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Ridley Scott schneidet Spacey-Szenen aus neuem Film

Los Angeles. Die Promo-Tour war schon geplant, der Starttermin des Films nur noch sechs Wochen entfernt - doch dann kamen die Vorwürfe der sexuellen Belästigung dazwischen. Jetzt soll Kevin Spacey aus einem bereits abgedrehten Film wieder herausgeschnitten werden.

Nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung gegen Kevin Spacey (58) sollen alle Szenen mit dem Hollywood-Schauspieler aus dem bereits abgedrehten Film „Alles Geld der Welt“ herausgeschnitten werden - und das nur sechs Wochen vor Kinostart.

Regisseur Ridley Scott wolle die Szenen von Spacey als Ölmilliardär Jean Paul Getty in dem Entführungsdrama mit dem Schauspieler Christopher Plummer (87) nachdrehen, berichteten US-Medien am Donnerstag unter Berufung auf Sprecher von Scott und dem Filmstudio Sony Pictures.

Die Crew und Sony Pictures stünden einstimmig hinter der Entscheidung. Die Dreharbeiten würden sofort beginnen, um den US-Starttermin am 22. Dezember einhalten zu können. In Deutschland soll der Film kommendes Jahr in die Kinos kommen.

Die Entscheidung gilt als äußerst ungewöhnlich und wird zu erheblichen Extra-Kosten zusätzlich zu den bereits ausgegebenen 40 Millionen Dollar führen, da der Film bereits abgedreht war. Auch die Werbung dafür war bereits im vollem Gang, Interviews mit den Darstellern waren bereits vereinbart gewesen.

Der Film „Alles Geld der Welt“ erzählt die Geschichte der spektakulären Entführung des reichen Erben John Paul Getty III. nach, der sich 1973 fünf Monate in der Hand skrupelloser Entführer befand. Sein Großvater hatte sich zunächst geweigert, das Lösegeld zu bezahlen. Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, schnitten die Mafia-Kidnapper Getty sogar das rechte Ohr ab. Weitere Stars des Films sind Michelle Williams und Mark Wahlberg, Spaceys Rolle war eine Nebenrolle.

Sony Pictures hatte den Film bereits aus einem Fim Festival in Los Angeles zurückgezogen, wollte den Kinostart aber durchziehen, berichtete die „New York Times“. Regisseur Scott habe dann den Nachdreh mit Schauspieler Plummer vorgeschlagen. „Es gibt mehr als 800 andere Schauspieler, Schreiber, Künstler, Handwerker und Crew, die unermüdlich und ethisch korrekt an diesem Film gearbeitet haben“, teilte Sony Pictures mit. „Es wäre sehr unfair, sie alle zu bestrafen wegen des Fehlverhaltens eines Nebendarstellers in dem Film.“ Was aus „Billionaire Boys Club“, einem anderen fast fertigen Film mit Spacey wird, war zunächst noch nicht klar.

Die Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen den „House of Cards“-Star Spacey hatten sich zuletzt gemehrt. Netflix schmiss den US-Schauspieler aus der Erfolgsserie. Am Mittwoch berichtete die ehemalige TV-Moderatorin Heather Unruh von einem sexuellen Übergriff Spaceys gegen ihren Sohn. Auch gegen zahlreiche weitere Stars der Branche häuften sich in letzter Zeit Vorwürfe.

Angefangen hatte alles mit Vorwürfen gegen den Produzenten und Hollywood-Mogul Harvey Weinstein. Dutzende Frauen werfen dem Hollywood-Mogul sexuelle Belästigungen bis hin zur Vergewaltigung vor. Weinstein streitet nicht-einvernehmlichen Sex ab.

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