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Rosberg ein Jahr nach Rücktritt: „Es ist absolut perfekt“

Berlin. Nico Rosberg genießt ein Jahr nach seinem plötzlichen Abschied aus der Formel 1 die Freiheit. Für seine Vaterrolle fühlt er sich auch dank seiner Zeit als Rennfahrer bestens vorbereitet. Sogar einen Weg zurück in die Formel 1 kann sich Rosberg im dpa-Interview vorstellen.

Rosberg ein Jahr nach Rücktritt: „Es ist absolut perfekt“

Nico Rosberg will seiner Karriere in der Formel 1 abseits der Rennstrecke fortsetzen. Foto: Luca Bruno

Das Leben nach der Raserei ist für Nico Rosberg voller Glücksmomente. „Es ist absolut perfekt, besser kann es nicht sein“, sagt der 32-Jährige ohne Zögern auf die unvermeidliche Frage nach Comeback-Gedanken.

Vor einem Jahr hatte Rosberg die Motorsport-Welt erschüttert, als er fünf Tage nach dem Gewinn seiner ersten Formel-1-Weltmeisterschaft seine Karriere abrupt beendete. Sich einfach die Freiheit zu nehmen, das ist seit jenem 2. Dezember Rosbergs Prinzip geblieben. „Einfach mal da rausgehen und erleben. Es ist ja kein Zeitdruck da“, sagt er im Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Mehr als 20 Jahre war der Sohn des früheren Formel-1-Champions Keke Rosberg zuvor gegen die Uhr gefahren. Am WM-Ziel angekommen, trat der gebürtige Wiesbadener voll auf die Bremse. „Besser kann ich nie in meinem Leben sein, als in diesem Jahr“, sagt Rosberg heute im Rückblick auf seinen Triumph im Mercedes-Duell mit Lewis Hamilton. Aufhören, wenn man am besten ist, das schaffen nicht viele Sportler.

Viele Briefe habe Rosberg seitdem erhalten, erzählt seine Frau Vivian in einer BBC-Reportage. Briefe von Menschen, die Rosbergs Schritt als Inspiration empfanden. Mehr Zeit für sich, mehr Zeit für die Familie. „Dass so viele Leute mir gesagt haben, das habe sie zum Nachdenken über ihr Leben und ihren Weg gebracht, das ist wirklich magisch“, sagt Rosberg, dessen zweite Tochter im September geboren wurde.

Dabei weiß Rosberg selbst auch nach einem Jahr im PS-Ruhestand noch nicht so genau, wohin ihn sein weiterer Weg führen soll. Er werde „noch eine Weile“ ein Suchender bleiben, sagt er. „Aber das ist auch etwas Schönes, die Freiheit zu haben und mir diese Zeit zu nehmen.“

In den vergangenen Monaten ist Rosberg weiter um die Welt gereist, fast wie einst als Formel-1-Pilot. Aber statt auf der Rennstrecke im Kreis zu fahren, traf er Firmengründer, Forscher, Sportler, Aktivisten zum Ideenaustausch. Die Begegnungen haben Rosbergs Blickfeld geweitet. „In der Formel 1 ist man so ego-zentriert, nur an sich denkend. Für mich ist es eine Herausforderung in meinem zweiten Leben, mich aus diesem Ego-Zentrum herauszubewegen, mich zu verändern als Mensch“, sagt Rosberg.

An Vortrieb mangelt es Rosberg weiter nicht. „Selbstbewusster“ habe ihn die Zeit in der Druckkammer Formel 1 werden lassen, sagt er. „Ich bin eigentlich ein extrem schüchterner Mensch. Wenn du dich aber jedes Mal in die schwierigen Bereiche treibst, dann veränderst du dich als Mensch und hast die Chance zu wachsen“, erklärt Rosberg.

Er sei dank der Formel 1 sogar ein besserer Vater, meint er. Im Kampf um die entscheidenden Zehntelsekunden nahm er sich einen Mentaltrainer, studierte philosophische Werke. „Da lernt man so viel darüber, warum wir Menschen sind, wie wir sind. Das hilft mir auch bei der Erziehung meiner Kinder, weil ich sehe, was ich falsch mache“, sagt Rosberg, der mit seiner Familie in Monaco und auf Ibiza lebt.

Die Formel 1 ist und bleibt für Rosberg eine zentrale Referenzgröße. Auch wenn er inzwischen als Werbebotschafter der Bahn unterwegs ist und öffentlich immer wieder von den Vorzügen der Elektromobilität schwärmt, hält er die ökologisch kaum vorbildliche Rennserie für zukunftsfest. „Das ist Sport, das ist Entertainment. Das funktioniert super. Ich habe selbst Riesenspaß vor dem Fernseher“, sagt Rosberg.

Sogar eine Aufgabe in der neuen Führung der Formel 1 kann er sich vorstellen. „Ich bin für alles offen, würde meinem Sport gern erhalten bleiben“, sagt Rosberg. Zu viel Entschleunigung ist dann doch nichts für einen Rennfahrer.

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