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Pink Floyd: Fortsetzung der Vinyl-Werkausgabe

Berlin. Seit zwei Jahren legen Pink Floyd ihre Studioalben in Vinyl neu auf. Jetzt steht eine Reise in die 80er Jahre an.

Pink Floyd: Fortsetzung der Vinyl-Werkausgabe

Puppen in „Glühlampen-Anzügen“ in der Londoner Pink-Floyd-Ausstellung - eine Anspielung auf das Cover des Albums „Delicate Sound Of Thunder“. Foto: Joel Ryan/Invision

Vor allem die frühen Songs und Konzerte von Pink Floyd waren ein echter psychedelischer Trip, eine Einladung zum Wegdriften in ferne Sphären. Dass es die britische Band tatsächlich ins All geschafft hat, wenn auch nicht in persona, ist eine hübsche Randnotiz der Rock-Geschichte.

Ein Kosmonaut des sowjetischen Raumschiffs „Sojus 7“ wollte 1988 unbedingt mit den Sphären-Klängen von Pink Floyd ins All reisen. Daraufhin flogen David Gilmour und Nick Mason in die damalige Sowjetunion, um beim Start von „Sojus 7“ dabeizusein. Im Gepäck war eine Cassette ihres Albums „Delicate Sound Of Thunder“.

Ganz irdisch hingegen ist die Wiederveröffentlichung des vor ziemlich genau 29 Jahren erschienenen Live-Doppel-Albums auf jeweils 180 Gramm Vinyl, womit Pink Floyd die remasterte Ausgabe ihres LP-Werkkatalogs fortsetzen.

Die Streitereien mit Roger Waters waren inzwischen weitgehend beigelegt worden, als Pink Floyd erstmals ohne ihn zu einer großen Konzertreise aufbrachen. Der Gigantomanie sind die Briten bei ihrer „A Momentary Lapse of Reason“-Welttournee allerdings treu geblieben. Und die Schauplätze waren zuweilen extrem spektakulär: Das Schloss von Versailles bei Paris und die schwimmende Bühne in Venedig sind nachhaltig in Erinnerung geblieben.

Die Aufnahmen zu „Delicate Sound Of Thunder“ fanden allerdings an fünf Abenden im Nassau Coliseum, Long Island statt. Neben Klassikern wie „Wish You Were Here“, „Shine On You Crazy Diamond“ oder „Comfortably Numb“ spielten Pink Floyd auch Songs von ihrem aktuellen Album „A Momentary Lapse of Reason“ (1987).

Damit war „Delicate Sound Of Thunder“ Resümee und Neuanfang in einem. Dazu passt, dass 1988 auch das Super-Album „The Dark Side Of The Moon“ nach 724 Wochen aus den Top 200 der US-Albumcharts gefallen war. Eine neue Zeitrechnung hatte endgültig begonnen.

Mag „Delicate Sound Of Thunder“ für Allflüge taugen, so trägt das ebenfalls auf Vinyl erschienene Album „A Collection Of Great Dance Songs“ (1981) seine Bestimmung im Titel: Eine Rave-Party ist mit der Sammlung von Liedern wie „One Of These Days“ oder „Money“ zwar nicht drin, aber was damals für Party-Stimmung sorgte, funktioniert auch heute noch.

Damit geht auch für Pink Floyd ein Jahr der Feierlichkeiten zu Ende. Vor 50 Jahren war mit „The Piper At The Gates of Dawn“ das erste Album der Band erschienen, was im Londoner Victoria and Albert Museum mit der großen Ausstellung „Their Mortal Remains“ gebührend gewürdigt worden war.

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