Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige
Anzeige

Nach Unfalltod der Tochter kein Schmerzensgeld vom Staat

Augsburg. Eine Autofahrerin verunglückt - doch die Polizei findet das Wrack nicht, und die junge Frau stirbt. Nun scheitern ihre Eltern vor Gericht mit einer Schmerzensgeldklage gegen den Freistaat Bayern.

Nach Unfalltod der Tochter kein Schmerzensgeld vom Staat

Das Landgericht Augsburg entschied, dass den Streifenbeamten kein Vorwurf gemacht werden könne. Foto: Armin Weigel

Eine junge Autofahrerin kommt möglicherweise nur deshalb ums Leben, weil Polizisten nach einem nächtlichen Unfall ihren Wagen nicht fanden - dennoch muss der Freistaat Bayern an die Eltern weder Schmerzensgeld noch Schadenersatz zahlen.

Das Landgericht Augsburg entschied am Montag, dass den Streifenbeamten vor Ort kein Vorwurf gemacht werden könne. Es habe „eine nicht vorhersehbare Verkettung unglücklicher Umstände“ gegeben.

Die 24-Jährige war im Sommer 2015 aus nicht geklärten Gründen auf der Autobahn Stuttgart-München (A8) bei Dasing von der Straße abgekommen. Das Auto schleuderte mehrere hundert Meter über den Grünstreifen und stürzte dann in eine Brückenböschung. Die Fahrerin starb in dem Wrack an ihren schweren Verletzungen - der Wagen wurde erst mehr als acht Stunden später von einem Spaziergänger entdeckt.

Bei schneller Hilfe hätte die Frau möglicherweise überleben können. In dem Zivilprozess forderten die Eltern des Todesopfers vom Dienstherrn der Beamten nun Schmerzensgeld und die Bestattungskosten für ihre Tochter, insgesamt mehr als 25.000 Euro.

Zeugen hatten den Unfall beobachtet und die Notrufzentrale des Polizeipräsidiums in Augsburg benachrichtigt. Daraufhin fuhren Polizisten an den ungefähren Unfallort und suchten mit Taschenlampen nach dem Wagen, konnten aber nichts entdeckten. Dafür fanden sie ein Pannenfahrzeug auf dem Seitenstreifen. Der Fahrer sagte den Beamten, ihm sei ständig das Licht ausgegangen, deswegen sei er rechts rangefahren. Die Polizisten gingen daher davon aus, dass es sich bei der telefonischen Unfallmeldung um eine Falschmeldung gehandelt habe.

Zudem war am Unfallort weder die Leitplanke noch der Wildschutzzaun neben der Fahrbahn beschädigt. Den Polizisten sei keine fahrlässige Amtspflichtverletzung vorzuwerfen, erklärte eine Gerichtssprecherin. Mit einem „derart atypischen Unfallverlauf“ hätten die Beamten nicht rechnen müssen. Auch der Notrufbeamte in der Polizeizentrale habe keinen fahrlässigen Fehler begangen, meinten die Richter. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

(Az.: 34 O 1568/17)

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Panorama

Winterwetter Ursache für Absturz von Kleinflugzeug?

Waldburg. Sie wollen von Frankfurt nach Friedrichshafen fliegen. Doch kurz vor dem Ziel stürzt die Cessna mit drei Insassen in einem Waldgebiet ab. Ob den drei Männern das Wetter zum Verhängnis wurde?mehr...

Panorama

Drei Tote bei Absturz von Kleinflugzeug in Baden-Württemberg

Ravensburg. Kurz vor dem Ziel stürzt ein Kleinflugzeug in einem schwer zugänglichen Gebiet ab. Die Polizei findet drei Tote. Schnee erschwert in der Nacht die Bergungsarbeiten.mehr...

Panorama

Weihnachtsbäume oft mit Pestiziden belastet

Nürnberg. Weihnachtsbäume in Deutschland sind laut Naturschützern teils mit gefährlichen Pestiziden belastet. Bei 13 von 17 untersuchten Bäumen habe ein unabhängiges Labor in den Nadeln Rückstände verschiedener Pflanzenschutzmittel nachgewiesen.mehr...

Panorama

Regen, Matsch, Schnee: Wetter bleibt ungemütlich

Offenbach/Berlin. Das Wetter in Deutschland bleibt durchwachsen. Zum Wochenende hin könnte der Winter im ganzen Land zurückkehren. Offen ist, ob sich der Neuschnee bis Weihnachten hält.mehr...

Panorama

Zwei Menschen sterben bei Unfall in Schweizer Gotthardtunnel

Altdorf. Ein Auto mit deutschem Kennzeichen kommt im Schweizer Gotthardtunnel von der Spur ab und prallt frontal gegen einen Lkw. Zwei Menschen sind tot, vier verletzt. Nach stundenlangen Aufräumarbeiten war der Tunnel wieder befahrbar.mehr...