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Petersen als Freiburgs Anführer im Abstiegskampf

Freiburg. Nach dem 2:1 gegen Mainz war die Erleichterung beim SC Freiburg groß. Mit dem zweiten Saisonsieg wendeten die Breisgauer eine bedrohlichere Lage im Abstiegskampf ab. Streich konnte sich auf einen Stürmer in ungewohnter Rolle verlassen, der einen Patzer ausnutzte.

Petersen als Freiburgs Anführer im Abstiegskampf

Freiburgs Nils Petersen (r) jubelt über seinen Treffer gegen Mainz. Foto: Patrick Seeger

Christian Streich ließ sich zum Sonderlob für seinen Knipser Nils Petersen gar nicht erst bitten. Beeindruckt von der Raffinesse, dem Willen und enormen Laufeinsatz schwärmte der Trainer des SC Freiburg nach dem 2:1 (0:0) gegen den FSV Mainz 05 ausführlich von seinem Anführer.

„Jetzt muss er vorausgehen, und er tut es, und er kann es auch“, erklärte Streich. „Das ist herausragend.“ Der 52-Jährige wusste, er konnte sich bei Petersen bedanken, dass sich seine Sorgen beim Blick auf die Abstiegsregion vor dem nächsten Heimspiel gegen den Hamburger SV nicht vergrößert haben.

Der Stürmer selbst stand nach den noch ungewohnten 90 Minuten erschöpft in den Katakomben des Schwarzwald-Stadions. Seit dem Kniescheibenbruch von Offensivkonkurrent Florian Niederlechner ist er seine Jokerrolle los. Und bei seiner dritten Partie nacheinander in der Startelf bewies der beste Joker der Fußball-Bundesliga, dass er nicht nur als Einwechselspieler treffen kann. Beim folgenschweren Rückpass-Fauxpas von Danny Latza lauerte Petersen goldrichtig.

Sein Führungstor unter großzügiger Mithilfe legte die Basis für den erst zweiten Saisonerfolg des Tabellen-16. nach zuvor fünf sieglosen Spielen. „Ich bin zufrieden mit mir, und das bin ich selten“, sagte der 28-Jährige. Sein zuvor einziges Saisontor datierte vom 20. September, vom Kurzeinsatz beim 1:1 gegen Hannover. Zehn Treffer gelangen ihm 2016/17, neun davon nach einer Einwechslung. Mit 19 Joker-Toren hält er den Bundesliga-Rekord. Am Samstag lobte Streich auch seinen unermüdlichen Einsatz: „Ich weiß nicht, ob er gewusst hat, dass er so viele Läufe machen kann. Jetzt weiß er es, und ich weiß es auch, das ist auch eine Verpflichtung.“

Im Abstiegskampf muss der Coach die Anführerrolle auch deswegen von Petersen einfordern, weil Stammkräfte wie Niederlechner und Mike Frantz verletzt ausfallen. Und weil Zugänge wie Bartosz Kapustka oder Marco Terrazzino die Abgänge von Maximilian Philipp und Vincenzo Grifo nicht kompensieren. „Wir haben schon das Gefühl, dass wir dem Kader insgesamt nochmal einen minimal anderen Anstrich geben wollen“, kündigte Sportvorstand Jochen Saier bei Sky Transfers für den Winter mit einem Seitenhieb an: „Viele haben ohne Frage richtig Potenzial, aber die Anlaufzeit ist beim einen oder anderen etwas länger.“

Der Überraschungs-Siebte der Vorsaison hat nun mit dem Heimspiel am Freitag gegen Abstiegskonkurrent Hamburger SV und der Reise zum Schlusslicht 1. FC Köln wegweisende Aufgaben vor sich. Die Bilanz mit elf Punkten aus 13 Partien hätte zuvor auch problematischer werden können, nun beträgt der Rückstand auf den HSV und den rettenden 15. Rang zwei Zähler. Gegen Mainz legte Florian Kanth zwar nach (90.+1), doch Emil Berggreen ließ die Gastgeber kurz bangen (90.+2). Auch der famose Distanzschuss von Jean-Philippe Gbamin aus der Mainzer Hälfte hätte die Wende bringen können, wäre er nicht an der Latte gelandet und hätte Kenan Kodro den folgenden Kopfball besser platziert.

Deutlich erleichtert, aber mit verhaltener Freude stufte Streich den ersten Dreier seit dem siebten Spieltag nicht als „Befreiungsschlag“ ein. „Wir waren die letzten zwei Jahre sehr verwöhnt. Wir haben die letzten zwei Jahre mit der Zweitliga-Saison von vier Spielen drei gewonnen im Schnitt - das ist ja fast Bayern München gewesen“, sagte der dienstälteste Bundesliga-Coach. Nun kann sich die Lage nur mit einem weiteren Sieg gegen die Hamburger, die überraschend am Sonntag 3:0 gegen 1899 Hoffenheim gewannen, etwas beruhigen. „Das ist eine Chance, die wir ergreifen müssen“, forderte Petersen.

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