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Russische Ermittler bestreiten WADA-Vorwürfe wegen Dopings

Moskau. Noch ist es nicht geklärt: Darf Russland zu den Olympischen Winterspielen 2018 nach Südkorea? Doch in dem langen Streit wegen angeblichen Staatsdopings bleibt Moskau hart - und geht stattdessen gegen den Hauptbelastungszeugen vor.

Russische Ermittler bestreiten WADA-Vorwürfe wegen Dopings

Die russischen Ermittler bestreiten die WADA-Vorwürfe wegen angeblichen Dopings. Foto: Jan Woitas

Die oberste russische Ermittlungsbehörde hat alle Vorwürfe der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA wegen angeblichen Staatsdopings für widerlegt erklärt.

Ein Bericht des WADA-Sonderermittlers Richard McLaren, dem zufolge bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi 2014 belastete Doping-Proben russischer Sportler gegen unbelastete ausgetauscht worden seien, stimme nicht. Gegen den Kronzeugen für diese Behauptung, Grigori Rodtschenkow, den Ex-Leiter des russischen Anti-Doping-Labors, sei Haftbefehl erlassen worden. Man werde von den USA seine Auslieferung verlangen, teilte das Staatliche Ermittlungskomitee in Moskau mit.

Die russischen Behörden hätten mehr als 700 Sportler, Trainer, Betreuer und Funktionäre vernommen. „Keiner von ihnen hat die Existenz eines Doping-Programms bestätigt. Wenn es Verstöße gegen die Anti-Doping-Regeln gab, waren sie individuell“, hieß es. Rodtschenkow hingegen habe erklärtermaßen verbotene leistungssteigernde Mittel verabreicht und positive Dopingproben vernichtet.

Mit diesen Feststellungen der Ermittler verhärten sich die Fronten zwischen Russland und der WADA sowie dem Internationalen Olympischen Komitee. Das IOC will bis zum 5. Dezember entscheiden, welche Konsequenzen es aus den russischen Dopingfällen in Sotschi für die kommenden Winterspiele in Pyeongchang in Südkorea zieht. Russische Sportfunktionäre haben einen Boykott angekündigt, falls die Mannschaft dort ohne eigene Flagge oder Hymne antreten müsste.

Der Präsident des Russischen Nationalen Olympischen Komitees (NOK), Alexander Schukow, sagte, er werde die Erkenntnisse der Moskauer Behörden der WADA und den zuständigen IOC-Kommissionen vortragen. „Wir gehen davon aus, dass sie bei den anstehenden Entscheidungen berücksichtigt werden“, sagte er der Agentur Interfax zufolge.

Nach den seit 2015 andauernden Doping-Enthüllungen hat Russland zwar die Arbeit seiner Anti-Doping-Agentur RUSADA neu organisiert. Verlangt wird aber auch, dass Moskau die Ergebnisse der mittlerweile zwei Berichte von McLaren anerkennt. Dies lehnt die russische Sportführung ab. Sie sieht den Vorwurf staatlich gesteuerten Dopings als politische Kampagne gegen Russland.

Die russischen Ermittler erklärten, sie hätten das Kontrolllabor in Sotschi genau untersucht - im Unterschied zu McLaren. Es gebe dort das Loch in der Wand nicht, durch das nach Rodtschenkows Angaben die Proben vertauscht worden seien. Auch das Öffnen und Austauschen der Sicherheitsverschlüsse von Dopingproben-Fläschchen sei nicht möglich - anders als vom WADA-Ermittler unterstellt.

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