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Schlechte Vorzeichen für Kohfeldts zweite Bewerbungsrunde

Bremen. Werders junger Coach Kohfeldt startet im Nord-Duell mit Hannover den zweiten Teil seiner Bewerbungsrunde. Bis Weihnachten muss sich der 35-Jährige erneut beweisen. Die Vorzeichen dafür stehen schlecht. Sportchef Baumann wird auch wegen Kohfeldts Beförderung kritisiert.

Schlechte Vorzeichen für Kohfeldts zweite Bewerbungsrunde

Seine Ernennung zum Chefcoach bei Werder Bremen sorgt für Diskussion: Florian Kohfeldt. Foto: Carmen Jaspersen

Es brodelt bei Werder Bremen. Von einer Aufbruchstimmung kann vor dem Debüt von Florian Kohfeldt als offizieller Cheftrainer gegen Hannover 96 am Sonntag (18.00 Uhr) keine Rede sein.

Überschwängliches Lob erhält der 35-Jährige aktuell im Prinzip nur von den Spielern, vor allem aber von Sportchef Frank Baumann. Der Ex-Nationalspieler ist wegen der erneuten Beförderung eines Bremer Drittliga-Trainers zum Chefcoach der Profis, insbesondere aber wegen der Moderation des Ganzen, arg in die Kritik geraten. In Werders Umfeld und bundesweit werden Kohfeldt und vor allem Baumann derzeit skeptisch beäugt.

Das geht soweit, dass der junge neue Coach schon kurz nach seiner Beförderung kurioserweise seinen Chef in Schutz nehmen musste: „Ich halte Frank für den optimalen Geschäftsführer von Werder Bremen.“

Die Startbedingungen für die zweite - diesmal auf sechs Spiele verlängerte - Bewährungsprobe als Cheftrainer sind also alles andere rosig. Hinzu kommt die maue sportliche Ausgangslage des Tabellenvorletzten der Bundesliga. Als einziges Profiteam neben Schlusslicht 1. FC Köln ist Werder noch immer sieglos. „Wir müssen dafür sorgen, die Stadt und die Fans wieder hinter uns zu bekommen“, bekannte Angreifer Max Kruse.

Kohfeldt entgegnet all dem souverän, freundlich, aber auch entschieden. „Wir werden am Sonntag gewinnen“, kündigte der Newcomer erstaunlich forsch an. Eine Defensiv-Ausrichtung wie zuletzt immer häufiger unter Nouri werde es nicht mehr geben. „Meine Analyse ist, dass dieser Kader einen spielerischen Ansatz braucht.“

Das klappte beim 1:2 in Frankfurt unter dem Interimstrainer Kohfeldt nur bedingt. Zwar spielte Werder stark verbessert, verlor aber wieder einmal. Dennoch sammelte Kohfeldt mit seiner selbstbewussten, zugleich aber bodenständigen und prägnant analytischen Art Pluspunkte bei Baumann, den Spielern und den Medien. Baumann machte den Bundesliga-Novizen sogleich zum Chef. Aber eben nur auf Zeit. Kohfeldt muss sich bis zur Winterpause weiter bewähren.

Dies und Baumanns Begründung der Kohfeldt-Beförderung brachten dem Sportchef reichlich Häme ein. „Natürlich kann man durchaus sagen, dass es bessere Möglichkeiten gegeben hat, vielleicht bessere Trainer für uns interessant gewesen wären“, hatte Baumann gesagt.

Auch wenn Baumann damit meinte, dass die internationalen Koryphäen der Branche für Werder eben nicht zu bekommen seien, waren seine Aussagen bestenfalls unglücklich. Vor allem außerhalb Bremens wurde sie vor allem als mangelnde Rückendeckung angesehen. Kohfeldt gilt vielen nur als Notlösung. „Ich spüre einhundert Prozent Vertrauen. Ich habe nullkommanull das Gefühl, dass ich geschwächt werde“, sagte Kohfeldt indes. Was auch sonst? Auch Aufsichtsratschef Marco Bode nahm Baumann in Schutz. „Wir stehen alle hinter Frank und seinen Entscheidungen“, sagte Bode dem Internetportal Deichstube.de.

Das Gebilde Werder wirkt vor dem wichtigen Nord-Duell aber äußerst fragil. „Wir werden den Klassenerhalt schaffen“, versprach Kohfeldt dennoch. Den Rückhalt der Mannschaft hat sich der 35-Jährige immerhin binnen kürzester Zeit erarbeitet. „Er weiß genau, was er will. Er hat viele Ideen, die neu für mich sind“, lobte etwa Mittelfeldspieler Thomas Delaney und Maximilian Eggestein meinte: „Wir sind überzeugt, dass wir mit Flo aus dieser schweren Zeit rauskommen können. Die Mannschaft steht voll hinter dem Trainer.“

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