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Präsident Hoeneß aktiv wie eh und je

München. Seit einem Jahr steht Uli Hoeneß wieder an der Spitze des FC Bayern. Für viele fühlt es sich an, als wäre der Präsident nie weg gewesen. Das Comeback einer weiteren Vereinslegende passt bestens ins Bild.

Präsident Hoeneß aktiv wie eh und je

Als wäre er nie weggewesen: Bayern-Präsident Uli Hoeneß. Foto: Peter Kneffel

Karl-Heinz Rummenigge brachte die ersten zwölf Monate von Uli Hoeneß zurück im Präsidentenamt pointiert auf den Punkt. „Ist er erst ein Jahr wieder da?“, merkte der Vorstandschef des FC Bayern trocken an.

„Alles okay, wir haben eine gute Zusammenarbeit. Es läuft alles so, wie wir uns das wünschen“, führte Rummenigge weiter aus. Seit dem 25. November 2016, 270 Tage nach seiner Haftentlassung, steht der inzwischen 65-jährige Hoeneß wieder an der Spitze seines Herzensclubs. In einer Jahreshauptsammlung mit viel Pathos und vielen Emotionen hatten ihm vor einem Jahr mehr als 97 Prozent der über 7000 Mitglieder die erbetene „zweite Chance“ nach seiner Gefängnisstrafe wegen Steuerhinterziehung ermöglicht.

Der Beifall der Vereinsschar ist dem Patron des FC Bayern auch am Freitag wieder gewiss, wenn Deutschlands größter Sportverein seine jährliche Hauptversammlung mit gewohnt großartigen Wirtschaftszahlen abhält. 640,458 Millionen Euro wurden in der Saison 2016/17 umgesetzt. Dieser Wert ist ebenso unerreicht wie der Gewinn nach Steuern von 39,19 Millionen Euro.

„Die Mitglieder und Fans des FC Bayern können sich darauf einstellen, dass sie einen schönen Jahresabschluss haben“, versprach Rummenigge im Rahmen der Champions-League-Reise des deutschen Fußball-Meisters zum RSC Anderlecht.

Hoeneß, vor dessen Haus am Tegernsee dieser Tage ein riesiger Weihnachtsbaum strahlt, mochte zum Start des Trips nach Brüssel noch nicht auf den Abend im Audi Dome, der Heimstatt seiner Basketballer, vorausblicken. Doch wie sein Verein aktuell aufgestellt ist, lässt ihn natürlich frohlocken.

Irgendwie ist beim FC Bayern alles, wie es vor seiner Haftstrafe auch schon einmal war: Die alte Hierarchie im Club ist wieder hergestellt. Tripletrainer Jupp Heynckes (72) trainiert das Fußball-Starensemble, und Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt (75) flog in dieser Woche wieder als Mannschaftsarzt mit nach Belgien. Das tat diese Vereinslegende erstmals seit Müller-Wohlfahrt im April 2015 nach einem Zerwürfnis mit dem damaligen Trainer Pep Guardiola hingeschmissen hatte.

Nach der Rückkehr von Hoeneß ins Präsidentenamt gab es allerdings auch „Unebenheiten“ in der Zusammenarbeit der Bosse, wie Hoeneß bei der Heynckes-Vorstellung Anfang Oktober öffentlich einräumte. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir nicht nur im Traineramt ein neues Kapitel aufschlagen, sondern auch in unserer Zusammenarbeit, die kann dem FC Bayern nur gut tun“, beteuerte Hoeneß. Auch Rummenigge beschwichtigte damals: „Wir hatten gute, wichtige und ich glaube auch überfällige Gespräche zu dem Thema.“

Hoeneß' Dominanz im Amt überrascht in der Bundesliga keinen. „Ich war mir sicher, dass es so kommt. Das ist Uli, wie er leibt und lebt“, sagte Schalke-Boss Clemens Tönnies in dieser Woche im „Kicker“. „Er hat immer die Zügel in der Hand gehalten beim FC Bayern“, äußerte Tönnies über seinen langjährigen Freund Hoeneß.

Bei Personalentscheidungen achtet Hoeneß wieder auf Bayern-DNA. Die Verpflichtung von Sportdirektor Hasan Salihamidzic passt ebenso ins Bild wie die Verpflichtung des in dieser Funktion wieder abgesetzten Co-Trainers Willy Sagnol. Bei Themen wie der Weiterbeschäftigung von Publikumsliebling Franck Ribéry über das kommende Saisonende hinaus, wird Hoeneß' Wort ein hohes Gewicht haben.

Dass Hoeneß kürzlich über die neue Halle für seine geliebten Basketballer mit einer Eröffnung im Oktober 2020 oder 2021 sprach, zeigt den langen Planungshorizont des Weltmeisters von 1974. Ein halbes Jahrhundert bei seinem FC Bayern dürfte es nun also werden für Hoeneß, der 1970 im Alter von 18 Jahren als Spieler debütierte.

„Ich glaube, dass Uli Hoeneß noch zu tatkräftig ist, um loszulassen. Zu jung. Er will die Dinge selbst beeinflussen“, beschrieb es der ehemalige Kapitän Philipp Lahm vor einigen Monaten. Das spürte Lahm selbst, der sich nach seiner Spielerkarriere beim Rekordmeister nicht auf Anhieb mit den Bayern-Bossen über eine neue Funktion einig wurde.

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