelingen“, sagte sie und erklärte ihre Finger-Geste auf der Ehrenrunde: „Das war ein Zeichen an meine Feinde von der ISU, die mich zu Unrecht gesperrt haben. Sie sollen ganz ruhig sein, so lange ich so weiterlaufe“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.

Aber für Pyeongchang habe das Resultat keine Aussagekraft. „Außer dass ich jetzt aufgrund der guten Zeit auch einen guten Startplatz bei Olympia erhalten werden“, meinte sie, während ihr Freund Matthais Große bei einer Wette gegen den früheren Bundestrainer Bart Schouten ein Fläschchen Hochprozentiges gewann. Schouten hatte auf die am Ende zweitplatzierte Kanadierin Ivanie Blondin gesetzt.

Pechsteins Runden-Plan war auf eine Zeit von 6:57 bis 7:00 Minuten ausgerichtet. „Irre, dass es nun sogar noch besser lief“, meinte sie, nachdem sie in Bahnrekordzeit von 6:56,60 Minuten zum 112. Mal in ihrer Karriere auf das Weltcup-Podest gelaufen war. „Natürlich habe ich nach meinem Lauf noch etwas gebangt. Aber als dann Martina Sablikova auch nicht an die Zeit herankam, ist meine Hoffnung auf den Sieg gewachsen“, schilderte Pechstein. Ihr letzter Weltcuperfolg war ihr - gleichfalls auf den 5000 Metern - vor drei Jahren in Seoul gelungen. Ihren ersten hatte sie vor 26 Jahren erkämpft.

Auch Patrick Beckert hat am Sonntag sein Ziel erreicht und sich als sechster deutscher Eisschnellläufer das Ticket nach Pyeongchang gesichert. Der WM-Dritte aus Erfurt lief über 10 000 Meter in 13:04,97 Minuten auf den siebten Platz. Der Inzeller Moritz Geisreiter verpasste in 13:08,87 Minuten als Neunter die direkte Olympia-Norm um einen Rang. Er hatte sich aber in der Vorwoche trotz Rang neun über 5000 Meter das Ticket gesichert, weil vier Niederländer vor ihm lagen, aber nur drei bei Olympia starten dürfen.

In den Tagen zuvor durfte auch Familie Dufter in Norwegen jubeln. Die Inzeller Geschwister Joel (Neunter über 1000 Meter) und Roxanne (Elfte über 1500 Meter) knackten jeweils zum zweiten Mal die halbe Norm und erleben im Februar ihr Olympia-Debüt. „Natürlich habe ich mich gefreut, dass Joel es gepackt hat. Aber andererseits hat dies den Druck auf mich erhöht, das auch zu schaffen“, sagte die 25-jährige Roxanne, die nur um zwei Plätze die bisher beste Weltcup-Platzierung ihrer Laufbahn verfehlte.

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