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Pakistans Militär will vorerst auf Gewalt verzichten

Islamabad. Seit mehr als zwei Wochen protestieren in Islamabad radikale Muslime mit Straßenblockaden gegen Justizminister Hamid. Sie werfen ihm Gotteslästerung vor. Eine Räumung der Blockaden endet am Samstag mit sechs Toten. Nun verspricht das Militär: Fortan keine Gewalt.

Nach der Eskalation der Gewalt bei der Räumung von Straßenblockaden islamistischer Demonstranten mit sechs Toten haben sich Militär und Politik auf einen Gewaltverzicht verständigt.

Das berichten pakistanische Medien am Sonntag nach einer Krisensitzung von Premierminister Shahid Khaqan Abbasi mit ranghohen Vertretern von Politik und Militär. Eine offizielle Stellungnahme gab es nicht.

Zugleich protestierten etwa 3.000 Demonstranten in der Hauptstadt Islamabad und anderen Städten gegen den Einsatz vom Samstag. Dabei sollen in Islamabad Medienberichten zufolge eine Polizeiwache angegriffen und zwei Polizisten entführt worden sein. Auch in anderen Städten des Landes habe es vereinzelt Zwischenfälle gegeben.

Rund 8.000 Polizisten sowie paramilitärisch Kräfte hatten am Samstag versucht, eine seit mehr als zwei Wochen bestehende Straßenblockade von etwa 2.000 Mitgliedern der Bewegung Tehreek Labaik Ya Rasool Allah an einer wichtigen Einfallsstraße nach Islamabad aufzulösen. Sie wollen den Rücktritt des Justizministers Zahid Hamid erzwingen, dem sie Gotteslästerung vorwerfen. Die Polizisten setzten Tränengas, Wasserwerfer und Gummigeschosse ein. Nach dem gescheiterten Räumungsversuch wurde auch Militär angefordert.

Analysten sprachen Medien zufolge von einer explosiven Lage. Die Armee scheine aber auf Verhandlungen der Regierung mit den Demonstranten zu setzen.

Nach Meinung der Demonstranten hatte Justizminister Hamid den Text des Eides, den Parlamentarier ablegen müssen, im Interesse der religiösen Minderheit der Ahmadi abgeändert. Ahmadis sind eine islamische Sondergemeinschaft, die in Pakistan nicht als Muslime anerkannt werden. Die Änderung der Eidesformel war schnell wieder zurückgezogen worden. Das stoppte die Demonstranten allerdings nicht. 18 Tage lang legten sie die Hauptstadt lahm. Aus ihrer Sicht soll Hamid versucht haben, im Wahlgesetz des Landes den Hinweis auf Mohammed als letzten Propheten Gottes entfernen zu lassen.

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